Bibliotheken im Digitalisierungszeitalter
Interview mit Monique Kieffer, Direktorin der Nationalbibliothek
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Interview mit Monique Kieffer,
Direktorin der Nationalbibliothek
forum: Mitte September 2007 veranstaltete die Organisation internationale de la francophonie (OIF) das Kolloquium „Les bibliothèques francophones à l’heure numérique. Rencontre des bibliothèques nationales et patrimoniales des pays ayant le français en partage“ in der Bibliothèque royale de Belgique. Welche Neuerungen wurden dort beschlossen?
Monique Kieffer: Es wurde beschlossen, eine gemeinsame französischsprachige digitale Online-Bibliothek (bibliothèque numérique francophone) zu entwickeln. Die Initiative geht ursprünglich auf die Nationalbibliothek Frankreichs zurück. Im Frühjahr 2006 gründeten die Nationalbibliotheken Frankreichs, Belgiens, der Schweiz, Luxemburgs, Kanadas und Quebecs das „Réseau francophone des bibliothèques nationales numériques“. Die Vorgabe des Brüsseler Kolloquiums war, die Nationalbibliotheken aller Mitgliedstaaten der OIF zusammenzubringen und zu schauen, wie eine erweiterte Zusammenarbeit organisiert werden könnte. Beschlossen wurde, ein gemeinsames Internetportal aufzustellen, das französischsprachige digitale Inhalte der verschiedenen Bibliotheken integriert, um so dem französischsprachigen Schrifttum eine größere internationale Sichtbarkeit zu verleihen. Der Prototyp dieses Portals wird im August 2008 in Quebec vorgestellt anlässlich des jährlichen Kongresses der IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions). Im Herbst wird das Portal dann auf dem Gipfeltreffen der Staatschefs der Frankophonie, ebenfalls im Quebec, offiziell präsentiert.
Nun gibt es aber auch ein europäisches Projekt zur Einrichtung einer digitalen Bibliothek. Was wird denn der Unterschied sein zwischen der französischsprachigen digitalen Bibliothek und der europäischen digitalen Bibliothek?
M. K.: Es gibt zuerst einen Unterschied auf der Ebene der Mitgliedstaaten: Die europäische digitale Bibliothek wurde von der Europäischen Kom-
mission initiiert und wird digitalisiertes Kulturgut der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie anderer europäischer Staaten anbieten. Das eine ist also ein rein europäisches Projekt, das andere ist ein interkontinentales Projekt, weil zu den Mitgliedern der Organisation mondiale de la francophonie sowohl europäische Staaten als auch Kanada, Staaten aus Nord- und Zentralafrika, sowie Länder aus Asien (Ex-Indochina) gehören. Ein zweiter Unterschied liegt im Inhalt. Die bibliothèque numérique francophone wird sich in einem ersten Anlauf auf das Digitalisieren von Zeitungsbeständen aus den Jahren 1850-1950 konzentrieren. Das europäische Projekt geht weit darüber hinaus. Dessen Ziel ist es, das gesamte europäische Kulturerbe zu digitalisieren. Dazu gehören neben Druckwerken auch Bestände aus Archiven und Museen, sowie das audiovisuelle Erbe. Gemein ist beiden Projekten die Bestrebung, den Reichtum an Kulturen, die es in Europa und in der Welt gibt, ins Internet einfließen zu lassen.
Ein Mammutprojekt! Mit welchen Schwierigkeiten wird man da konfrontiert?
M. K.: Ich würde eher von Herausforderungen sprechen. Da gibt es zuerst die technologische Herausforderung. Mit der Massendigitalisierung und der unabkömmlichen Langzeitarchivierung betreten die Nationalbibliotheken Neuland, da es auf diesen Gebieten noch keine erprobten Standardlösungen gibt, sondern kontinuierlich Innovation gefordert ist.
Die Vielfalt der Sprachen in Europa ist auch nicht einfach zu meistern. Sie ist Ausdruck unserer kulturellen Vielfalt und unser Reichtum. Wenn es aber darum geht, Dokumente in den verschiedensten Sprachen zusammenzuführen und recherchierbar zu machen, dann ist das leichter gesagt als getan. Es ist technisch nicht einfach es so einzurichten, dass man z. B. mit einem Suchbegriff in einer Sprache, gleichzeitig Dokumente und
Wenn es aber darum geht, Dokumente in den verschiedensten Sprachen zusammenzuführen und recherchierbar zu machen, dann ist das leichter gesagt als getan.
