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In "forum" Nr. 143 hatte Robert Garcia die Zukunft von Radio ARA in nicht gerade rosigen Worten geschildert. Das Radio braucht rund 4 Millionen jährlich, um über die Runden zu kommen. Die Hälfte davon sollte durch Werbung, die andere Hälfte durch monatliche Spenden von Zuhörern aufgebracht werden. Erfreulicherweise haben auch zahlreiche "forum"-Leser diesen Appell verstanden und ein "ordre permanent" zugunsten der Stiftung Oeko-Fonds (CCP 73 418-86 mit dem Vermerk "für Radio ARA") eingerichtet, so daß sie die Spende sogar von ihrem besteuerbaren Einkommen abziehen können.

Das Resultat ist letzten Informationen zufolge recht vielversprechend. Etwa 130 000 Franken monatlich sind durch Spenden gesichert. Wenn jetzt also auch noch jene einen Dauerauftrag zugunsten Radio ARA erteilen, die bislang gezögert haben, weil sie dem Projekt eh keine Lebenschance einräumten, ist der erste Teil des Finanzierungsvorhabens gedeckt. Aber auch am Horizont des zweiten Teils ist ein Lichtblick zu sehen: Mittlerweile sind Werbungsaufträge und Sponsoring-Verträge für rund eine Million eingegangen. Hier fehlt also im Gegensatz zu manchem anderen Regionalsender, auch nicht mehr alles. Die "forum"-Redaktion hat beschlossen, ab Herbst das Sponsoring der sonntäglichen Sendung am runden Tisch (10-11.30 h) zu übernehmen, die voll und ganz ihrem eigenen Presseverständnis entspricht: Hier kamen schon die unterschiedlichsten Meinungssträger miteinander ins Gespräch, ein Ziel, das das ach so neutrale Radio UKW92,5 noch nicht einmal anzustreben sich je angestrengt hat.

Daß Radio ARA zunehmend ernst genommen wird, zeigt auch die Bitte des

Unterrichtsministeriums, am Sonntag, dem 13. Juni 1993, den runden Tisch durch eine Diskussionssendung über den technischen Unterricht zu ersetzen! Dasselbe Ministerium gab auch einen Werbespot über "deen anere Lycée" in Autrag, der täglich während der Jugendsendung "Graffiti", an der zahlreiche Schulen beteiligt sind, gesendet wird.

m.p.

"forum"-Planung 1993-94

Da es noch zu früh ist, den Inhalt der "forum"-Nummer 146 anzukündigen, die Ende September erscheinen wird, sei hier eine Vorschau auf die "forum"-Dossiers geliefert, die von der Redaktion für das Arbeitsjahr 1993-94 zurückbehalten wurden:

Der Luxemburger Staat III

Der "stage pédagogique"

Der Islam

Eugenik und Euthanasie

"Alternative banking"

Die Verschuldung der privaten Haushalte Alternative Schulmodelle
Legislativ- und Europawahlen 1994.

Die genaue Reihenfolge steht noch nicht fest. Unsere Leser sind wie stets eingeladen, an sie interessierenden Dossiers mitzuarbeiten; sie brauchen sich nur bei der Redaktion zu melden (Tel. 22 22 12), um zur betreffenden Vorbereitungsversammlung eingeladen zu werden.

Im übrigen sind wir dabei, für die Nummer 150 etwas Besonderes auszuhecken. Halten Sie sich schon mal einen Samstagabend im Februar-März 1994 frei!

Zuvor wird "forum" aber noch am 17.-19. September 1993 mit einem Stand auf der Öko-Foire vertreten sein: Der einzige, kommerziell bedingte Zwang, dem "forum" unterliegt! Dazu benötigen die vier Frauen und Männer aus der Redaktion aber unbedingt Hilfe von freiwilligen Mitarbeitern. Man darf sich schon gleich heute bei der Redaktion (Tel. 22 22 12) melden. Mit bezahlten studentischen Hilfskräften allein wird es dabei nämlich nicht getan sein.

