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Auf der Welt gibt es in Kilogramm/Person mehr Sprengstoff als Nahrungsmittel.
Die Regierungen geben für die Weltraumforschung mehr aus als für die medizinische Forschung und viermal mehr für die Waffenentwicklung als für die Energieforschung.
Im ‚Jahr des Kindes‘ starben acht Millionen Kinder in der Welt an Hunger oder an den Folgen unzureichender Ernährung.
Die Entwicklungsländer, in denen 660 Millionen Menschen leben, die sich das Lebensminimum nicht leisten können, gaben pro Jahr 90 Mrd. Dollar für Rüstung aus.
Auf der Welt wird zweitausendfünfhundertmal mehr in
die Kriegsmaschinerie investiert als in die Bemühungen zur Friedenserhaltung.
Das Durchschnittseinkommen pro Kopf liegt in den Industrieländern bei 5690,-Dollar, in den Entwicklungsländern bei 530,-Dollar. Die Kluft zwischen den reichen und den armen Nationen hat sich seit 1960 um das Doppelte verbreitert.
‚Seit 1900 sind die weltweiten Militärausgaben um 3000% gestiegen.‘
SIPRI
(Schweizer Fastenkalender 1981)
Die grösste Militärmacht der Welt beherbergt 25 Millionen unterernährte Menschen und 10 Millionen Kinder, die noch nie bei einem Arzt waren. Ihre beide langfristigen Vermächtnisse an zukünftige Generationen hat die Welt im ‚Jahr des Kindes‘ noch erweitert: die hohe öffentliche Verschuldung und eine grosse Menge atomaren Abfalls, der für Zehntausende von Jahren gefährlich bleibt. Würde man die 30 Mrd. Dollar, die allein die vorgesehene MX-Rakete mit ihren raffinierten Strassen- und Schienensystemen und ihren 4600 Betonbunkern kostet, statt dessen für den notwendigen Ausbau des urbanen Verkehrsnetzes in den USA ausgeben, so könnte 35 Millionen Passagieren pro Tag ein komfortabler und treibstoffsparender Transport geboten werden. (14)
Rüstung und Militarismus macht also vor allem die Armen ärmer, aber auch die Reichen weniger reich. Die gegenteilige Behauptung, nämlich dass die Militärausgaben ein Segen für die Wirtschaft seien, dass sie Investitionen anregen, den Ausbildungsstand heben und Arbeitsplätze schaffen würden, konnte bis jetzt noch nie durch eine analytische Untersuchung belegt werden. Es gibt in der Tat mehr Anhaltspunkte für einen eher bremsenden Effekt. Dieser kommt durch Inflation, Investitionsumlenkung, Verbrauch seltener Materialien und den Missbrauch menschlichen Kapitals zustande. In der Sivard-Studie (14) wird dargestellt, welchen Rang die Länder in bezug auf ihre allgemeinen ökonomisch-sozialen Errungenschaften im Vergleich zu ihren militärischen Investitionen einnehmen. Die Abbildung 1) liefert vergleichend die Rangfolge der zehn Länder mit den höchsten Militärausgaben:
Keine der grossen Militärmächte nahm 1976 einen gleich hohen sozialen wie militärischen Rang ein. Im Verhältnis zu ihrer hohen militärischen Stellung unter 140 Ländern war ihr mittlerer ökonomisch-sozialer Rang bedeutend niedriger.
Es gab einen beträchtlichen Unterschied zwischen dem militärischen Supermachttimage der USA und UdSSR und ihrem ökonomisch-sozialen Standard. In den USA hatte das Erziehungswesen einen hohen, das Pro-Kopf-Einkommen einen relativ hohen, das Gesundheitswesen aber einen relativ niedrigen Vergleichswert. Die UdSSR nimmt in der Rangfolge in allen drei Bereichen, besonders aber in der Wirtschaft eine mittelmässige Stellung ein.
Zwei Länder mit hohen Militärausgaben, China und Ägypten, lagen in ihrer ökonomisch-sozialen Entwicklung soweit zurück, dass sie unter den ärmeren Ländern der Welt rangierten.