© MrVain
Inhalte in einer Vielzahl anderer Sprachen finden kann.
Eine andere Herausforderung besteht darin, möglichst viel Wissen und Kulturerbe dem größtmöglichen Publikum gratis zugänglich zu machen, um den Auftrag der Bibliotheken in der Wissensgesellschaft zu gewährleisten, ohne dabei die Autorenrechte zu verletzen. Es geht auch darum, empfindliche, fragile oder seltene Dokumente zu digitalisieren, was aufwendiger ist als zeitgenössisches Schriftgut zu bearbeiten. Einerseits kann so das Original jedem zugänglich gemacht werden; andererseits wird es für die Nachwelt konserviert. Somit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich denke in erster Linie an Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert. Damals wurden Zeitungen generell auf Papier gedruckt, das von einer schlechten Qualität war und einen hohen Säureanteil hatte. Diese Säure macht das Papier spröde und zersetzt es im Endeffekt. Dies erklärt auch, warum alle Nationalbibliotheken als oberste Priorität die Digitalisierung ihrer Zeitungsbestände einstufen, weil dort die Gefahr der Zerstörung am größten ist. Auch wenn die Bedeutung von Zeitungen beim Publikum vielleicht unterschätzt wird, sind diese jedoch eine außergewöhnliche Informationsquelle für Historiker und alle Personen, die sich für die Vergangenheit interessieren.
2004 begann Google mit der Digitalisierung von Büchern und machte diese direkt über Internet zugänglich. Daraufhin wurde auch von der EU-Kommission die European Digital Library gestartet, um europäische Bücher zu digitalisieren. In welchem Stadium befindet sich dieses Projekt? Sind schon Bücher online?
M. K.: Ich möchte eingangs betonen, dass die Nationalbibliotheken schon viel im Vorfeld unternommen haben, bevor Google mit seiner Initiative anfing. Zwei Beispiele: zum einen beschäftigt sich Gallica, die digitale Online-Bibliothek der Bibliothèque nationale de France, schon seit vielen Jahren mit der Digitalisierung der historischen
Bestände der BnF, zum anderen sei an dieser Stelle das Portal ANNO (Austrian Newspapers Online) der österreichischen Nationalbibliothek erwähnt, das sich auf Zeitungen konzentriert. Auf europäischem Niveau gibt es schon seit einigen Jahren das Projekt The European Library (TEL) der europäischen Nationalbibliotheken für die Zusammenführung der Kataloge. Auch in diesem Rahmen wurde bereits an der Digitalisierung gearbeitet, vor der Google-Initiative oder der European Digital Library. TEL ist übrigens der Grundstein der europäischen digitalen Bibliothek. Diese wird von der zuständigen Luxemburger Kommissarin Viviane Reding zügig vorangetrieben.
Die zukünftige European Digital Library wird wahrscheinlich Europeana heißen. Ende November 2007 wurde die European Digital Library Foundation gegründet. Sie vereinigt Bibliotheken, Museen und Archive, die Europeana tragen und betreuen sollen. Der Katalog der Luxemburger Nationalbibliothek wird im Februar 2008, mit OAI-PMH Protokoll, in The European Library exportiert werden. Damit wird die Luxemburgensia bedeutend sichtbarer als dies bis dato der Fall ist. Im Januar 2008 wird auf der Tagung „One more step to the European Digital Library“ in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt die Vorstellung des Prototypen „Europeana“ erfolgen. Im November 2008 werden zwei Millionen digitalisierte Einheiten in Europeana eingespeist.
Welchen Problemen begegnet man bei einem solchen Projekt?
M. K.: Wichtig ist für sämtliche Partner der European Digital Library die zukunftsträchtigsten technologischen Lösungen ausfindig zu machen, neue gemeinsame Standards zu entwickeln und die Interoperabilität sowohl auf nationaler wie auch europäischer und internationaler Ebene zu gewährleisten.