Serguej, in: Le Monde

ligen Mitarbeitern. Man darf sich schon gleich heute bei der Redaktion (Tel. 22 22 12) melden. Mit bezahlten studentischen Hilfskräften allein wird es dabei nämlich nicht getan sein.

m.p.

Eng Summervakanz

fir d’Flüchtlingskanner
vum Houwald

Einnert diesem Stechwuert gouf dieser Deeg eng Aktioun lancéiert fir de Flüchtlingskanner aus dem Houwalder Heem eng flott Vakanz ze erméiglechen.

D’Aktioun geet aus vun engem Grupp Léierpersonal, dat am Schouljoer 1992/93 mat dësen Flüchtlingskanner geschafft huet.

Well d’Liewenskonditiounen am Houwalder Flüchtlingsheem nët kannergerecht sin (keng adequat Infrastruktur,; Openthaltsreim, Spillplaats asw.) wor dru geduecht gin, dass dës Kanner mam Service national de la Jeunesse kënnten op e Camp goen.

Mat Hëllef vun der Staatssekretärin Mady Delvaux-Stehres as d’Zesummenarbecht vun der asbl mam Service national de la Jeunesse méiglech gin. Professionell Moniteuren wäerten hëllefen, di auslännesch Kanner ze enkadrieren. (Bedeeleghung un engem Camp zu Lëltz an am Mariendall).

Wien dës Aktioun wëllt finanziell ënnerstëtzen, kann en Don op de Konto 6-131/6400 bei der BIL maachen.

Merci am viraus fir all Hëllef.

pia scholl-burggraff

Wer möchte helfen, die Übersetzung zu finanzieren?

In Publik-Forum Nr. 8 vom 23. April 1993 befand sich auf S. 62 eine Kleinanzeige mit der Bitte um Finanzierungshilfe: zwei Deutschlehrer in Ungarn haben das Buch Kleriker von Drewermann ins Ungarische übersetzt; der erste Teil ist bereits in 1000 Exemplaren gedruckt, aber für den zweiten Teil fehlen die finanziellen Mittel (ca. 4.500 DM). Deshalb hatte ein Freund von den beiden in der Anzeige gefragt, daß man eine Spende von 50, 100 oder 200 DM in einem Brief schicken sollte. Daraufhin hatte ich in einem Brief an die beiden gefragt, ob es nicht besser sei, das Geld zu überweisen. Ich habe jetzt eine Kontonummer 86679 bei der OTP Bank Veszprém; eine Überweisung über Postscheck ist möglich mit dem Vermerck "à transmettre par mandat postal", kann dann aber ebensogut direkt an die persönliche Adresse geschickt werden anstatt an die Bank. Der Postscheck kann in F oder auch in DM ausgefüllt werden, da er über Saarbrücken weitergeleitet wird. Die Adresse ist Peter HERCHE, Hosszu ut 68, H-8247 HlDEGKUT in Ungarn. Die Überweisung dauert 3-4 Wochen und kostet 300 F Gebühr.

josée

Zwischen Utopie und Realität

Basisgemeindetreffen in Wien. Seit 1977 treffen sich die deutschsprachigen Basisgemeinden alle zwei Jahre zum "Internationalen Gemeindeforum". Heuer war dieses Treffen vom 20.-23. Mai 1993 im Raume Wien.

Die gemeinsamen Veranstaltungen für alle TeilnehmerInnen fanden im Freiheitszentrum von Wiener Neudorf statt. Die Eröffnungsfeier stand unter dem Motto "Umkehr zur Zukunft". Eine Videofilmmontage zeigte die ganze Verrücktheit unserer heutigen Welt. In einem Pantomime-Tanz ermutigte eine Tänzerin nach und nach alle in ihrer Gruppe zu einem Aufbruch in eine faszinierende Zukunft. Der Vortrag von Prof.Dr. Paul Hoffman über das Thema "Ich mache alles neu" (Untertitel: Christliche Gemeinde zwischen messianischer Utopie und Realität) provozierte angeregte Diskussionen. Besonders sein Rat, das Wort "Kontrastgesellschaft" aus dem Verkehr zu ziehen, erregte die Gemüter. Ihm ging es jedoch hauptsächlich darum, daß die Kirche sich nicht überschätze, sich nicht über die Gesellschaft erhaben fühle und sich auch nicht nach außen genau abzugrenzen versuche. Die abschließende Eucharistiefeier am Sonntag stand unter dem Motto: "Wir sehen schon die Lichter, hören schon die Musik".