Die Wechselbeziehungen zwischen der militärischen und sozialen Entwicklung müssen nicht nur im laufenden Wettstreit um die öffentlichen Gelder, sondern auch vor dem Hintergrund der sich ansammelnden, noch nicht erfüllten gesellschaftlichen Bedürfnisse gesehen werden. Der offensichtlichste Preis des weltweiten Wettrüstens, ausgedrückt in Milliarden Dollar an Steuern und öffentlichen Schulden ist nur ein kleiner Bruchteil seiner tatsächlichen Kosten. Die tatsächlichen Kosten, für die keine Zahl genannte werden kann, setzen sich aus den vertanen Möglichkeiten, den Folgen der Materialvergeudung, sozialer Umwälzung und Entfremdung und aus in erbärmlicher Armut vergeudetem Leben zusammen. (14)
in: Plantu, La Démocratie? Parlons-en!
1980 wurden weltweit (nach dem letzten SIPRI-Bericht) 550 Milliarden Dollar von den Militärausgaben verschlungen. Das macht für jeden Tag über 60 Milliarden Lfr., 2,5 Milliarden pro Stunde, und 42 000 000 Lfr pro Minute… Auf die NATO entfielen davon 43 %, auf der Warschauer Pakt 26%, auf China 8,8%.
Nur in zehn Ländern der Erde ist das gesamte nationale Einkommen höher als die Geldmittel, die weltweit in einem Jahr in die Rüstungsindustrie fliessen. Mindestens 400 000 Wissenschaftler und Forscher, und 40% der höchstqualifizierten Köpfe der Menschen, sind in Militärindustrie und -forschung beschäftigt. Bei den Physikern und Ingenieuren übersteigt der Prozentsatz die 50%. Zwei Fünftel aller Ausgaben für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung entfallen auf den Militärsektor.
Am weltweiten Waffenhandel waren 1980 die USA zu 43,3% beteiligt, die UdSSR zu 27,7% und Frankreich zu 10,8%.
Abb. 2
In den USA und der UdSSR, die weltweit den grössten Anteil an den Ausgaben für Forschung und Entwicklung tragen, erhielt die Militär- und Weltraumforschung mehr staatliche Subventionen als alle zivilen Bereiche zusammen. Genauere Informationen über die Verteilung der staatlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben und die verschiedenen Programme stehen nur für die USA und eine begrenzte Anzahl europäischer Staaten zur Verfügung. In einigen Fällen gibt es auch Unterschiede in der Einteilung der verschiedenen Programme. Die Abbildung 2) zeigt die Ausgaben für
einige wichtige Bereiche in den USA und europäischen Ländern.
Trotz der z.B. vom amerikanischen Verteidigungsminister betonten entscheidenden Bedeutung der Energie für die Weltsicherheit wurden fast fünfmal soviel öffentliche Mittel für die Waffenforschung wie für die Erforschung alternativer Energien und Energiesparmassnahmen ausgegeben. Militär- und Weltraumforschung erhielten in diesen drei Jahren einen zunehmenden Teil der Forschungsgelder. Dadurch wurden die Mittel für zivile Technologieforschung weiter vermindert.
Für den gesamten Gesundheitsbereich, Vorsorge, Umweltschutz, Seuchenbekämpfung usw. gaben die Regierungen weniger als für die Weltraumerforschung aus. (14)
Allein der Bereich der strategischen (interkontinentalen) Kräfte zählte in den USA und der UdSSR schon 1979 14 200 atomare Sprengköpfe und Bomben. Darin sind weder die taktischen atomaren Waffen enthalten, die an Hunderten von Orten ausserhalb des eigenen Gebiets stationiert sind und deren Zahl in die Zehntausende geht, noch die Atomwaffen Grossbritanniens, Frankreichs, Chinas und Indiens. (Teilweise wird angenommen, dass auch Israel über Atomwaffen verfügt) SIPRI berechnete die Sprengkraft aller auf der Welt gelagerten Atomwaffen und kam zu dem Ergebnis, dass sie heute mindestens der von einer Million Hiroshima-
Bomben entspricht. Offensichtlich haben wir uns Lichtjahre von der ursprünglichen Rechtfertigung für nationale atomare Kräfte als Abschreckung gegen einen Angriff entfernt. Da kein Land gegen Atomwaffen verteidigt werden konnte, war die eigene atomare Bewaffnung ursprünglich damit gerechtfertigt worden, dass die Bedrohung eines Angreifers mit einem massiven Gegenschlag Krieg verhindern würde. Die Städte übernehmen dabei die Funktion von Geiseln. Selbst nach einem Atomangriff auf eine Atommacht hätte diese immer noch die Möglichkeit das angreifende Land in einem Ausmass zu zerstören, das es nicht in Kauf nehmen würde. Welches Ausmass an Zerstörung wäre für die Abschreckung notwendig? Wieviele urbane Gebiete müssten bedroht werden? Vor einigen Jahren noch wurde in den USA ernsthaft darüber diskutiert, ob nicht 200 übrigbleibende Sprengköpfe für eine entsprechende Zahl von Städten ausreichen würden.
