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"Das Harrisburgsche Syndrom hat die Bevölkerung erfasst. Obschon ja kein Mensch ernsthaften Schaden erlitten hat. Im Gegensatz beispielsweise zur Erdölproduktion, die regelmässig Opfer fordert. Unlängst kamen bei der Explosion eines französischen Tankers 42 Menschen ums Leben. Doch daran denkt schon niemand mehr. Stellen Sie sich hingegen vor, das wäre in Harrisburg passiert! Nicht auszudenken! Das wahre Risiko für die Zukunft sind deshalb nicht die Atomkraftwerke, sondern die Angst, die sie verbreiten. Es gilt also, das Vertrauen weiter Bevölkerungsschichten zu gewinnen, oder wiederzugewinnen." Ungefähr so klingen in manchen Zeitungen die Kommentare zum Beinahe-Holocaust in Pennsylvania.
Man muss schon arg mit Blindheit geschlagen sein, um so unbedarft über eine Kraft zu reden, die, wie sich wieder einmal in Harrisburg gezeigt hat, den geringsten menschlichen Fehler nicht verzeiht und, wenn sie auszubrechen droht, im Augenblick auch vom besten Expertenteam kaum in Schranken zu halten ist. Denn genau das hat Harrisburg in einem Ausmass gezeigt, das auch der fanatischste Atomgegner nie ausgemalt hätte: die totale Ratlosigkeit Dutzender von Superexperten, die tage-lang nicht wussten, was geschehen war und sich demnach völlig uneins waren, was zu unternahmen sei. Dass es nicht zum GAU kam, ist wohl eher dem Zufall zu verdanken… Sämtliche Stellen waren überfordert, von der Betreiberfirma über die staatliche Ueberwachungskommission (NCR) bis zum Gouverneur, der vor einem totalen Chaos gestanden hätte, wenn er in den ersten Tagen bis zu 900 000 Menschen hätte evakuieren müssen.
Weshalb ich das so ausführlich beschreibe? Weil in ein paar Jahren in Cattenom genau das gleiche passieren kann, auch wenn in Frankreich Raymond Barre -der von Atomenergie nicht mehr versteht als Sie und ich (Viansson-Ponté, Le Monde 4/4), – noch ehe die rückständigen Amerikaner überhaupt eine Ahnung hatten, was in ihrem Reaktor vorging- ins Land posaunte: "Il (=l’accident) est plus considérable par ses retombées psychologiques que par la réalité technique que nous pouvons observer. Sur cette réalité technique, je ne peux encore rien dire (sic!)… Si la centrale de Three-Mile-Island est du même type que les réacteurs qui sont construits en France, cette centrale présente des caractéristiques techniques très différentes et le scénario qui s’est déroulé aux États-Unis ne pourrait pas se présenter de la même façon en France. …Le gouvernement est-il décidé à remettre en question son programme Electronucléaire? Ma réponse sera: non (1)" Baufdeg! Man weiss noch nicht was technisch passiert ist, aber in Frankreich passiert es sowieso nicht. Impossible est français. Das ist bodenlose Arroganz und krimineller Zynismus. Gut, dass die französischen Experten ihre Reaktoren fest im Griff haben. Sie haben ja auch
viel, viel länger Zeit zum Reagieren: "Il faut par exemple 40 secondes pour assécher un générateur de ce type (=Harrisburg), contre près de 5 minutes par … les nôtres" (M. Coigné, chef du département sûreté nucléaire à l’institut de protection et de sûreté nucléaire (1)). "Selon des experts français du Commissariat à l’énergie atomique, il faudrait environ un quart d’heure avant que le circuit ne commence à monter sensiblement en température." (2) Ich habe leider nur 2 Expertenmeinungen gefunden …
Vor Harrisburg schätzten die Sicherheitsspezialisten, ein GAU könne vielleicht einmal in 10 Millionen Betriebsjahren vorkommen. Jetzt spricht man von Wahrscheinlichkeitsquoten von 1:10 oder 1:100, oder von jedem 4. Jahr. Und nichts garantiert, dass es jedesmal so glimpflich abläuft wie in Three-Mile-Island -wenn man von glimpflich reden kann: ein paar Arbeiter sind nämlich in Spezialbehandlung, und die Spätfolgen, wie Krebs und genetische Auswirkungen werden erst nach 10-30 Jahren feststellbar sein.