Neben diesen für alle gemeinsamen Veranstaltungen hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, eine der 13 gastgebenden Basisgemeinden aus der Nähe gründlich kennenzulernen. Das war für alle von auswärts kommenden sehr wertvoll.

Im Alternativprogramm am Samstag-nachmittag wurde sehr Verschiedenes angeboten, z.B. eine Besichtigung des Sozialzentrums Schwechat, eine Wanderung in den Weinbergen, eine alternative Stadtführung oder ein theologisches Forum über "Gemeindebildung als Entwicklungsprozess".

Das 9. Gemeindeforum war recht kreativ und vielseitig gestaltet. Es ist gut gelungen. Die etwa 400 TeilnehmerInnen sind wohl neu bestärkt von der Notwendigkeit der Basisgemeinden für die Zukunft der Kirche nach Hause zurückgekehrt.

Das nächste Treffen im Jahre 1995 soll in Balingen in Süddeutschland stattfinden.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn


Helmut Rohner ist im Frühjahr 1987 nach gut 14-jähriger Tätigkeit im Nordosten Brasiliens ("forum" Nr. 144, S. 41-42) in seine Heimat Vorarlberg/Österreich zurückgekehrt. Seither beschäftigt ihn die Frage, was er dazu beitragen könnte, damit in der europäischen Gesellschaft und Kirche der eine oder andere wertvolle Impuls der brasilianischen Basisarbeit – natürlich in einer auf hiesige Verhältnisse angepaßten Form – zum Tragen kommen könnte. Zu dieser Frage hat er viele Vorträge gehalten, Gespräche geführt und Seminare geleitet. Ein Teil seiner Gedanken sind in einer 72-seitigen

Broschüre enthalten (Din A4 Format), die von der Diözesandruckerei kopiert wurde und auch 23 Fotos aus der Diözese Bacabal/Nordostbrasilien enthält. Zum Preis von 85 Schilling ist dieses Heft zu erhalten in der Buchhandlung "Die Quelle" Bahnhofstrasse 25, A-6800 Feldkirch (Tel. 05522/72885-0). Wer an einer Sammelbestellung teilnehmen möchte, soll 295 FLux (255 + 40 Porto) auf das CCP von "forum" 61154-44 überweisen mit dem Vermerk "Impulse aus Lateinamerika".

josée

Leben in altes Gemäuer

Alle Gebäude instandsetzen oder restaurieren ist eine Sache, sie mit Leben füllen eine andere. Der Komplex des ehemaligen Gefängnisses und noch ehemaliger Neumünster-Abtei im Grund harrt seiner neuen Zweckbestimmung.

Die Vorstellungen der Verantwortlichen des Kulturninisteriums orientieren sich am französischen Konzept des "Centre culturel de rencontre" (CCR). Näheres zur Zielsetzung der französischen CCR, siehe "forum"-Nr. 138. In Frankreich ist die Bezeichnung Centre culturel de Rencontre ein geschütztes Label, das von einer Vereinigung vergeben wird, dessen Präsident kein andrer ist als der hierzulande als CLT-Administrator bekannte Jacques Rigaud.

Neben mehreren anderen Einrichtungen trägt dieses Label die Abbaye des Prémontrés in Pont-à-Mousson, an deren architektonischen Gestaltung der scénographie Bernard Jaunay beteiligt war, der auch am Projekt Neumünsterabtei arbeitet (siehe "forum" Nr. 142, Bernard Jaunay, Scénographie à l’abbaye), sowie die Saline royale von Arc-et-Senans.

