Die WACL — eine buntscheckige Gesellschaft

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

In einem Interview stellt das LW "kritische" Fragen an den europäischen Chefdenker der WACL und Hauptorganisator des diesjährigen Kongresses General Robert Close (LW 30.8.86). Da der anonyme Journalist nie nachhakt, ist dies eine einzigartige Gelegenheit für den General alle Vorwürfe als "verleumderisch" abzutun. Zufrieden über diese Hofberichterstattung ließ er den ganzen Artikel übersetzen und als Kongreßpapier verteilen. Wir wollen zeigen, daß der Eindruck, der im LW erweckt wird, bei der WACL handele es sich um eine ehrenwerte Gesellschaft von Kämpfern für Demokratie und Freiheit, nicht stimmt. Dazu werden wir die Geschichte dieser Organisation und die wichtigsten Gruppen, die in ihr vertreten waren bzw. vertreten sind, beleuchten. Unsere Quelle ist dabei "Inside the League", ein eben erschienenes Buch von zwei us-amerikanischen Journalisten, die für die großen liberalen Medien, u. a. Washington Post, arbeiten. Daß, für WACL-Freunde, dieses Buch ein Teil der von hoher Warte ferngesteuerten Desinformationskampagne ist, soll ehrlichheitshalber gleich zu Beginn erwähnt werden.

Taiwan und Korea

Die Wurzeln der WACL finden sich in Taiwan und in Süd-Korea, deren Staatschefs 1954 eine anti-kommunistische Liga der Völker Asiens (APACL) gegründet haben, um dem damaligen Kommintern eine ebenbürtige Kraft entgegenzusetzen und Bündnisgenossen für die respektiven territorialen Ansprüche zu finden. Die APACL war eine para-staatliche Organisation, in der sich im Laufe der Jahre alle führenden Anti-Kommunisten des Raumes versammelten: Thieu, Lon Nol, Marcos usw. Für Taiwan hatte sie und ihr späterer Nachfolger WACL eine besondere Bedeutung. Da Taiwan, das um seine diplomatische Anerkennung ringen mußte, hier ein paralleles diplomatisches Parkett fand, war es bereit jeden zu unterstützen, ob Apardheitregime oder Nazikollaborateur, der ihm gegen die Volksrepublik China zur Seite stand.

Der Einfluß von Taiwan ist personifiziert in Ku Cheng-Kang, Mitglied des Zentralkomitees der Kuomintang, der Ehrenpräsident der WACL auf Lebenszeit ist. Auch in Luxemburg hielt er eine Rede, deren Forderungen sich in der Schlußresolution wiederfinden. Die Forderungen nach Freiheit für Macao und Hongkong, die Einschätzung der heutigen Politik der Volksrepublik China, all dies zeigt in der Abschlußresolution die Handschrift und den Einfluß Taiwans. So erstaunt es nicht, daß die Taiwan-Delegation die größte ist (siehe Kasten) und mit eigenem technischen Stab, ganz wie eine Regierungsdelegation bei internationalen Konferenzen auftritt. Die WACL werde von ihren Mitgliedern finanziert, sagt Close im zitierten LW-Interview. Bei solchen Mitgliedern wie Ku wird es sicher keine finanziellen Probleme geben.

Die Koreaner, die nicht wie Taiwan auf diplomatische Anerkennung angewiesen sind, haben es verstanden einen wirtschaftlichen Nutzen aus der WACL zu ziehen, indem sie an die lateinamerikanischen Ligamitglieder Waffen liefern. Viele Diktatoren lassen ihre Offiziere an den "Polizeiakademien" Taiwans und Koreas ausbilden, Kontakte hierzu laufen ebenfalls über die Liga.