Die Auswirkungen eines tatsächlichen GAUS dagegen wären so apokalyptisch, dass die eingangs angesprochene Explosion eines Tankers oder etwa der Zusammenstoss zweier Jumbo-Jets mit über 300 Toten dagegen trotz ihrer katastrophalen Ausmasse wie bedauerliche Zwischenfälle wirken müssen. Das ist es ja eben: Die möglichen Folgen einer
FOLGEN EINES GAUS
"Bei diesem Super-Gau (grösster anzunehmender Unfall) würde, so das IRS, eine radioaktive Wolke auftreten. Noch in 20 Kilometern Entfernung würde jeder Bürger, im Bereich der Wolke von 410 rem Gamma- und 100 rem Betastrahlen getroffen – eine Strahlendosis von 500 rem gilt bereits als tödlich. Dazu käme noch eine Superdosis von 8400 rem durch radioaktives Jod, das sich in der Schilddrüse ablagert…"
"Danach würden, ebenfalls auf 20 Kilometern Entfernung gerechnet, allein an Gammastrahlen 150 Millionen "man rem" anfallen. Das reicht aus, um 150 Millionen Menschen mit je ein rem, 1,5 Millionen mit je 100 oder 300 000 mit den tödlichen 500 rem zu bestrahlen. Dazu käme noch die Bestrahlung und die wiederum erheblich höhere Belastung durch radioaktives Jod. Ueber die Zeitdauer der Strahlenwirkung machen die Wissenschaftler zwar keine Angaben, aber auch so wird klar, dass in dieser 20-Kilometer-Zone eine Million Menschen sterben können, wenn sie nur dicht genug besiedelt ist." (aus "Stern", 10.4)
nuklearen Katastrophe sind so schaurig, dass man sich einfach keinen Irrtum leisten kann. Und genau das scheint unmöglich. Man kann die schon fast makabre Prognose stellen, dass nichts sicherer ist als das Eintreffen des nächsten Reaktorunglücks. Die Wahrscheinlichkeit wird dabei nicht durch die Zuverlässigkeit der Maschinen bestimmt, sondern durch die Unzuverlässigkeit der Menschen, die sie bedienen (3). Und auch die französischen Experten können eine Reihe von fatalen Dummheiten begehen – in 5 oder 15 Minuten. Hinzu kommen krasse Unsicherheitsfaktoren, etwa die Tatsache, dass die Ummandelungen der Brennstäbe und die Kühlleitungen durch den ständigen Neutronenbeschuss spröde werden und Radioaktivität austreten lassen. Das ist bis heute nicht anders zu verhindern, als dass man an den schadhaften Stellen immer neue "Verbände" anlegt. Dabei kam es schon mehrere Male zum Austritt von radioaktiven Dampfwolken. Pannen, die immer wieder vorkommen werden …
Eine Sicherheit bringt uns der Bau eines Atomreaktors in unserer Nähe jedenfalls: die unserer Ueberwachung. Robert Jungk beschrieb es ausführlich in seiner kürzlichen Konferenz in Luxemburg (vgl. auch Zitat S. ): Alle Menschen, die irgend etwas mit dem Bau oder dem Betreiben einer Atomzentrale zu tun haben, ob das Arbeiter sind, Transporteure, Zulieferer oder Gärtner, alle, die in der näheren Umgebung leben, die Bevölkerung der ganzen Region, werden erfasst und mehr oder weniger überwacht. Man muss für den Ernstfall (lies: Sabotage, atomare Erpressung) wissen, wo man Verdächtige sucht. Das sind keine Hirngespinste, darüber gibt es, z.B. in Amerika, offizielle Dokumente, die u.a. im voraus schon etwaige Ausschreitungen und sogar Folterungen seitens der Untersuchungsbeamten entschuldigen, -angesichts des höheren Interesses von Millionen Menschenleben, die auf dem Spiel stehen können. Der Ausspruch des Generaldirektors der Framatome, M. Léni ist deshalb logisch: "Il est essentiel que les centrales nucléaires soient de grande taille et exploitées de façon quasi militaire"(4). Abgesehen davon, dass eine 100% Absicherung auch auf diesem Gebiet nicht zu erreichen ist – auf solche Sicherheit möchte ich doch lieber verzichten. (Die Tatsache, dass die geplanten Reaktoren von Cattenom jenseits unserer Landesgrenze liegen, ist in diesem Zusammenhang eher ein zusätzlicher Grund zur Beunruhigung!)
Ueber die ganze Problematik der polizeilichen Ueberwachung und ihrer gesellschaftlichen Folgen hat sich bis jetzt noch kein offizieller Befürworter der Atomindustrie in unsern Gegenden ausgelassen. Dabei befinden sich die heftigsten Protagonisten gerade in liberalen Reihen. Unwissen, krimineller Leichtsinn oder …?