Es gibt allgemein in Europa ein finanzielles Problem da die Digitalisierungsprojekte sehr aufwendig sind. Dieses Problem ist ausgeprägter in Luxemburg als in anderen vergleichbaren Ländern. In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass die Digitalisierung bloß eine Komponente der sogenannten digitalen Revolution ist. Es gibt noch andere vorrangige Aufgaben wie z. B. das Sammeln und Aufbewahren von Kulturgut, das ursprünglich bereits digital produziert wurde – die sogenannten „digital bore“ Medien. Man braucht für all diese Projekte hochqualifiziertes Personal und viel Geld. Die europäische Kommission möchte die Digitalisierung als solche nicht mitfinanzieren, sondern sich lediglich auf das Subventionieren von neuen Standards oder Technologien konzentrieren. Damit reicht es aber nicht. Die Lösung der Kommission lautet zu Recht Massendigitalisierung damit Europa mit Amerika und Asien mithalten kann, wozu aber viel Geld benötigt wird.
Sind die Digitalisierungsprojekte der Bibliotheken durch Google für die Öffentlichkeit sichtbarer geworden oder gerieten die Institutionen dadurch in Zugzwang?
M. K.: Ich finde, dass unsere Anstrengungen durch Google mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erhalten haben. So gesehen ist es ein positiver Effekt, denn unser Problem hierzulande aber auch in Europa ist, dass die Herausforderungen, mit denen die Bibliotheken konfrontiert werden, und das was sie in der Wissensgesellschaft leisten können und müssen, oft unterschätzt werden.
Wieso haben sich die Nationalbibliotheken nicht mit Google zusammengetan?
M. K.: Ich möchte im Vorfeld betonen, dass die Nationalbibliotheken nicht gegen Google eingestellt sind. Im Gegenteil. Die Luxemburger Nationalbibliothek wird in Zukunft Ihre Kataloge auf Google exportieren. Es ist aber so, dass Google eine kommerzielle Gesellschaft ist. Ihr geht es darum, möglichst schnell möglich viel Inhalt zur Verfügung stellen zu können. Die Nationalbibliotheken möchten dies natürlich ebenfalls, aber sie müssen auch ihre Mission der Konservierung und Langzeitarchivierung berücksichtigen. Das erklärt, warum alte Zeitungsbestände in allen Nationalbibliotheken Priorität haben. Dieses Projekt interessiert Google jedoch nicht, weil es teurer und aufwendiger ist und das Publikum weltweit kleiner.
Wir arbeiten daran, alles Digitalisierte mit Metadaten anzureichern. So erhalten wir ein Maximum an Informationen, die später immer wieder von einem Datenträger auf den nächsten übertragen werden können. Für uns ist es außerdem wichtig, dass diese Dokumente nicht nur in einer Suchmaschine (sprich Google) recherchierbar sind. Des Weiteren müssen die öffentlichen Institutionen auch in Zukunft die Kontrolle über das ihnen anvertraute Kulturerbe behalten und den freien Zugang zu Dokumenten langfristig gewährleisten. Alles über eine einzige Suchmaschine laufen zu lassen, ist gefährlich. Denn auch wenn Google im Moment eine eher freiheitliche Herangehensweise hat, könnte es geschehen, dass wenn z. B. deren Werbeeinnahmen sinken, der Zugang zu den Büchern kostenpflichtig wird. Dann müssen die Bibliotheken diese Kosten übernehmen, damit sie ihren Lesern weiterhin einen freien Zugang bieten können zu einem Erbe, das die öffentliche Hand über Jahrhunderte hinweg finanziert hat.
Wie steht es bei den digitalisierten Büchern eigentlich mit den Autorenrechten?
M. K.: Wenn wir in Europa von Digitalisierung reden, dann denken wir zurzeit vor allem an die Dokumente und Werke, die frei von Rechten sind. Wir können nur im Internet frei zugänglich machen, was aus dem öffentlichen Bereich
stammt oder wenn wir die Autorenrechte besitzen. Bei weiten Teilen des Kulturerbes ist es jedoch schwierig, die Anspruchsberechtigten ausfindig zu machen und die Dauer der Rechte mit Sicherheit festzustellen. Erst 70 Jahre nach dem Tod eines Autors fallen die Rechte in den öffentlichen Bereich. Bei Büchern aus dem 18. Jahrhundert gibt es keine Probleme. Die Wissensgesellschaft verlangt aber die Vermittlung von Informationen aus allen Epochen und nicht nur von Dokumenten, die nur noch einen geschichtlichen Wert haben. Der Schutz des geistigen Eigentums wurde durch die kürzlich verabschiedeten EU-Direktiven verschärft. So musste in Luxemburg der Verfall der Autorenrechte von 50 auf 70 Jahre erhöht werden. Man wollte die Schöpfer schützen, unterschätzte dabei jedoch den Bereich der Wissensvermittlung. Mittlerweile gab es einen Gesinnungswechsel in Brüssel und 2006 wurde eine Expertengruppe berufen, um zu verhindern, dass das 20. Jahrhundert ein schwarzes Loch im Internet sein wird. Es wird nun vorgeschlagen auf Vertragsbasis zwischen den betroffenen Partnern die Zugangsrechte neu, großzügiger, zu verhandeln.