Alt-Nazis

Der CIA soll Pate gestanden haben, als die WACL 1967 aus einem Zusammenschluß der APACL, erzkonservativer Kreise der USA und des anti-bolschewistischen Blocks der Nationen (ABN) entstand. Letztere Organisation kann man nur richtig verstehen, wenn man sie im Kontext der wechselvollen Geschichte des Balkans und des osteuropäischen Raumes sieht. Seit dem Mittelalter waren viele kleine Volksgruppen in den großen russischen, oestreichungsarischen … Reichen eingegliedert worden. Anfangs des Jahrhunderts entstanden viele nationalistische Bewegungen, die, als die Sowjetunion das Erbe des Zarenreiches übernahm, automatisch anti-kommunistisch wurden. Unter diesen waren nicht nur nationalistische Gruppen sondern auch autoritäre, anti-semitische, die in den zwanziger und dreißiger Jahren in den offenen Faschismus abglitten, und so zu natürlichen Bündnispartnern der deutschen Nazis wurden. Die ukrainischen Nachtigallen, die kroatischen Ustascha, die rumänische Eiserne Garde waren alle am Völkermord der Nazis beteiligt. Nach dem Krieg gelang den meisten die Flucht und das Untertauchen, oft sogar mit us-amerikanischer Hilfe, deren Geheimdienstleute schon damals in ihnen potentielle Alliierte gegen Stalin sahen. So konnten sie ihre Gruppen im Exil wieder aufbauen und sie schlossen sich im Anti-Bolschewistischen Block zusammen, dessen Vorsitzender kein geringerer als Yaroslav Stetsko, der Premier eines ephemeren ukrainischen Staates war.

An der Spitze der Nachtigallen, eines ukrainischen Regiments in Wehrmachtuniform, nahm Stetsko zusammen mit den Hitlertruppen Lvov ein und proklamierte sich zum Premier. Während seiner Amtszeit, wurden 7000 jüdische Einwohner dieser Stadt getötet. Da eine unabhängige Ukraine nicht in Hitlers Konzept paßte, wurden die Führer der Bewegung nach Deutschland geholt und landeten zeitweise im KZ. Vor Ort wurden die ukrainischen Truppen jedoch benutzt, um die Drecksarbeit zu machen und ein Großteil der Million Juden, die in der Ukraine ermordet wurden, gehen auf das Konto der ukrainischen Hilfstruppen. Gegen Ende des Krieges werden die nationalistischen Führer entlassen und stehen wieder an der Spitze der ukrainischen kämpfenden

Truppen. Dieser Stetsko war es, der einen wesentlichen Anteil an der Gründung der WACL hatte.

Auch heute noch haben die Gruppen des Anti-Bolschewistischen Blocks einen großen Einfluß in der US-Rechten. Sie haben wichtige Posten bei Radio Free Europe und Radio Liberty inne, so daß eine Kommission des Kongresses der USA diese Programme als "anti-semitisch" bezeichnen konnte, insbesondere sollen die Judenmorde in Lvov falsch dargestellt worden sein. Die "Kroatische Freiheitsbewegung", die Nachfolger der Ustasche, wird von Taiwan als legitime Exilregierung anerkannt. Reagan hatte den 10. April als kroatischen Befreiungstag proklamiert, mußte aber gleich wieder zurückstecken, weil er übersehen hatte, daß dies der Tag war, an dem Jugoslawien von den Nazis überfallen worden war.

In der Schlußresolution des diesjährigen Kongresses findet sich auch der Beweis für den Einfluß der ABN in der Form von deren alten Forderung nach Unabhängigkeit und Souveränität für Weißruthenien und den Kaukasus. Auch war Frau Stetzka anwesend (LW), bekannt wegen ihrer Aktivität in der "Liga für Menschenrechte", einer revanchistischen Organisation, die im "ZDF-Magazin" ihr Sprachrohr gefunden hat.

Neo-Nazis

Mitte der 70er Jahre bestand die europäische Sektion aus einigen honorigen Konservativen, verschiedene Exilantengruppen aus dem ABN-Umfeld und aus nazistischen Splittergruppen. Verglichen mit asiatischen und lateinamerikanischen Sektionen war sie jedoch ziemlich schwach. Der damalige Vorsitzende Pearson, nach dem Personenglossar von "Inside the League", selbst ein "prominenter Neo-Nazi und wissenschaftlicher Rassist", versuchte die WACL durch die Einbeziehung von Neo-Nazis zu stärken. In diesem Zusammenhang nehmen dann Gestalten wie Blas Pinar von der spanischen Fuerza Nueva und Giorgio Almirante vom italienischen MSI an Jahreskongressen teil. Es nahm sogar ein von Interpol gesuchtes Mitglied von Ordine Nuovo, Elio Massagrande, das bei Stroessner in Paraguay Unterschlupf gefunden hatte, am Kongreß 1979 in Assuncion teil. So außergewöhnlich war dies jedoch nicht, hatte man doch immer gute Beziehungen zu Kroaten gehalten, auch wenn sie an terroristischen Attentaten beteiligt gewesen waren.

