Die Antwort der Parteien: betretenes Schweigen

Fragen an die Jugendsektionen der politischen Parteien

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betretenes Schweigen

Am 15. April 1983 richtete die "forum"-Redaktion folgendes Schreiben an die "Chrëschtlech Sozial Jugend", "Jeunesses Communistes", "Jeunesse Démocratique" und "Jeunesses Socialistes Luxembourgeoises":

Fragen an die Jugendsektionen der politischen Parteien.

  1. Wieviel Mitglieder hat eure Organisation? Wie hat sich diese Zahl in den letzten 20 Jahren entwickelt? (Um möglichst prazise Zahlenangaben wird gebeten.)

  2. Seid ihr einverstanden mit der Feststellung, dass die Jugendliche heute, im Gegensatz zu vor 10-15 Jahren, in der Mehrzahl apolitisch, an Politik nicht interessiert sind? Wie erklart ihr euch these Phenomen?

  3. Eine Hauptursache für das politische Desinteresse vieler Jugendlichen scheint uns ein gewisses Ohnmachtsgegränd zu sein: "Mir kenne jo dach naisch man!" zumindest bei wesentlichen Fragen wie Arbeitslosigkeit, Frieden, Hunger in der Welt, usw. Sind Politiker (gleich welcher Farbe) nicht haufzig heimlich froh über ein solches Desinteresse, da es ihren erlaubt, ungestört den politischen Geschäften nachzugehen?

  4. Eine weitere Ursache des politischen Desinteresses vieler Jugendlichen liegt u.E. in dem Eindruck, den weitere Politiker der Jugend geben, sich über unwesentliche Fragen zu streiten, während echte Alternativen zu wesentlichen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Rüstungswahnsinn, Hunger in der Welt, Rohstoffver

Gausz

d’Lëtzeburger Land
13.5.1979

knappung, Naturverschandelung usw. kaum gesucht und in den Parteiprogrammen angeboten werden, weil die Politiker zu sehr auf die nächsten Wahlen und eine mögliche Regierungsbeteiligung bedacht sind, als dass sie langfristige Fragen in ihre Überlegungen einbeziehen? Was sagt eure Jugendorganisation dazu?

  1. Die Mechanismen der politischen Entscheidungsfindung können von den meisten Jugendlichen auch gar nicht durchschaut werden. Daher fühlen sie sich auch nicht betroffen. Was schlägt eure Organisation in dieser Hinsicht vor, um eine grössere Transparenz des Machtapparates zu erreichen?
  2. Welche Prioritäten setzt eure Partei in der Jugendpolitik?

Bis zum 15.Mai hatten wir die Antworten erbeten. Bis zum 15.Juni haben wir keine einzige erhalten. Diese "Antwort" scheint uns aber mindestens so bezeichnend. Ausser während der Wahlkampagnen haben die Jugendabteilungen der Parteien keine Rolle zu spielen, eine politische schon gar nicht.

Ein gutes Beispiel dafür lieferte jüngst die LSAP: Ihre Jugendorganisation verlangte bei ihrem Nationalkongress die Verstaatlichung der ARBED und den Austritt aus der NATO. Acht Tage später, beim Wirtschaftskongress der Mutterpartei fand ein Antrag auf Nationalisierung der ARBED nur 13 Befürworter: die JSL-Delegierten waren abwesend oder hielten sich nicht an den Beschluss des eigenen Kongresses. Interesselosigkeit? Vorrang für die innerparteiliche Karriere? Wie dem auch sei, das Misstrauen der Jugend gegenüber Parteien wird vollauf bestätigt.

Dass die Mitglieder solcher Jugendsektionen also nicht allzu zahlreich sind, erklärt wohl, warum sie unsere erste Frage nicht beantworten wollten. (Laut "Perspektiv" Nr.49/83 nahmen am JSL-Kongress ganze 50 Delegierte teil.) Bei den übrigen Fragen hätten sie wohl unsere Impression bestätigen müssen, und das durften sie nicht öffentlich …

Umso bewundernswerter sind die wenigen Jugendlichen, die sich trotzdem als Parteimitglieder einschreiben. Warum sie es taten, erklären im folgenden ein LSAP- und ein CSV- Jugendlicher. Für Ihre Mitarbeit unsern besten Dank. m.p.

La Croix, 15-16/8/1982

läit. Et brauch an et soll een nit säng Eegestännegkeet verléieren! D’Grondprinzipien solle stëmmen, ma op anere Punkte kann a soll een ëmmer seng Eegestännegkeet hun. Dann as de Mouvement emsou méi e breede Stroum a räisst emsou besser mat.

Firwat jhust D’CSJ?

Well d’chrëschtlech Sozial Jugend ménage Grondiwwerzeegungen am nootste kënnt. Hei steet de Mënsch am Mëttelpunkt, an nit de Fric, oder eng gottlos irdesch Ideologie. De Mënsch, ma nët egal wéi e Mëns Mënsch! Christus as Mënsch gi fir datt mir solle liewe wéi Hien eis sot. Sécher brénge mit dat nit ëmmer fäerdeg, ma mir versichen et.

Perséinlech gesin ech dat Zesummenliewe no de chrëschtleche Prinzipien (C), a géigeseitegem Versteesdemech (S) vun alle Leiden, egal aus wéi engem Eck se kommen (V) als fundamental un. De Jonktem (J) as dat Holz, dat mir brauche fir am Feier nozeleën.

Mir denke positive, a sin nit géint alles a géint jidfereen. Mir wëlle keng Kregéiler oder onméiglech Weltrevolutionäre sin. Mir si fir alles, wat de Mënsch a sängem Sin a Striewen erhiewt, dozou gehéiert och eng gesond Emwelt, a mir hu nit fir näischt di gring Faarw vu Liewen an Hoffnung gewielt. Mir kënnen all dat nit guddheeschen, wat de Mënsch erdëmmelt, an dozou gehéiert och di ganz Mentalitéit, fir de Leit den Hals ofzeschneiden, fir datt si all ënnert ee Plafong gin. Dofir wëlle mir nit bornéiert, begrenzt, mä op sin …

Firwat äntweren nit méi Jugendlecher dem politischen Engagement?

Bequemlechkeet a Manktem u Motivatioun!! Wann dat hei nëmmen ee giff hëllefe motivéieren …

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