Die Nationalbibliothek hat bereits Bücher und Zeitschriften digitalisiert und über Luxemburgensia-online zugänglich gemacht. Wieso geschieht dies im Bildmodus, sodass keine Recherche in den Dokumenten durchgeführt werden kann? Selbst in der Online-Bibliothek von forum ist eine Volltextsuche möglich.
M. K.: Es ist mit Sicherheit viel komplexer, historische Kulturbestände im größeren Umfang zu digitalisieren als zeitgenössische Publikationen. Wir haben uns in einer ersten Phase nur auf das Digitalisieren konzentriert, um Erfahrung in der Massendigitalisierung und deren Verwaltung zu sammeln. Die zweite Etappe wird anders aussehen. Wir werden im Frühjahr 2008 das große Projekt der Digitalisierung des Luxemburger Wortes von 1848 bis 1950 der Öffentlichkeit vorstellen. Über diese Bestände wird ein Texterkennungsprogramm laufen. Die Texte wurden außerdem mit inhaltlichen Metadaten angereichert. Dadurch wird nicht nur eine Volltextsuche möglich sein, sondern auch ein Sachregister zur Verfügung stehen. So kann man sich in dieser großen Informationsflut besser zurechtfinden. Es ist auch vorgesehen, die bereits digitalisierten Bestände auf Luxemburgensia-online nachträglich auf die gleiche Weise aufzubereiten.
Wie steht es in Luxemburg mit der Pflichtabgabe von digitalen Publikationen?
M. K.: Im Gesetz von 2004 zur Neuorganisation der Kulturinstitutionen wurde die Pflichtabgabe von digitalen Publikationen verankert. Das Kulturministerium arbeitet zurzeit an einem Projekt de règlement grand-ducal das die konkrete Ausführung der Pflichtabgabe regeln soll. Die Nationalbibliothek wird dann auch alles sammeln müs-
Ich finde, dass unsere Anstrengungen durch Google mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erhalten haben.
sen, was unter digitaler Form veröffentlicht wird. Dazu gehören zum Beispiel Newsletter oder Broschüren, die im Internet publiziert wurden, aber auch Webseiten, denn auch diese sind Bestandteil der kollektiven Erinnerung und für zukünftige Forscher von großer Bedeutung.
Die Konservierung von Internetdaten stelle ich mir schwierig vor. Wie werden sie da vorgehen? Die Akteure von luxemburgischen Internetseiten kontaktieren, damit sie die Inhalte speichern können …
M. K.: Es ist noch zu früh, um darüber eine Auskunft zu geben, da der Vorentwurf des Règlement grand-ducal noch nicht vorliegt. Im Ausland ist es tatsächlich der Fall, dass diese Inhalte elektronisch in den Bibliotheken abgegeben werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bibliothek automatisch befugt sei, diese Pflichtabgaben öffentlich zugänglich zu machen, das geht nur mit der Zustimmung des Rechteinhabers. Im Ausland wurde den Nationalbibliotheken vom Staat das Recht erteilt, gezielt die Informationen zu speichern, die sie als relevant erachten, aus dem einfachen Grund, da es technisch zurzeit sehr schwierig ist, alles zu speichern und zu verwalten.
Wie steht es eigentlich um die Pläne für den Neubau der Nationalbibliothek? Was kann unternommen werden, damit die Regierung die Dringlichkeit dieser Situation einsieht?
