Das Smith-Regim ist legitim

Zum Offenen Brief von Bischof Donald Lamont

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Otto von Habsburg zum Offenen Brief von Bischof Donal Lamont

In einem Offenen Brief, der in Publik-Forum (Nr. 18/77) veröffentlicht wurde, forderte der aus Rhodesien ausgewiesene Bischof Donal Lamont den konservativen Europapolitiker Otto von Habsburg in leidenschaftlicher Form auf, die in dem Informationsblatt der Paneuropa-Union gegen ihn erhobenen Verleumdungen Punkt für Punkt öffentlich zu widerrufen, sofern er — Otto von Habsburg — weit darauf lege, ein Ehrenmann zu sein. In der folgenden „Feststellung“ antwortet Otto von Habsburg dem Bischof.

In einer irischen Zeitung zuerst, und nunmehr in dem links-katholischen „Publik-Forum“, hat Bischof Donal Lamont von Umtali zu meinem Artikel „Doppelte Moral“ Stellung genommen.

Ich möchte nicht mit dem emotionellen, ja unbeherrschten Ton des Offenen Briefes polemisieren, sondern einfach sachlich einige Punkte festhalten:

Bischof Lamont verlangt positive Beweise seiner politischen Aktivität in der Zeit vor seiner Ausreise aus Rhodesien. Ich verweise auf seine zahlreichen Presse-Erklärungen und Interviews in den vergangenen Jahren, in denen er die Regierung seines Landes schärfstens angriff. Diese haben ihn erst international bekannt gemacht. Wenn das nicht systematische Opposition ist, weiß ich nicht, was eine solche sein sollte.

Bischof Lamont verweist auf Äußerungen aus dem Vatikan, einschließlich solchen vom Heiligen Vater. Hier handelt es sich, zuzegebener Maßen, um politische Meinungen. So sehr ein Katholik dem Heiligen Vater in Fragen der Lehre, der Disziplin und der Moral zu gehorchen hat, so sehr hat er das Recht, in politischen Fragen seinen eigenen Standpunkt zu vertreten, auch wenn dieser von demjenigen des Vatikans verschieden ist. Der Hl. Vater hatte nie die Gelegenheit, sich persönlich von der Lage in Rhodesien zu informieren. Er ist daher zwangsläufig auf Personen angewiesen, die nicht unbedingt als unfehlbar anzusehen sind.

Bischof Lamont beklagt sich über meine

Äußerung, die Mehrheit der Katholiken in Umtali seien mit seiner politischen Tätigkeit nicht einverstanden gewesen. Er wirft mir vor, dafür keine Beweise zu erbringen. Allerdings sagt er auch nicht, was ihn annehmen läßt, daß die Katholiken mit seiner Politik einverstanden seien. Ich war zumindest drei Mal in Umtali, und habe dort nur Katholiken getroffen, die betonten, sie seien über die Politik des Bischofs unglücklich. Diese Katholiken haben auch erklärt, daß diese Auffassung von allen ihren Bekannten geteilt wird. Das gilt genauso für Schwarze wie für Weiße. Zur Information des Bischofs: Ich war in Umtali das letzte Mal im April dieses Jahres.

Meine Bemerkung über die besondere Milde und rechtliche Orientierung der rhodesischen Justiz halte ich voll und ganz aufrecht. Wenn man die Äußerungen von Bischof Lamont liest und sich vor Augen hält, daß das Land im Kriegszustand ist, muß man den rechtlichen Sinn der rhodesischen Behörden nur bewundern. In fast jedem anderen Staat, ganz besonders aber in jedem schwarzafrikanischen Land, — von Volksdemokratien gar nicht zu sprechen, — hätte Bischof Lamont ganz was anderes erlebt.

Bischof Lamont fragt mich dann, ob ich gewisse Äußerungen gelesen habe oder nicht. Was die Berichte von Justitia et Pax betrifft, ist die Antwort ja. Allerdings gibt es darauf Entgegnungen von rhodesischer Seite, die von Bischof Lamont nicht zitiert werden, und die die angeblichen Tatsachen von Justitia et Pax weitgehend entkräften. Wenn man schon Schriften über die Situation zitiert, dürfte man auch die andere Seite nicht übersehen, wie z. B. die Studien von Professor Ortlieb aus Hamburg, der schließlich seit 40 Jahren ein anerkannter Afrikasachverständiger ist. Auch die Berichte deutscher Parlamentarier, die jüngst in Rhodesien waren, zeigen eine Lage auf, die recht anders ist als das, was Bischof Lamont behauptet.

Bezüglich meiner Feststellungen über den Zwischenfall von Chipinga und die Haltung von Bischof Lamont zu diesem Anlaß,

stehe ich voll zu dem, was ich geschrieben habe. Sollte Bischof Lamont für meine Äußerungen einen Zeugen wünschen, möchte ich ihn an seine Konversation mit dem Afrika-Korrespondenten der „Welt“, dem bekannten Afrika-Experten Dr. Germani, bzw. an seine Telefonkonversation mit Germani nach Chipinga erinnern.

Bischof Lamont scheint Opfer eines Mißverständnisses zu sein, wenn er mir vorwirft, ich hätte geschrieben er würde Mord dulden. Wahrscheinlich wurde ihm der Artikel in einer ungenauen Übersetzung vorgelegt. Das steht nämlich nicht drin. Ebenso habe ich nicht gesagt, er vernachlässige seine Herde, auch wenn ich das gedacht habe.

Bischof Lamont nennt meine Bemerkungen über ihn einen „leigen Angriff“. Ich möchte ihn fragen: Was braucht mehr Mut, mit den Wölfen zu heulen und das zu sagen, was heute fast alle Medien und internationalen Institutionen behaupten, oder aber diesen entgegenzutreten, im Dienste dessen, was man für die Wahrheit hält?

Bischof Lamont diskutiert die Frage der Legitimität der Rhodesischen Regierung. Wenn man weiß, daß diese nun schon über ein Jahrzehnt tatsächlich in Rhodesien anerkannt ist, und dort trotz der internationalen Blockade für einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung der Schwarzen wie der Weißen gesorgt hat, kann man wohl kaum an der Legitimität der Smith-Regierung zweifeln. Die Legitimität einer Regierung hängt nämlich von der inneren Situation und nicht von der äußeren Anerkennung ab.

Daß die Regierung heute nur einer Minderheit das Wahlrecht gibt, ist eine vollkommen andere Sache. Sollte man nämlich eine allgemeine Demokratie als Grundlage für internationale Anerkennung oder Mitgliedschaft in der UNO fordern, müßten neun Zehntel der afrikanischen Staaten und alle Volksdemokratien aus der Weltorganisation ausgeschlossen werden.

Ich stehe also voll zu dem, was ich gesagt habe. Ich werde auch weiterhin bezüglich Rhodesien das vertreten, was ich für richtig und wahr halte. (ins. Publik-Forum Nr. 24/77)

LOGIK VON KAISERLICHEN GNADEN

"Ich fordere Sie auf, dies öffentlich zu widerrufen, anderenfalls geben Sie der Welt kund, dass Sie weder Ehre noch Respekt vor der Wahrheit haben," hatte der von Habsburg verunglimpfte Bischof Donal Lamont in seinem offenen Brief geschrieben (cf. forum Nr. 18/77).

Nun, Herr Habsburg hat geantwortet, betont sachlich. Seine unbestechliche Sachlichkeit stellen wir schon in seiner ersten Entgegnung fest. Er hatte Bischof Lamont als

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