Auf Pearsons Bemühungen antworteten 17 neo-nazistische Gruppen mit Aufnahmemanträgen, doch ihre Aufnahme wurde durch die Mehrheit des Vorstandes verhindert. Weshalb sollte man sich mit ewiggestrigen Mini-Parteien und Splittergruppen, deren Mitglieder dazu noch teilweise ehemalige SS-Leute waren, selber diskreditieren? Inhaltliche Schwierigkeiten dürfte man keine gehabt haben, da man Gruppen mit ähnlichen Überzeugungen, die bereits Mitglied waren, nicht mitausgeschlossen hat. Alt-Nazis und Neo-Nazis konnten sich also weiter unter dem Deckmantel der Liga ein relativ honoriges Stelldichein geben. Kleine Splittergruppen konnten hier weiter hoffen, einen Mäzen unter den anti-zionistischen Scheichs zu finden.

In der WACL spielen die Araber, die unlogischste Rolle, da sie eigentlich überhaupt nicht anti-kommunistisch sind, sondern oft sogar gute Beziehungen zur Sowjetunion unterhalten. Aber die Liga ermöglicht es ihnen mit Israels anti-semitischen Feinden Kontakt zu halten. Genauso unlogisch ist es, daß es in Israel, dem besten Freund Taiwans, einem Land in dem es viele anti-kommunistische Gruppen gibt, keine Sektion der WACL gibt.

Rassisten

"Vertreter von allen Hautfarben und allen Kontinenten sind in der WACL vertreten", sagt Close im LW Interview, und glaubt damit bewiesen zu haben, daß seine Organisation nicht rassistisch ist. Trotzdem sind ein Großteil der bislang vorgestellten Gruppen nationalistisch bis rassistisch, nur der Anti-Kommunismus vereint sie unter einem Dach und läßt sie ihren Rassismus vergessen. Einerseits werden die Schwarzen, die gegen die rassistische Apartheid in Süd-Afrika kämpfen als Handlanger Moskous angesehen, andererseits findet man in den Schwarzen, die in Mozambique oder Zimbabwe gegen die Regierung kämpfen Bündnisgenossen. In Indonesien wurde das kommunistische Übel durch die chinesische Minorität personifiziert, so daß bei den anti-kommunistischen Programmen der 60er Jahre die meisten Opfer Chinesen waren, in Sri Lanka sind es Tamilen.

Trotzdem bemüht man sich heute keinen offenen Rassismus mehr zu zeigen und eliminiert rassistische und anti-semitische Gruppen, wenn sie zu sehr ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geraten. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Säuberungsaktion, die von Close als Beweis für den guten Leumund der WACL angeführt wird.

Lateinamerikaner

Der General behauptet im LW Interview, die unter dem Namen CAL (Confederacion Anticommunista Latinoamericana) bekannte Untergruppierung sei 1983 wegen ihrer Verbindung zu den Todesschwadronen ausgeschlossen worden. Dagegen gibt der damalige Vorsitzende der WACL General Singlaub, gegenüber der Washington Post (18.2.1984) den flagranten Anti-Semitismus dieser Gruppe als entscheidenden

Grund an. Der Ausschuß wird von ihm auf einer Vorstandssitzung im Januar 84 (und nicht schon 83 wie Close behauptet) in Taipah ausgesprochen. Die von der "Zeitung vum letzeburger Vollek" (10.9.86) publizierten Listen zeigen jedenfalls, daß die Vertreter der CAL auf dem Jahrskongruß in Luxemburg 1983 noch dabei waren.

