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an Gesundheitsminister Emile Krieps

Herr Minister,

Am 14. November traten Sie vor die Abgeordneten und meinten in Ihrer Antwort auf eine Interpellation zum Drogenproblem, das Kollektiv Spackelter sei in Fragen der Drogentherapie inkompetent, weil sich unsere Organisation auch noch der Homosexuellenberatung widmet. Ob Ihre Bemerkung, die Sie in aller Öffentlichkeit vom Stapel ließen, auf Boshaftigkeit oder Unwissenheit zurückzuführen ist, das ist uns eigentlich egal. Auch wie Sie, Herr Minister, zur Homosexualität stehen, ist uns mehr oder weniger schnurz und piepe, daß Sie jedoch – wissentlich oder nicht – Gerüchte in die Welt zu setzen bereit sind, nur um dem Spackelter und dessen Bemühungen um die Bekämpfung der Drogensucht das Wasser abzugraben, das geht nun doch zu weit. Es zirkulieren ohnehin schon der falschen Meinungen und Vorurteile genug, so daß unnötig ist, solchem Quatsch auch noch einen ministeriellen Stempel aufzudrücken.

Nehmen wir einmal zu Ihren Gunsten an, Herr Minister, daß Ihr Lapsus vor dem Parlament auf einem Mißverständnis beruht. Nun, wenn dem so wäre, möchten wir uns erlauben, Sie über einiges aufzuklären. Wir, die Arbeitsgruppe Homosexualität im Kollektiv Spackelter, haben überhaupt nichts mit anderen, ebenfalls im Spackelter funktionierenden Gruppen zu tun. Beim Spackelter geht es in dieser Hinsicht ungefähr so zu wie beim Staat. Wie jeder Minister sein Ressort hat, beschäftigt sich im Spackelter jede Arbeitsgruppe mit dem was sie betrifft und angeht. In an-

deren Worten: Bei uns kehrt jeder vor seiner eigenen Tür. Jede Arbeitsgruppe trägt einen Namen und versucht diesen Namen gerecht zu werden. Wir machen Homosexuellenberatung, versuchen gegen die Diskriminierung der Homosexuellen vorzugehen (deshalb schreiben wir auch diesen Brief), eine andere AG macht Drogenberatung, kümmert sich um Drogenabhängige und hält nicht viel von Razzien. In weiteren Arbeitsgruppen geht es um Selbsthilfe, Selbsterfahrung, Yoga oder um die Organisation von Kochkursen und Massageseminaren. Das Spackelter plant auch an der Errichtung von Handwerksateliers und möchte Arbeitslose zur Selbsthilfe bringen. Sie müßten, Herr Minister, eigentlich über unsere Aktivitäten informiert sein, und auch die Struktur des Spackelter hätte Ihnen bekannt sein müssen.

Das Kollektiv Spackelter, und insbesondere unsere AG, setzt sich nicht aus Unmündigen Verrückten oder Triebstätern zusammen, wie böswillige Gerüchte das immer glauben machen wollen, Homosexuelle sind Bürger wie andere auch, und wir beanspruchen demzufolge Gleichberechtigung in allen Hinsichten. Wir wären Ihnen, Herr Minister, zu Dank verpflichtet, falls Sie unhaltbare Unterstellungen künftig für sich behalten würden. Wie Sie vielleicht wissen, ist die Diskriminierung sogenannte Minderheiten nicht nur verwerflich, sondern auch verboten.

Hochachtungsvoll
Die Arbeitsgruppe
Homosexualität im
Kollektiv Spackelter

Primärschulen – Leistungszwang – Streß

In dieser Reihenfolge erleben viele Kinder die ersten Primärschuljahre.

Die Begeisterung vom ersten Schultag in der "grossen Schule" klingt sichtlich ab. Wieso?

Weil wir Erwachsenen schon bei der ersten 2 zu grübeln anfangen. Es folgen nun Übungen, Übungen, Übungen, bis der Schüler vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht und so schnell aus seinem provozierten Tief nicht mehr heraus kommt. Was ist denn so schlimm an einer 2 oder auch noch einer 3. All diese Noten sind über der erforderten Mindestgrenze.

Eigentlich sollte man die Eltern dazu ermutigen die täglichen Übungen zu Hause auf ein Minimum zu reduzieren. 2 Seiten Diktat vor einer Prüfung sind eigentlich Blödsinn. Morgen schreibt der Schüler ganz genau dieselben Fehler wie am Vortag zu Hause. Wirklich, man sollte wenigstens 1 Trimester lang nicht pauben. Nach Trimesterschluß wird so mancher sich wandern oder, wenn auch nicht, kann er immer wieder die Paukerei aufnehmen. Wieso muß gepaubt werden, ohne auszuprobieren ob es nicht auch ohne geht.

Eigentlich sollte man die Lehrer auch in diesem Sinne ermutigen. Es geht bei einer Prüfung um das Wissen und nicht um Leichtsinnsfehler. Vielleicht stellt der Lehrer zur Prüfung Zusatzfragen. Wenn nun diese Zusatzfragen mit einem Bonus belegt sind (so P + Bonus), so kann der Schüler das verflixte Wort auch mal falsch schreiben, und doch wird sein allgemeines Wissen gewürdigt. Es könnte sogar sein, daß das verflixte Wort beim nächsten Mal, ohne Panik vor eben diesem Wort, richtig auf dem Blatt steht.

Wir schreien so sehr, wenn wir über Folter hören. Natürlich ist Pauken keine körperliche Folter (höchstens für die Hände) und doch leiden mehr Kinder darunter als wir uns selber zugeben wollen.

Fürs neue Schuljahr, laßt uns die Punkte über 30 zählen und unsere Kinder werden viel glücklichere Schüler sein.

Natürlich soll Hilfe gegeben werden wo Hilfe benötigt wird. Auch eine Benotung mit 1 ist ganz hoch anzurechnen. Und doch ist die 1 nicht die einzige Gesangende.

Freude an der Schule und an Büchern ist viel wichtiger als immer nur Einser.

Bredimus Josée
21, rue de Kockelscheuer
Bivange

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