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Zum Thema Presse, dem das Dossier der Nummer 50 gewidmet war, erhielten wir noch zwei Reaktionen. F. Weides bat, den angekündigten zweiten Teil des Interviews mit ihm und P. Fonck durch einen eigenen Beitrag zum Verhältnis Presse und Kultur zu ersetzen. Wir werden in der nächsten Nummer darauf zurückkommen. Karin Jahr, selbst beruflich im Pressewesen tätig, bis Anfang 1980 freie Mitarbeiterin im ‚Luxemburger Wort‘ (vgl. ‚forum‘ Nr. 39/ 26.4.1980), sandte uns den nachstehenden Text, der leider zu spät kam fürs Dossier in Nr. 50.
Der am Ruder sitzt,
der das Sagen hat,
entscheidet alleine was
geschrieben und gedruckt
werden darf.
Tendenz?
Mitarbeiter werden
eingearbeitet
angelernt.
So lernen sie
angepasst denken,
tendenzgerecht schreiben,
im Sinne der Zeitung,
der freien Zeitung.
Der Boss alleine hat
wirkliches Gewissen,
wirkliche Moral.
Er alleine weiss, was gut ist
für die Leser.
Sicher hat er seine Sicht,
sein Gewissen,
seine Wahrheit,
aber
er hat die Macht.
Die Mitarbeiter müssen besorgt sein
um ihren Aufstieg,
um seine Gunst
um ihren Arbeitsplatz.
Gewöhnlich wird nicht viel geschehen.
Die Mitarbeiter sind ja gut eingearbeitet.
Wer wagt noch eigene Ideen?
Wer hat noch ein eigenes Gewissen?
Ist es nicht eingeschlafen,
weil es nicht gebraucht wurde?
Wir alle brauchen Schreiber,
die Mut und Persönlichkeit haben,
die ihre Wahrheit lebendig lassen
und ihr Gewissen fragen.
Nicht einer alleine hat
D I E W A H R H E I T
für sich gepachtet.
Die Leser haben ein Recht darauf,
wahrhaftige Gedanken
und kein
angepasstes Gefasel zu lesen.
karin jahr
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