Der Anti-Semitismus dieser Gruppe war jedoch längstens bekannt und seit 1975 gab es Auseinandersetzungen innerhalb der Liga um den Hauptvertreter dieses Judenhauses, den mexikanischen Geheimbund der Tecos, der sich jedoch behaupten konnte und im Laufe der Jahre fast sämtliche Ländergruppen der CAL beherrschte. So gelang es ihm zum Beispiel die stramm konservative Organisation TFP (Tradition, Familia i Propriedad) auszuschließen, unter dem Vorwand ihr Vorsitzender sei ein Jude. In ihrem Wahn verstiegen die Tecos sich sogar im Vatikan eine Hochburg des Judentums und in Papst Paul VI einen Freimaurer zu sehen. Doch dies war nicht nur Spinnerei, realer Hintergrund war die oppositionelle Rolle, welche die Kirche in einzelnen südamerikanische Ländern zu spielen begann.

Das konkrete Ergebnis dieser Theorien war 1977 der "Banzer-Plan", der zur Bekämpfung und physischen Vernichtung der progressiven Geistlichen auftrief. Und somit war der Bogen von einem abstrusen Anti-Semitismus zu den Todesschwadronen geschlagen. Die Paraguayaner brachten diese Vorstellungen 1978 auf der Weltkonferenz ein und mit überwältigender Mehrheit wurde eine Motion verabschiedet, in der das Anfertigen von schwarzen Listen über die politischen Aktivitäten der Priester und Ordensleute beschlossen wurde. In den nächsten 2 Jahren folgten 28 Priestermorde und deren Zahl nahm

anschließend noch zu, besonders als die Todesschwadronen in El Salvador aktiv wurden. Das bekannteste Opfer Bischof Romero soll, so war es wenigstens in den verschiedensten Medien zu hören, auf das Konto eines nicht minder bekannten WACL-Mitglieds, General d’Aubuisson, gehen.

Der Ausschuß der CAL-Leute geschah wegen ihrer hahnebüchenen anti-semitischen Theorien und nicht wegen ihrer Verbindung zu den Todesschwadronen und dies auch erst nach 8 Jahren Flügelkämpfen und peinlichen Presseveröffentlichungen. Doch auch in den neugebildeten südamerikanischen Sektionen sitzen teilweise dieselben Leute. So wurde dieses Jahr in Luxemburg eine Grußbotschaft von dem bekannten paraguayanischen Diktator Stroessner vorgelesen.

Moon

Als letzte Gruppe wollen wir die Vereinigungskirche, besser bekannt als Moon-Sekte, unter die Lupe nehmen. Auch von dieser hat sich Close im LW distanziert. Die Sekte ist reich, verfügt über ein weltweites Netz von Vertretungen und Unter- bzw. Tarnorganisationen, sie sieht im Kommunismus die

Personifizierung Satans und versteht ihren Einsatz nicht nur religiös sondern auch politisch. Sie wäre also der ideale Partner der WACL, wäre da nicht der schlechte Ruf, den sie in den USA und Europa hat. Bis 1975, als Moon sich zurückgezogen hatte, weil die WACL ihm angeblich zu "faschistisch" war, war er offiziell dabei. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, daß der zweite Weltkongruß in Japan stattfand, dessen WACL-Sektion von Moon beherrscht wurde und auch heute noch trotz Moons Austritt aus der WACL weiterhin beherrscht wird. Da eine Taktik der Sekte darin besteht Tarnorganisationen zu gründen, in den USA soll es über 100 geben, ist es schwer direkte Verbindungen nachzuweisen. Trotzdem darf man behaupten, daß es Querverbindungen zwischen der CAUSA, dem politischen Arm der Sekte, und der WACL gibt. Man unterstützt dieselben Gruppen, Vertreter der Moon-Organisationen tauchen auf den Kongressen auf. In Luxemburg hat die "Zeitung vum letzeburger Vollek" dieses Jahr Takeshi Furuta, den Direktor für asiatische Angelegenheiten von CAUSA, ausgemacht. Pierre Faillant de Villemarest, der dieses Jahr als Redner aufgetreten ist, hat an einem von Bo Hi Pak, der Nummer 2 der Sekte, organisierten "fact finding tour" durch Asien teilgenommen und wird die dort gefunden Fakten sicher in sein Referat eingebracht haben. Außerdem hat er privilegierte Kontakte zur französischen CAUSA-Abteilung. Beide Informationen entnahmen wir dem Buch "L’empire Moon", in dem viele weitere Querverbindungen aufgedeckt werden.