Allensbach-Umfrage nach Harrisburg ("Zeit" 13. April)
- 50% der befragten Bundesdeutschen sind für eine Volksbefragung
- 51% wollen keine weiteren AKWs, 24% davon sind für die Stillegung der bestehenden AKWs
- 50% finden die Politiker in dieser Frage "Überfordert"
- 52% meinen, die Sicherheit deutscher AKWs sei nicht ausreichend
- 60% wären bereit, ihren persönlichen Lebensstil zu ändern (Stromeinsparung)
- 42% sind für gesetzliche Massnahmen zur Energiesparung
In Cattenom sind, wenn es vollständig gebaut wird, 4200 MW vorgesehen, 3,5mal soviel wie Remerschen produzieren sollte. Gebaut werden sollen Druckwasserreaktoren, ähnlich dem in Harrisburg oder Fessenheim. Reaktoren derselben Bauart liegen z.Z. in den USA still – wegen Sicherheitsmängeln. Es wurde schon genug darüber geschrieben, dass bei einem grösseren Unfall in Cattenom rund 230 000 Menschen evakuiert werden müssten; darunter fallen das gesamte luxemburgische Minettebecken und die Stadt Luxemburg – und das vielleicht für Monate und länger … Versuchen Sie sich einmal auszumalen, wer das wie in Luxemburg organisieren würde und was die direkten Folgen für die Umgesiedelten und die weiteren Folgen für Landwirtschaft, Weinbau und Industrie sein würden. (Oder versuchen Sie sich auch nur vorzustellen, in Remerschen wäre geschehen, was in Harrisburg geschehen ist. Konsequenz: niemand würde mehr auf Jahre hinaus unsern Wein abkaufen, der Luxemburger Staat hätte eine 25-Milliarden-Schuld und müsste eine Reaktor-Ruine verwalten!)
Der Leiter des "Service central de sûreté des installations nucléaires", Christian de Torquat, schrieb schon am 5.2.1978 der EDF: "J’ai l’honneur de vous faire savoir que le site de Cattenom présente, notamment du point de vue de la répartition de la population, des caractéristiques nettement défavorables que la plupart des sites, précédemment utilisés pour l’implantation de tranches nucléaires. Cette constatation m’a amené, dès le 29 octobre 1975, à appeler l’attention du ministre sur les réserves de mon service sur le choix de ce site." (5) Aber in Frankreich wurde bis jetzt jede öffentliche Diskussion über die Atomindustrie abgeblockt, es gab keine Debatte im Parlament, Informationen etwa über die Art der Atommüllbeseitigung gibt es, im Gegensatz zur BRD, nicht, eine ernsthafte von den Betreibern unabhängige Ueberwachung der Zentralen schon gar nicht (6). Man lässt sich durch nichts von dem energischen Ausbau der Atomindustrie abhalten. "L’Express" nennt das "l’inflexibilité dans le mystère."
Es ist klar, dass wir uns gegen Cattenom entschlossen zur Wehr setzen müssen. Der Widerstand der Bürgerinitiativen, so aktiv und wirksam er auch sein möge, genügt dazu jedoch kaum. Wie sich die Luxemburger Parteien verhalten werden, ist relativ unklar, auch weil noch immer nicht alle Wahlprogramme vorliegen (14.5!). Klar gegen den Bau
Nous regrettons de devoir constater que le projet Cattenom est l’expression d’un égoïsme national inqualifiable. La chose est d’autant plus grave que d’autres centrales françaises sont délibérément placées sous le nez de pays voisins: Gravelines et Chooz entravent des intérêts belges, et Fessenheim s’élève sur le Rhin, face à l’Allemagne. (A. Sold t 7/4/1979)
von Cattenom ausgesprochen haben sich vor allem die LSAP, LCR und Wiert lech. SdP, CSV und KP haben sich zwar gegen ein KKW in Luxemburg in diesem Augenblick entschieden (wobei in letzter Zeit von CSV-Seite widersprüchliche Aussagen gemacht wurden), die SdP ist für ‚internationale Einspruchsmöglichkeiten‘ über KKW’s in Grenzgebieten, aber der konkrete Widerstand dieser Parteien gegen Cattenom ist ziemlich lau. Klar ist allenfalls die Haltung der DP. So klar, dass ein Wähler, der das ganze Ausmass des Atomproblems erkannt hat, der DP jedenfalls keine Stimme geben kann! Hier gehört dann auch gleich die Haltung der Regierung hinein, in der die DP-Minister Thorn und Barthel in Sachen Atom tonangebend sind. Der CNAM sprach auf seiner letzten Pressekonferenz von den ‚grotesken und unverantwortlichen Kapriolen‘ des Herrn Thorn. In der Tat gab es seinerseits seit seinem kessen Spruch über Cattenom von 1975 (‚Notre population réagira et je serai avec elle‘) eine Reihe von buntschillernden Reaktionen in jeder Richtung, er leistete schon, ohne dass die Haltung der Regierung zu Cattenom klar sei, verschiedene Unter-
schriften zu Abkommen mit Frankreich, so dass er als Widerpart der französischen Regierung bei den zu erwartenden Diskussionen wohl kaum mehr ernstzunehmen ist.
