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Da bislang von offizieller Seite noch keine Bilanz über die Kosten, welche der Kirche anlässig des Papstbesuches entstanden sind, vorgelegt wurde, wollen wir an dieser Stelle versuchen mit den uns zugängigen Quellen, eine erste Abschätzung der Einnahmen und Ausgaben zu liefern.
Da bislang von offizieller Seite noch keine Bilanz über die Kosten, welche der Kirche anlässig des Papstbesuches entstanden sind vorgelegt wurde, wollen wir an dieser Stelle versuchen mit den uns zugängigen Quellen eine erste Abschätzung der Einnahmen und Ausgaben zu liefern.
Die Gesamtkosten für die Kirche sollen sich auf 25 Millionen belaufen; so hieß es wenigstens in Bistumskreisen und so wurde es der internationalen Presse angegeben. Einzelheiten wurden vom Bistum nur für die Großveranstaltungen veröffentlicht (Kirchlicher Anzeiger Nr. 2/85). Für das Einrichten der Plätze hat man 1 Million, für die Beschallungsanlagen 3.3, für Altäre und Tribünen 5, für Drucksachen (hauptsächlich 90.000 Heftchen) 1 und für die Versicherung 0.5 Millionen veranschlagt. Die Summe dieser Vorausschätzung beträgt 10.8 Millionen. Hinzu kommen noch weitere kleinere Ausgaben für diese Veranstaltungen und die Organisation der anderen Begegnungen, so daß die Größenordnung von 20 Millionen sehr plausibel erscheint.
Gedeckt werden sollten diese Kosten durch Kollekten und eine Suskription, die sich – so der
Spendenaufruf – an alle wendete, denen es nicht gleich – gültig ist, "welches Bild Luxemburg … in der internationalen Öffentlichkeit abgibt". Das Ergebnis dieser Kampagne wurde in Form von 14 Suskriptionslisten im Luxemburger Wort abgedruckt. Das Zusammenrechnen dieser Listen, das seltsamerweise bei deren Veröffentlichung immer unterlassen wurde, ergibt ein Total von gut 7 Millionen. Die Einnahmen sind unterteilt in Einzelspenden, die in den Listen erfaßt werden (5 Millionen) und Überweisungen aus den Kreisen des Klerus (2,3 Millionen), die nicht genauer aufgeschlüsselt werden. Über das Ergebnis der Kollekten wird nicht berichtet, doch es scheint zumindest teilweise in den Suskriptionslisten enthalten zu sein, wo es sich in der Rubrik "aus Kreisen des Klerus" versteckt. Diese zeigt in der Tat nach den zwei Kollekten besonders hohe Ergebnisse.
Diese Suskriptionslisten, die schätzungsweise drei- bis viertausend Spender enthalten, zeigen, daß nicht nur Einzelpersonen gespendet haben: neben vielen kirchlichen Vereinigungen (von "Fraen a Mammen" zu Gewerkschaftssektionen), finden sich auch mittelständische Unternehmen. Besonders auffällig ist die Spendenfreudigkeit der Banken.
Nicht nur die Banco di Santo Spirito, die gleich zweimal spendet, sondern alle großen Banken des Finanzplatzes sind vertreten, beim raschen Überfliegen der Listen haben wir 30 gezählt. Daneben finden sich auch einzelne große Geschäfte wie Monopol, C&A, Neuberg, eine Molkerei, eine Brauerei, verschiedene Bauunternehmer sowie einige Versicherungen. Die CSV-Fraktion spendet geschlossen, vom Kammerpräsidenten bis zum Fraktionsse
tär; auch wer schon vorher in die Tasche gegriffen hat, entzieht sich nicht der Fraktionsdisziplin.
Am meisten erstaunt aber ein Spender, den man auf den ersten Blick fast übersehen hätte. Hinter dem Namen "Vereenegongskirch Luxembourg", versteckt sich nämlich kein frommer katholischer Verein, hierbei handelt es sich um den Luxemburger Ableger der international berüchtigten Moon-Sekte.
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