Wie Präsident Carter allerdings hervorhob, besitzt heutzutage schon ein einziges Poseidon-U-Boot eine Zerstörungskraft, die jede grosse und mittlere Stadt in der Sowjetunion verwüsten könnte. Das Poseidon-U-Boot trägt 160 Atomsprengköpfe, von denen jeder eine Sprengkraft hat, die viermal grösser ist als die der Hiroshima-Bombe. In der entsprechenden Zahl sowjetischer Städte befinden sich 80 Millionen Menschen und fast zwei Drittel der sowjetischen Industrie. Und Carter merkte an, dass ein Poseidon-U-Boot nicht einmal 2% der amerikanischen Streitkraft darstellt.
Wie weit diese Overkill-Kapazität noch steigen wird, ist unsicher, aber die Schätzungen des State Department (Abbildung 4) zeigen, dass die beiden Supermächte selbst mit dem SALT II-Abkommen bis 1985 ihre Lager um mindestens 7700 strategische Atomwaffen aufstocken werden; ohne das SALT II-Abkommen würden
© Soit l’humanité détruira les armements, soit les armements détruiront l’humanité a Einstein
Abb. 3
Zerstörungsradius
doppelt soviele dazu kommen. Die Gesamtzahl der strategischen atomaren Waffen beider Mächte stiege dann auf 30 000. Selbst die kleinste unter ihnen hat eine sehr viel grössere Sprengkraft als die Bombe von Hiroshima.
Die schwarze Linie im unteren Ende der Balken in der Abbildung 4 entspricht den 200 atomaren Sprengköpfen, von denen einmal angenommen wurde, dass sie ausreichten, um einen jeden denkbaren Angreifer abzuschrecken. Die zunehmend länger werdenden Balken über dieser Linie vermitteln einen Eindruck der Dimensionen des atomaren Wahnsinns. (14)
Abb. 4
Rund 166 Menschen sterben pro Minute an Hunger, davon 27 Kinder. Ein Grossteil von ihnen könnte sich ausreichend ernähren, wenn … Während der letzten Jahre starben pro Stunde 120 Menschen bei kriegerischen Handlungen. Das sind nicht viele. Denn die Hiroshima-Bombe tötete mit einem Mal mehr als 100 000 Menschen, es gab ebensoviele Verletzte und Vermisste. Und die kleinste der ’neuen‘ Bomben ist grösser als die Hiroshima-Bombe. Aber sauberer.
Ferngesteuerte Flugkörper, automatische Zielsuchgeräte, präzisionsgeführte Geschosse, Luft-Boden-Raketen, und gelenkte Geschützprojektile sind jetzt aktuell. Infrarotgeräte erlauben das Sehen bei Dunkelheit und
Satelliten und Luftradar erlauben einen tiefen Einblick in das feindliche Gebiet. Eine Unzahl technischer Neuerungen erlauben es den Steilkräften, Ziele aus grosser Entfernung zu zerstören. Die Technologie ersetzt die Frontlinien im Kampf. Der Mensch, der den Schuss abgibt, ist von den Konsequenzen seines Tuns und den moralischen Implikationen weitgehend getrennt. Das Töten ist depersonalisiert worden. Die Verantwortung ist weit weg.
Gleichzeitig rückt das Schlachtfeld immer näher an den Nichtkämpfenden heran, und er kann sich ihm nicht entziehen. Boden-Boden-Raketen können bis zu 2000 km vom Abschussort entfernte Ziele erreichen. Das Gebiet einer möglichen Verwüstung ist sehr viel grösser geworden. Für die Zivilbevölkerung gibt es keinen Zufluchtsort mehr.