Einer der hervorragendsten Experten des Energieministeriums schreibt in einem Leserbrief an das LW am 24.2.79: ‚Der Fall Fessenheim beweist sehr deutlich, dass Frankreich nicht auf ein Nachbarland angewiesen ist, um entscheiden zu können, ob es auf seinem Hoheitsgebiet ein Kernkraftwerk errichtet oder nicht. […] Luxemburg musste inzwischen einfach zur Kenntnis nehmen, dass Frankreich beschlossen hat, ein KKW in Cattenom zu errichten.‘ Na denn, wir sind ja wohlverteidigt! Gott sei Dank gibt es andere Initiativen: Remerschen, Bettemburg, Trier, Saarburg, 15 französische Gemeinden, die BIM und verschiedene Umweltschutzorganisationen haben beim französischen Staatsrat Einspruch eingelegt, die Gemeinde Remerschen wird vor dem Europäischen Gerichtshof in den Haag klagte führen, für Pfingstsonntag und Pfingstmontag sind in Remerschen und Thionville Demonstrationen angekündigt. Es ist unbedingt notwendig, dass bei diesen Manifestationen nicht nur Militanten der Umwelt- und Anti-Atomorganisationen teilnehmen, es muss den offiziellen Stellen Luxemburgs und Frankreichs bei dieser Gelegenheit klargemacht werden, dass der Grossteil der Regionalbevölkerung das Atommonster Cattenom nicht will! Verpassen Sie nicht das genaue Programm der Aktionstage in den Tageszeitungen!
Wir können mit der Atomindustrie nichts gewinnen:
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Weder mehr Lebensqualität, dazu gibt es ungleich wertvollere Alternativen, auf die wir auf Grund eines Artikels von Michel Bosquet in der nächsten Nummer zurückkommen werden.
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Auch nicht mehr Arbeitsplätze, wie das Beispiel Tihange zeigt. Dazu ein Ausschnitt eines Erfahrungsberichtes aus La Croix (14.4):
Il a fallu beaucoup de temps, pour que le problème nucléaire aierte l’opinion publique. Au début, tout le monde était pour Tihange 1. Tout le monde se réjouissait. Le centrele allait attirer des entreprises, les gens s’improvisaient hôtelière, pour loger les ouvriers. Puis, on s’aperçut qu’on s’était l’envie. A part le travail donné à quelques petites entreprises (chaudronneries, charpenteries), durant un ou deux ans, la centrale exigeait une main-d’œuvre qualifiée qui ne se trouvait pas sur place. Le nombre d’entreprises désa-
factées (tonderies, papeteries), s’accroissait. Des zones industrielles restaient vides. Le nombre des chômeurs ne cessait d’augmenter (3.494 en février 1979). Et des études montraient que l’argent engouffré dans le nucléaire n’était plus disponible pour d’autres investissements, et que la formule même supprimait à l’avenir encore des emplois. On se rendit compte qu’après Tihange 1, il y avait Tihange 2, puis 3, et que cela « n’apporterait que risques à la population environnante »
- Dezentralisierte Energie (selbst)versorgung rationnellere Energieherstellung und -ausnutzung schaffen mehr und dauerhaftere Arbeitsplätze. Dazu nächstes Mal mehr.
- Atomstrom wird nicht billiger, nach Harrisburg bestimmt nicht. Die teure Sicherheit wird u.a. dazu beitragen, dass Atomstrom 1986 doppelt so teuer sein wird wie Kohlenstrom! Deshalb wenden sich internationale Financiers immer mehr von der Atomindustrie ab.