WACL ist wichtig für die Sekte, wird in "Inside the League" behauptet, weil sie hierüber einen Zutritt zur US-Ultra-Rechten erhält, weil sie ihren Einfluß auf anti-kirchlich eingestellte lateinamerikanische Diktatoren festigen kann, weil sie für ihre eigene Waffenfabrik Tong-il-Company Kunden finden kann und weil sie ihre obskuren Geldtransaktionen über die weltweiten WACL-Beziehungen abwickeln kann.

New Look

Wir haben gesehen, daß die WACL eine schillernde Vereinigung von Organisationen und Persönlichkeiten ist, deren gemeinsamer Nenner der Feind "Weltkommunismus" ist und die alle überzeugt sind, daß die Übel dieser Welt, durch einen ideologisch-militärischen Kampf gegen den Kommunismus aus der Welt zu schaffen sind. Anfang der 80er Jahre hat es Bestrebungen gegeben, die Liga zu modernisieren. Sie sollte nicht länger der Ort des Lamentierens über verlorene Paradiese sein sondern eine handlungsorientierte Vorhut des wirklichen Kampfes gegen den Weltkommunismus. Gefragt waren nicht mehr die zornigen, alten Männer, die Vorlesungen über die "chinesische Kommunisten-Clique" oder das "russische Imperium" hielten, sondern die Guerillakämpfer, aus Afghanistan und Mozambique, die mit der Waffe aktiv gegen den Kommunismus kämpfen. Finanziert wurden nicht mehr Altherren-Abende und Hochglanzbroschüren sondern die Logistik der "Friedenskämpfer".

Der Träger dieser Modernisierungstrategie ist der pensionierte US-General Singlaub, der in Vietnam Leiter einer 10.000 köpfigen Spezialeinheit war, die auf Kommandoaktionen, Spionage und psychologische Kriegsführung spezialisiert war. Ein weiterer Verfechter dieser Richtung ist der belgische General Close. Es galt unbequeme Bündnispartner aus dem Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu nehmen und neue Kampfgenossen in allen gegen progressive Regime kämpfenden Guerillagruppen anzuziehen.

Auf dem Kongreß 1985 wurde untersucht wie man dem anti-kommunistischen Widerstand in Angola, Mozambique, Ethiopien, Laos, Kambodscha, Vietnam, Nicaragua und Afghanistan helfen könnte. Fünf dieser Länder waren mit Abgesandten vertreten und meldeten ihren Bedarf an. Und ihre Wunschlisten waren lang: 500 Boden-Luft Raketen, 500 Bazookas, 100 Jeeps mit Maschinengewehren, 5 Küstenschiffe usw wünschte man sich in Mozambique. Die Kambodschaner brauchen jeden Monat 10.000 Sack Reis für ihre Kämpfer. Außerdem möchten sie 15.000 Gewehre, Munition, Panzerfäuste, Sprengstoff, um Brücken zu sprengen, und vieles mehr. (Inside the League S.259, dort finden sich noch weitere Beispiele)

Luxemburg

Der Veranstaltungsort Luxemburg ist 1983 nicht zufällig gewählt worden. Bislang waren die Kongresse immer in Dritt-Welt-Ländern, die nicht besonders für ihre demokratische Einstellung bekannt waren. Nur einmal gab es 1975 den Versuch nach London zu gehen, mit dem Resultat, daß in jenem Jahr die Konferenz ganz ausfiel, und daß man noch heute darüber streitet, wer die entstandenen Kosten tragen soll (vgl. Close-Interview). Luxemburg als Austragungsort symbolisiert also 1983 den Schritt weg von den ost-asiatischen Kalten Kriegern und den lateinamerikanischen Diktatoren hin zu den Kreisen, die direkt mit den rechten Flügeln der großen konservativen Parteien in den traditionellen Demokratien in Verbindung stehen. Die WACL soll zum Bindeglied zwischen ultra-konservativen US-Gruppen und der "atlantistischen" europäischen

