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selten behandeln wir in dieser Zeitschrift naturwissenschaftliche Themen. Liegt es an der Sperrigkeit der Inhalte oder an den schlechten Erinnerungen aus der Schulzeit – die Naturwissenschaften fristen nicht nur bei uns, sondern in der Presse allgemein ein Mauerblümchendasein. Das steht in krassem Widerspruch zu ihrem ansonsten beachtlichen Einfluss auf unsere Lebenswelt und unsere Wirtschaftsentwicklung. Forschung und Innovation sind eine Welt für sich, ein wenig abgehoben von den wahren Sorgen wie Index, Arbeitslosigkeit und Milchpreise. Vielleicht will man es auch gar nicht so genau wissen, wie die Dinge in ihrem Innersten zusammenhängen, und wiegt sich in der absurden Hoffnung, dass da draußen Leute sind, die sich verantwortungsvoll um all das kümmern, was heute unbekannt ist, morgen neu und übermorgen selbstverständlich.

Wir haben in dieser Ausgabe eine Reihe Beiträge zur Entwicklung der Biomedizin in Luxemburg zusammengetragen, da dieser Forschungszweig mittelfristig eine wirtschaftliche Bedeutung für Luxemburg erlangen soll. Dort wo es gerade nicht um Visionen geht, zeigen die Texte, wie schwierig es ist, über Naturwissenschaften zu schreiben. Wir danken allen Autoren, dass sie auf unsere Anfragen eingegangen sind und insbesondere Patrizia Luchetta, deren Beitrag wir Ihnen in jedem Fall empfehlen möchten, selbst wenn Sie auch in Zukunft um die Naturwissenschaften einen Bogen machen wollen …

Ansonsten erreichte uns ein spannender Beitrag von Max Conzemius, Politologe aus Luxemburg, der zurzeit von Berlin aus über die europäischen Institutionen nachdenkt. In seinem Text untersucht er, wie im Falle eines Inkrafttretens des Vertrages von Lissabon das Amt eines ständigen Präsidenten des Europäischen Rates auszugestalten wäre. Seine Analyse macht neugierig auf die Zukunft: Da der Text ein hohes Maß an Mehrdeutigkeit erkennen lasse, könnte ein ehrgeiziger Amtsinhaber versucht sein, die ihm im Vertrag von Lissabon zugeschriebenen Kompetenzen zu nutzen, um sich als Präsident der Europäischen Union insgesamt (und nicht nur des Europäischen Rates) zu profilieren.

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