Bei dem alles entscheidenden Einsatz, um den es geht, müsste jedenfalls eines klar sein: die totale Aufklärung und die souveräne Entscheidung der Bevölkerung sind unabdingbare Voraussetzung für den Bau irgend eines Atomreaktors. Dazu zwei Stimmen:
"Denn wenn es wahr sein sollte, dass ohne Nuklearenergie kein weiteres Wachstum unseres materiellen Wohlstands möglich ist, dann müsste der Bevölkerung jetzt keiner Wein eingeschenkt und die Wahrheit über die Folgen, die nachteiligen, aber auch die heilsamen Folgen eines begrenzten und selektiven Wachstums gesagt werden, vor allem jenen, die in den mittleren und oberen Einkommenslagen an die Unerschütterlichkeit des Wohlfahrtsstaats und der masslosen Konsumwirtschaft glauben". (Roger Krieps, d’Lëtzeburger Land, 6.4.1979)
Mais, cette fois, c’est trop grave. Je ne veux pas seulement être informée, comme me le propose enfin Raymond Barre, je ne veux pas seulement savoir. Je veux aussi pouvoir choisir. Choisir de vivre avec l’atome, comme les Américains qui ont continué à boire leur lait devant un réacteur dévasté. Ou choisir de le refuser, comme les Suédois le feront peut-être demain. Après tout, il s’agit de savoir si mes enfants et mes petits-enfants auront toujours la peau rose, les jambes bien droites, le sang bien vif. Ce n’est ni à Giscard d’Estaing, ni à Raymond Barre, ni à André Giraud, seuls et dans le secret, d’en décider. (Josette Alis, Le Nouvel Observateur, 9/4/79) csst
(1) La Croix, 3/4/1979
(2) Le Monde, 3/4/1979
(3) cf. Pierre Viansson-Ponté: L’erreur humaine, in: Le Monde, 4/4/1979
(4) Le Monde, 6-7/5/1979
(5) Le Canard Enchaîné, 4/4/1979
(6) "En France, ceux qui fabriquent et ceux qui contrôlent les centrales nucléaires sont les mêmes. Ce qui est la négation de l’idée même de contrôle." (L’Express, avril 1979)
Der "Mouvement écologique" hat einen "Aufruf an besorgte Bürger" verfasst, mit dem er Unterschriften sammelt um den Bau der Atomkraftwerke in Remerschen und vor allem in Cattenom zu verhindern. Wir hoffen, dass unsere Leser diese Petition in der Tagespresse (LW 7/4; t 10/4) gelesen und unterschrieben haben. Weitere Unterschriftenlisten kann man bei der "forum"-Redaktion anfordern.
Seltsame Rentabilität
Von einem erstaunlichen Vorgang ist zu hören: die großen Elektrizitätswerke zögern, Kohlekraftwerke zu errichten, obwohl Genehmigungen z.B. im Aachener und Ibbenbürener Steinkohlerevier vorliegen.
Angesichts der gegenwärtigen Diskussion um die Ausweitung der Kapazität der Kernkraftwerke, ist es geradezu absurd, zu erfahren, worauf sich das Zögern der E-Werke stützt. So wird der Bau von Kohlekraftwerken deshalb abgelehnt, weil in den kommenden fünf Jahren mit einer „Stromhalde“ gerechnet wird, so daß sich die Investitionen vorerst nicht rentierten. Anders sei es bei Kernkraftwerken. Denn hier könne man im Gegensatz zu den Kohle-
kraftwerken davon ausgehen, daß die Ausgaben für die indirekten Kosten, wie Zwischenlagerung, Endlagerung und Wiederaufbereitung des Kernbrennstoffes von der „öffentlichen Hand“ (!) übernommen werden.
Hier ist die Frage zu stellen, ob es unter diesen Umständen sinnvoll ist, den „halben“ Strompreis bei Kernkraftnutzung einfach den Steuerzahlern anzulasten. Mit Recht hat die Staatskanzlei in Düsseldorf darauf hingewiesen, daß der Strom aus Kernkraftwerken letztlich teurer sei als der Strom aus Kohlekraftwerken. Denn nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten müßten auch die Investitionsausgaben für Zwischenlagerung, Endlagerung und Wiederaufbereitung des Kernbrennstoffes auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Dann aber, so sollte man unterstreichen, wird die seltsame Rentabilitätsberechnung der E-Werke über den Haufen geworfen.