Rechten werden. Luxemburg ist, wegen seines sprichwörtlichen sozialen Friedens und seiner Kleinheit, eine gute Hintertür nach Europa, denn 1983 haftet der WACL noch mehr als heute der Geruch des Fachismus an. Mit großem Protest ist nicht zu rechnen und man hat dank der Luxemburger Vertrauensleute Gregoire und Hamilius auf offizielle Unterstützung gehofft. Doch man wurde enttäuscht: "Man hatte den luxemburgischen Premierminister gebeten die Eröffnungsrede zu halten, er lehnte ab. Der Außenminister und der Verteidigungsminister wurden gefragt, sie lehnten ab. Die Stadtverwaltung und das Fremdenverkehrsamt … ignorierten den Kongreß" und es kam doch zu Protesten. Luxemburg wurde aber auch wegen seiner Nähe zu Brüssel und dessen Nato-Hauptquartier gewählt, in dessen Gängen man etliche Freunde zählt. Wie es das Abspielen der belgischen und der luxemburgischen Nationalhymne am Anfang beweist, handelt es sich gewissermaßen um eine belgische Veranstaltung auf Luxemburger Boden. Europa war also noch nicht reif und man veranstaltete die nächsten

Kongresse in den USA. Jedoch nicht in Städten, die als liberal bekannt waren, sondern erst nach San Diego, dann nach Dallas, wo man besser aufgenommen wurde. Es galt weiter das Image aufzupolieren oder wie General Singlaub es 1984 formulierte: "Wir müssen die Desinformation, Subversion und Infiltration der Massenmedien bekämpfen. Wir müssen uns gegen diesen Terrorismus zusammenschließen, der genauso gefährlich, wie der ganz gewöhnliche Terrorismus ist". Luxemburg 1986 ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Das Chamäleon

Die vorherrschende Gruppe um Singlaub und Close hat ihr Ziel, die anti-kommunistischen Guerilla-Gruppen zu integrieren und von den US-Falken akzeptiert zu werden, erreicht. Sie hat es aber noch nicht geschafft die alten Strömungen auszuschalten und die WACL in Europa salonfähig zu machen. Auch diesmal ist es nicht gelungen einen europäischen oder luxemburgischen Spitzenpolitiker zur Teilnahme zu bewegen. Man mußte mit einem pensionierten Nato-General vorliebnehmen und der einzige Luxemburger Minister kam nicht zum Kongreß sondern, glaubt man der in der "Zeitung vum letzeburger Vollek" abgedruckten Teilnehmerliste, nur zum informellen Essen.

In ihrer Zusammenfassung vergleichen die Autoren von "Inside the League" die WACL mit einem Chamäleon, das seine Farbe, ja sogar seine Politik nach Bedarf ändern kann. Die Liga überwindet alle inneren Widersprüche im Namen des Anti-Kommunismus. Wenn einzelne Mitglieder zu unbequem werden, werden sie ausgestoßen. Aber wie bei der Eidechse, wächst der abgeschnittene Schwanz wieder nach. Im zitierten Buch gibt es jede Menge Beweise für diese These und man darf gespannt auf den Ausgang des Prozesses warten, den die Liga den Autoren angedroht hat.

ff

DIE TEILNEHMER AUS TAIWAN

REPUBLIC OF CHINA

Dr. Ku Cheng-kang, WACL Honorary Chairman

Ambassador Bernard T.K. Joci

Hon. Chung Yung-chi

Hon. Kuan Teh-shin

Dr. Chen Yih-young (Youth Delegate)

Advisors

General Tan Ying

Ambassador Joseph Yu-jui Ku

Ambassador Tien Pao-tai

Mr. Georges Chia-chi Cou

Dr. Chen Yea-hong

Staff

Tom Shih-hsin Tao

Tommy Wen-jer Lee

Press

Mr. Tang Ping-chun, Central News Agency

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code