Das letztere Objekt kenne ich aus eigener – allerdings nur touristischer – Anschauung. Es ist eine geschlossene Anlage von beeindruckender Architektur und, falls man eine Führung mitmacht, weiß man nachher einiges über die Produktion und vor allem den Stellenwert des Salzes in der alten Gesellschaft, der dem des Goldes nicht unähnlich war. Zugänglich für die Besucher ist außerdem eine Buchhandlung, die spezialisiert ist auf Literatur über Architektur, Urbanismus und Technik. Wie stark die Einrichtung in das soziokulturelle Leben vor Ort eingebunden ist, ließ sich aus der Perspektive der Touristin, die ich war, nicht ermitteln, augenfällig war es jedenfalls nicht. Hinzufügt werden muß, daß die Saline nicht im Ort steht und auch nicht unmittelbar an eine Siedlung angebunden ist. Das ist im Fall der Neumünster Abtei ganz anders, sie befindet sich mitten in einem Ort, mitten in einem Stadtviertel.

Gemäß der Einschätzung von Leuten, die die Abbaye des Prémontrés in Pont-à-Mousson besichtigt haben, ist diese Einrichtung in architektonischer Hinsicht gelungen und der Aufenthalt anläßlich eines Managerseminars muß recht angenehm sein, aber durch Lebendigkeit zeichnet sie sich nicht aus.

In ihrer letzten Zweckbestimmung als Gefängnis war die Neumünsterabtei ein blinder Fleck, um nicht zu sagen, ein Fremdkörper im Stadtviertel Grund. Von ihrer Funktion her hatte die Einrichtung nichts mit diesem Viertel zu tun, andererseits warf sie schon ihren stigmatisierenden Schatten auf das Viertel: in Volkes und Nachrichtensprecher Munde hieß es: "en as am Gronn", wenn jemand im Gefängnis saß.

Ein Konzept, wie das künftige Centre culturel de rencontre mit Kultur und lebendiger Begegnung gefüllt werden könnte, hat neulich die Vereinigung Inter-Actions Faubourgs vorgestellt. Ihre Vorschläge, die nicht zuletzt auf den jahrelangen Erfahrungen in sozialer und soziokultureller Arbeit mit von unserer Wohlstandsgesellschaft eher Benachteiligten beruhen, orientieren sich an folgenden Leitgedanken: – Ein lebendiges Kultur- und Begegnungszentrum muß in das Viertel integriert sein; – die Kinder stellen ein wichtiges Zielpublikum dar, sowohl als künftige Kulurproduzenten und -konsumenten sowie als Vermittler zwischen dem Zentrum und den Einwohnern des Viertels; – indem man Nützliches mit Kulturellem verbindet, kann es zu einem zwanglosen, unbefangenen Kontakt mit Kultur kommen.

Zur Realisierung dieser Ziele macht die IAF eine Fülle von konkreten Vorschlägen (z.B. Einrichtung von Ateliers zur Unterweisung in den verschiedensten Kunstfertigkeiten; Kinderbetreuungseinrichtungen, die sowohl dem Viertel zur Verfügung stehen als auch anläßlich von Kulturveranstaltungen im Zentrum von den Besuchern genutzt werden können; ein Postschalter, ein Bankschalter, ein kleiner Lebensmittelladen, Café und Gaststätte etc.). Ob dies sich alles in der vorgestellten Form durchführen läßt, ist eine andere Frage. Das finde ich in der jetzigen Phase auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, daß die Richtung, in die hier gedacht wird und das Potential an Erfahrungen und Strukturen, das hier vorhanden ist, von den Verantwortlichen unbedingt berücksichtigt werden sollen, wenn das Zentrum wirklich der Begegnung und der Kultur dienen soll.

Wer die Vorschläge der IAF näher unter die Lupe nehmen möchte, kann sich die 20-Seiten starke Dokumentation zuschicken lassen: Inter-Actions Faubourgs, Tel.: 49 26 60.

ds

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