Konrad Reder
in: R.F. Nr. 7 / 6.4.1979
Die Befürworter (der Atomindustrie) können eigentlich nur versuchen, technisch überzeugend zu sein, sie sind ganz schwach, wenn es darum geht, welche gesellschaftlichen und politischen Folgen sich aus der Einführung der Atomkraft ergeben würden. Sie wissen, z.B. nicht und stellen nicht in Rechnung, dass wir in Zeiten von sozialen Erdbeben leben, von politischen Erdbeben – wir haben es gerade im Iran erlebt, wir werden es in andern Ländern erleben in denen eine solch gefährliche Industrie durch soziale Erschütterungen oder durch Bürgerkrieg gefährdet wird – wo die Leute einfach nicht mehr in den Werken bleiben, sondern aus Angst vor Auseinandersetzungen davonrennen und die Anlagen allein lassen, so dass diese sich dann negativ entwickeln, also "wild" werden würden.
Die Möglichkeit, dass Terroristen ihre Ziele nicht nur mit konventionellen Bomben, wie wir es dieser Tage überall erleben, durchsetzen, sondern mit primitiven Atombomben, ist leider Gottes etwas, was man heute annehmen muss. Und in den letzten Jahren haben bereits alle diejenigen Länder, die bereits Atomkraftwerke haben, ihre Sicherheit in ungeahntem Masse gesteigert. Das bedeutet, dass nicht nur die in der Atomindustrie Arbeitenden, sondern auch die Menschen, die in der Umgebung leben, überwacht werden müssen, dass man wissen muss, welche Sympathien sie haben, was sie denken … das führt zu einem totalitären Staat, und den nenne ich den Atomstaat.
(Robert Jungk
Hei elei, kuck elei, 6.5.1979)
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Comme toutes les années le CENTRE ALBERT-LE-GRAND de la communauté dominicaine du couvent Le Corbusier à Eveux-sur-L’Arbresle, à 20 km de Lyon, entretemps bien connu de chrétiens luxembourgeois, organise cet été plusieurs sessions de médiation, de réflexion, d’information, d’approfondissement de la foi:
11-16 juin 1979: Bien vieillir en ce temps-ci
10-15 juillet : Femmes et hommes dans l’Eglise: vers de nouveaux ministères
23-28 juillet : L’aventure de chacun: chemin de sa propre foi
5-10 août : Ouvrir l’apocalypse
13-18 août : Met-on du vin nouveau dans de vieilles outres?
25-30 août : La psychologie nous veut-elle toujours du bien?
3- 9 septembre: Dieu et l’homme pour quoi faire?
Le CENTRE SAINT-DOMINIQUE organise cet été les sessions et stages suivants:
10-17 juillet 1979 : Les Chrétiens et l’Islam
19-26 juillet : L’Evangile de Jean
5-11 août : Evangiles et traditions juives
15-21 août : Un temps pour vivre
25 août – 1 sept. : Lutter pour les droits de l’homme et proclamer la résurrection
3- 8 juillet : Communication dans les groupes. Pratique et analyse
3- 8 juillet : L’audiovisuel et son langage
28 juillet – 3 août: Prendre nos responsabilités dans la liturgie
Mentionnons encore que les enfants sont toujours les bienvenus et seront pris en charge par des animateurs pendant les sessions auxquelles participent leurs parents. Les activités de chaque session commencent le premier jour à 19 heures et se terminent le dernier jour à 14h. Les prix sont adaptés au revenu familial et au nombre des enfants.
De plus amples renseignements et des bulletins d’inscription sont à demander respectivement au Centre Albert-Le-Grand, B.p. 105 ou au Centre Saint-Dominique, B.p. 110, à F-69210-L’Arbresle.
Le MOUVEMENT CHRÉTIEN POUR LA PAIX (MCP) organise
du 29 juillet au 15 août 1979 un chantier-séminaire à Ivrea près de Turin (Italie) traitant des énergies douces – épargne d’énergies – recyclage des produits usés (gratuit, sauf excursions: 25 000 lires)
du 24 au 30 août 1979 un séminaire à Cologne (RFA) au sujet de "Désarmer pour que nos enfants survivent" (prix: 140,-DM)
Les deux séminaires sont à participation internationale. Pour tous renseignements supplémentaires s’adresser à la rédaction de "forum" (Tél. 42 669).
L’UNIVERSITÉ DE LA PAIX (35, rue du Marché, B-5200-Huy) organise du 16 au 28 juillet un séminaire sur le thème: Décoloniser l’information et les moyens de communications, avec la participation de nombreux spécialistes de renom international (prix: 8500,-fb, dont 1500,- à l’inscription)
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