Älter werden – gewonnene Jahre?

Gedanken zum dritten Alter

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Wenn wir an das Alter denken, so überkommen uns unwillkürlich vielfache Vorstellungen, die mitunter fast widersprüchliche Form annehmen. Einerseits evoziert das Alter in uns das Bild der Weisheit, vor der auch heute noch, aber wohl nur in sogenannten primitiven Gesellschaften, die Menschen sich in Ehrfurcht beugen.

Demgegenüber steht die Assoziation von Alter und Krankheit, Gebrechen, Niedergang und Tod. Dazu gesellt sich, besonders in unsern industriellen Gesellschaften, die Schreckensvision von überfüllten Altenheimen (Altensilos) in denen sich eine der grössten Randgruppen unserer Zeit ansammelt.

Schliesslich ein letzter Kontrast: das Alter als Geschäft, als Markt für Geriatrie, Verjüngungsindustrie, plastische Chirurgie und dergleichen mehr.

Diese Vorstellungen zeigen einen Wandel an in der Situation der Alten in unserer Zeit. Ein Hauptgrund dieser Veränderung ist wohl im Übergang von der Grossfamilie zur Kleinfamilie zu sehen: er ging wohl auf Kosten der Alten. Sie wurden abgeschoben und überflüssig gemacht, nicht zuletzt hat der Fernsehapparat die Oma ersetzt.

Daneben haben die Verbesserung der Ernährungslage sowie die Fortschritte der Medizin das Leben der Menschen verlängert. Der Anteil der alten Menschen in der Gesellschaft hat sich drastisch vergrössert (was nicht heisst, dass es früher keine Alten gegeben hätte: Man war eben mit 35 oder 40 schon alt)

Aber, warum ist man eigentlich alt? Wer gehört zum 3. Alter? Ist es nur einfach eine Sache von Anzahl von Jahren? Oder geht es nicht eher um eine gesellschaftliche Angelegenheit, in dem Sinne, dass das 3. Alter mit der Pensionierung beginnt,

und das heisst mit dem Austritt aus der Gesellschaft. (Wenn das stimmt, ist die von der augenblicklichen Krise nahegelegte Frühpensionierung eine bedenkliche Sache.) Eigentlich scheint nur den Politikern diese Hürde erspart zu bleiben, besonders in den kommunistisch regierten Ländern.

Vielleicht kann Simone de Beauvoir uns hier weiterhelfen: La difficulté, c’est qu’on ne peut prendre sur celle-ci ni un point de vue nominaliste, ni un point de vue conceptualiste. La vieillesse, c’est ce qui arrive aux gens qui deviennent vieux; impossible d’enfermer cette pluralité d’expériences dans un concept ou même dans une notion. Du moins pouvons-nous les confronter les unes aux autres, tenter d’en dégager les constantes et donner les raisons de leurs différences. Un des défauts de cet examen c’est que mes exemples me seront surtout fournis par des privilégiés puisqu’on a vu que, seuls ou presque, ils ont eu les moyens et le loisir de porter témoignage sur eux-mêmes. Cependant, les renseignements qu’ils fournissent ont d’ordinaire une portée qui dépasse leur cas.

Kommt es nicht, letzten Endes, auch hier, im Problem des Alters, auf dasselbe an, wie in allen übrigen Phasen des Lebens: dass der Mensch nicht einfach alles passiv hinnimmt was auf ihn zukommt, sondern als aktive, selbstbewusste Person reagiert, dass er also "offensiv altert", wie es die "Grauen Panther" fordern und vorleben. Wichtig ist, wie der Mensch sich zum Leben verhält, zur Zeit, zu sich selbst. Davon hängt weitenteils ab, wie er altert, wie das Alter für ihn aussieht. Was der Mensch aus dem Leben macht, das ist das Entscheidende.

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