Da Erneuerungen auf der einen Seite entsprechende Entwicklungen auf der anderen hervorgerufen haben, ist der Wettstreit in zunehmendem Masse labil geworden. Die Gefahr einer Fehlkalkulation und eines unbeabsichtigt ausgelösten Krieges ist grösser geworden. Da die Entwicklung in zunehmendem Masse auf die Möglichkeit eines Durchbruchs abzielt, der in der Lage wäre, die gegnerischen Waffen auszuschalten und damit der Seite einen Vorteil verschaffen würde, die den Erstschlag wagt, kann die Möglichkeit eines freiwilligen kalkulierten Einsatzes von Atomwaffen in Krisensituationen nicht mehr ausgeschlossen werden. (14)
Sie ist auch deshalb grösser geworden, weil die Präzision der neuen Atomraketen (Cruise Missile, MX) so gross geworden ist, dass ein umgrenzter Einsatz denkbar ist, z.B. im Nahen Osten, oder in Europa. Angriffsziele wären die präzisen Abschussrampen der gegnerischen Raketen. Im Kriegsfalle würde aus dem Gebiet, in dem sie stationiert sind, eine trostlose Mondlandschaft, ein riesiger radioaktiver Schwamm. Der Schwamm könnte Europa geheissen haben. Europa ist zur vorgeschobenen Verteidigungslinie der USA und der UdSSR geworden. (Es ist unverständlich, weshalb europäische Politiker und Publizisten sich jetzt so entsetzt über die kürzlich von Präsident Reagan gemachte Bemerkung geben, Europa könnte den Schauplatz für einen begrenzten atomaren Konflikt abgeben. Wussten sie das nicht schon, als die ersten Cruise Missiles geplant wurden, oder als sie den NATO-Doppelbeschluss fassten?)
Leopold Niilus, Mitarbeiter beim Weltkirchenrat, meint in diesem Zusammenhang, wenn man bereits einen ‚begrenzten‘ Atomkrieg einkalkuliere, könne man ebenso über ‚begrenzten Völkermord‘ oder ‚begrenztes Verbrennen von Kindern‘ reden. Die Steigerung der Rüstung und die wechselseitige Bedrohung sei heute dem ‚russischen Roulett‘ vergleichbar, ‚doch der Revolver ist ein nuklearer Revolver, und alle sechs Patronenkammern sind geladen‘.
"Es gibt Wichtigeres auf der Welt als den Frieden".
(Alexander Haig)
Und dann gibt es noch die Bumerang-Wirkung der Waffen selbst, vielleicht die grösste Ironie. Mit grosser Gerechtigkeit hat diese moderne Technologie sowohl die militärischen Verteidiger als auch ihre Schützlinge, die Bürger, in deren Namen das hochentwickelte System geschaffen wurde, beide zu Opfern gemacht. Die zunehmende Zahl bekanntwerdender Fälle von Vernachlässigung der öffentlichen Sicherheit offiziellen Verschleierungen usw. zeigen, dass "Verteidigung" eine ernste Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung selbst darstellt. Die Soldaten und auch die Zivilisten sind zu Opfern der ausser Kontrolle geratenen Technologie geworden. Einige bekannt gewordene Anzeichen dafür, aus einer langen Reihe, seien im folgenden aufgezählt:
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bei schätzungsweise 500 000 amerikanischen Soldaten und Zivilisten, die bei den Atomtests in den fünfziger und sechziger Jahren, ohne es zu wissen, als Versuchskaninchen fungierten, zeigt sich jetzt eine erschreckende Häufigkeit von Leukämie und anderen Krebsarten.
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in Indonesien, Pakistan, im Libanon und einer Zahl anderer Entwicklungsländer, zuletzt in Nicaragua, haben die Armeen ihre aus dem Ausland bezogenen Waffen gegen ihr eigenes Volk gerichtet und dabei Millionen Menschen umgebracht.
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bei einigen amerikanischen Interkontinentalsprengköpfen wurde eine Empfindlichkeit gegen Störungen in der Elektronik entdeckt, die vielleicht schon beim Abschuss zu einer vorzeitigen Explosion führen könnte.
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beim Transport, der Überholung oder dem Üben mit Atomwaffen haben sich grössere und kleinere Unfälle relativ häufig ereignet. SIPRI schätzt, dass auf der Welt etwa alle zwei bis drei Monate ein Unfall passiert.