M. K.: Geplant ist, dass die Nationalbibliothek auf die Place de l’Europe auf dem Kirchberg, dort wo sich im Moment noch das Generalsekretariat des Europaparlamentes befindet, kommt. Da das Generalsekretariat nicht wie vorgesehen in eines der beiden neuen Hochhäuser auf dem Boulevard Kennedy umziehen konnte, wurde das Projekt vertagt. Aber es steht noch immer auf der Tagesordnung und wurde keineswegs fallen gelassen.
Es könnte also nicht passieren, dass das Projekt nach den Wahlen 2009 vom Tisch ist?
M. K.: Nein, das glaube ich nicht. Die Notwendigkeit einer neuen Nationalbibliothek wird nicht mehr bestritten.
Nun wird ja aber die Universität Luxemburg nach Esch-Belval kommen. Eine wichtige Zielgruppe der Nationalbibliothek sind die Studenten. Glauben Sie nicht, dass das Kirchberg-Projekt von den Ereignissen überholt worden ist?
M. K.: Ich bin überzeugt, dass dies nicht der Fall ist. Die Regierung hat ein Konzept für eine National- und Universitätsbibliothek vorgelegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese aus einem Gebäude bestehen muss, sondern soll eine Institution mit verschiedenen Standorten sein: Kirchberg, Esch-Belval und Luxemburg-Stadt, falls die Faculté de droit, d’économie et de finances nicht nach Esch umzieht. Nationalbibliothek und Universität benutzen schon heute gemeinsame elektronische Bibliothekssysteme, die von der Nationalbibliothek betrieben werden und die die digitalen Publikationen dezentral zugänglich machen.
Ein typisches Vorurteil hierzulande ist es zu glauben, Bibliotheken seien nur für Studenten, Schüler und Professoren da. Das hat damit zu tun, dass es bei uns leider keine solche Bibliothekentradition wie im Ausland gibt und die Rolle der Bibliotheken dadurch unterschätzt wird. Wissensgesellschaft bedeutet aber nicht nur Wissen für eine Elite, sondern alle Formen von Wissen sollen jedem zugänglich sein. Deshalb finde ich, dass die Nationalbibliothek, die einen breit gefächerten enzyklopädischen Bestand anbietet, in der Stadt Luxemburg bleiben muss. Etwas anderes entspräche nicht dem Bedürfnis unserer Zeit. Die jüngsten Pisa- und Pirls-Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass die Luxemburger nicht den richtigen Bezug zu Lesen und Büchern haben. Das ist nicht nur ein Problem bei Kindern, sondern auch bei ihren Eltern. Bibliotheken müssen modern und attraktiv gestaltet werden und sich dort befinden, wo die Menschen sind.
Luxemburg steht vor großen Herausforderungen. Wir sind erst am Anfang des digitalen Zeitalters. Wir müssen umdenken und unsere Gesellschaft auf ein Spitzenniveau heben. Um das zu erreichen, und gleichzeitig die unabwendbaren Kosten im Griff zu behalten, müssen wir über neue Organisationsmodelle nachdenken. Dazu gehören auch, wie im Ausland, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Bibliotheken.
Ich bedanke mich für das Gespräch.
(Das Interview fand am 18.12.2007 statt./LH)
www.bnl.lu / www.luxemburgensia.bnl.lu
www.gallica.bnf.fr / www.onb.ac.at
www.europeandigitallibrary.eu
La franc-maçonnerie féminine au Luxembourg
Après la parution de notre dossier sur la franc-maçonnerie, la réaction suivante est parvenue à la rédaction de forum :
Les femmes franc-maçonnes travaillant au Grand-Duché de Luxembourg ont lu avec grand intérêt les articles publiés dans votre numéro de décembre 2007 sur la franc-maçonnerie.
Elles ont pris connaissance que leur existence a été mentionnée par quelques lignes dans l’interview du Grand Maître du Grand Orient de Luxembourg, Raymond Van Cant (page 39).
Elles voudraient préciser qu’il existe au Luxembourg deux loges féminines rattachées à la Grande Loge féminine de France, dont l’une, créée en 1980, travaille en langue française, et l’autre, créée en novembre 2007, travaille en langue allemande. Ces deux loges sont uniquement féminines, mais les frères franc-maçons sont reçus en visiteurs.
Pour tout autre complément d’information, nous nous tenons à votre disposition au numéro de téléphone 22 03 82 ou à l’adresse e-mail wehmar@pt.lu.
Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.
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