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das in der sehr umstrittenen Entlaubungsaktion in Vietnam eingesetzte Entlaubungsmittel Orange ist wahrscheinlich für die chronischen Gesundheitsschäden einiger Tausend amerikanischer Vietnamveteranen und für die Missbildungen bei ihren Nachkommen verantwortlich.
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über den internationalen Waffenhandel verkaufte Waffen sind mehrfach gegen die Exportländer selbst und ihre Kunden eingesetzt worden.
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auch für die Radarstromversorgung in Satelliten eingebaute Atomreaktoren stellen eine neue Bedrohung durch radioaktive Verseuchung der Atmosphäre und der
Im Laufe der letzten 24 Jahre wurden bei Kriegen schätzungsweise 25 Millionen Menschen getötet.
Erdoberfläche dar. 1978 ging in Kanada ein sowjetischer atomgetriebener Aufklärungssatellit nieder und zerbarst in tausende radioaktiver Bruchstücke. (14)
Die kleinen, modernen Abwehrwaffen sind so "intelligent" und handlich geworden, dass sie auch in Guerilla- und Terroraktionen eingesetzt werden können. Es gibt auf der Welt jeden Tag durchschnittlich zwei Terrorüberfälle. Ausser Handgranaten und Zeitbomben wurden dabei auch schon Flugabwehrraketen eingesetzt. Sie können bis auf stärkste Panzerungen alles durchschlagen und lassen sich im Koffer und im Kleinwagen transportieren. Die Gefahr, dass sie in immer grösserer Zahl in Terroristenhände geraten wächst mit ihrer wachsenden Verbreitung in vielen Armeen der Erde. Bei einem Einsatz gegen Passagierflugzeuge oder Kernkraftwerke könnten sie verheerenden Schaden anrichten.
"Das Dilemma, zur Erhaltung maximaler Verteidigungsbereitschaft für eine weite Verbreitung der intelligenten Waffen sorgen zu müssen und gleichzeitig gezwungen zu sein, durch strikte Sicherheitsmassnahmen ihren Missbrauch zu verhindern, ist noch ungelöst." (Paul F. Walker, in: Der Spiegel Nr. 42/1981)
Carl Friedrich von Weizsäcker warnt in seinen "Zwölf Thesen zur Kernwaffenrüstung" (in: Die Zeit, Nr. 47/1979) u.a. vor drei Unvereinbarkeiten:
"Die Postierung von Mittelstreckenraketen, welche die Sowjetunion erreichen können, auf dem Boden west- und mitteleuropäischer Länder bedeutet die Androhung eines auf europäisches Land begrenzten Nuklearkrieges. Sie wären das natürliche Ziel eines ersten, verwüstenden russischen Schlags. Das Bedürfnis, solche Krisen zu vermeiden, würde Europa von Erpressung abhängiger machen. Der Plan ist mit dem
in: Artisans de la Paix, No. 58/80
Der "standhafte Wachsoldat" von der Amper, ist von der Bundeswehr ausgezeichnet worden. Wie gemeldet, war der Wehrpflichtige Othmar Puchta im Rahmen einer Übung an einer Brücke postiert und dann vergessen worden. Erst nach drei Tagen wurde der 20-jährige Jäger abgelöst, nachdem Bauern die Bundeswehr alarmiert hatten. Vom Verteidigungsministerium wurde Puchta für diese "Leistung" offiziell beibigt und von seinem Bataillonskommandeur Oberstleutnant Ludwig Junker vor den angetretenen Soldaten mit Sonderurlaub belohnt.
Kriterium des Abbaus selbstmörderischer Drohungen unvereinbar. Ihn zu beschliessen, wäre ein schwerer Fehler.
- Die friedliche Nutzung der Kernenergie in ihrer heutigen, gegen Atomwaffeneinwirkung nicht gesicherten Form, ist mit einer NATO-Strategie, welche für
den Ernstfall begrenzte nukleare Einsätze auf unserem Boden androht und herausfordert, unvereinbar.
- Schutz der Zivilbevölkerung, zumal unseres überzentralisierten, verletzlichen Versorgungssystems, ist unerlässlich. Seine Vernachlässigung ist mit weiterer Nuklearrüstung unvereinbar.‘
csst
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