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Es gibt Armut und Ausschluß.

Es gibt Armut und Ausschluß in Luxemburg.

Wir wissen alle, daß die Menschenrechte oft verletzt werden. Mit Recht wird gegen die Nichtbeachtung der politischen Rechte protestiert, die Verletzung der sozialen Rechte aber fällt uns viel weniger auf.

Die Menschenrechte bedingen sich gegenseitig, d.h. die Nichtbeachtung eines einzigen Rechtes führt zu einer Kettenbewegung. Am Ende steht der Ausschluß von Personen und ganzen Familien aus dem politischen und dem gesamten öffentlichen Leben.

I. ein Beispiel: die BERUFSAUSBILDUNG

Viele Kinder und Jugendliche, Luxemburger und Ausländer, beenden ihre Zeit der Schulpflicht mit einem Mißerfolg: kein Abschluß, kein Diplom, ja, einige können sogar kaum lesen und schreiben. Die neue Gesetzgebung nimmt den Jugendlichen die Möglichkeit einer wahren Berufsausbildung. Es ist aber klar, daß in Zukunft unqualifizierte Arbeitskräfte keine Chance mehr haben werden. All diese Jugendlichen sind also zur Arbeitslosigkeit und im besten Fall zur lebenslänglichen nicht qualifizierten Berufsausübung verurteilt. So werden die Kinder der ärmsten Familien wissentlich von einer wahren

Berufsausbildung, die ihnen einzig und allein zu einer menschenwürdigen Zukunft verheifen kann, ausgeschlossen.

DER ZUGANG ZU WISSEN UND BERUFSAUSBILDUNG IST EIN FUNDAMENTALES RECHT JEDES MENSCHEN.

Wir verlangen, daß alle und insbesondere die Kandidaten für die Kammerwahlen sich dieser Ungerechtigkeit bewußt werden und sich dazu engagieren, alles in Bewegung zu setzen, um allen Jugendlichen die Chance einer Berufsausbildung und eines Berufes anzubieten.

II. Ein anderes Beispiel: die WOHNVERHÄLTNISSE

Viele Familien wohnen in feuchten und engen Wohnungen, die gesundheitsschädigend sind. Die jetzige Wohnungspolitik begünstigt nicht die Ärmsten: der Kauf von Altwohnungen ist zwar möglich, aber die Mittel reichen nicht mehr für die Instandhaltung des so erworbenen Wohnhauses. Die Mieten sind nicht an die Einkommen der ärmsten Familien angepaßt, daher ist es für viele nicht möglich in einer menschenwürdigen Wohnung zu leben. Die schlechten Wohnverhältnisse wirken sich ungünstig aus auf das Familienleben, den Arbeits-

Arbeitsplatz und die Schulleistungen.

JEDE FAMILIE HAT RECHT AUF EINE MENSCHENWÜRDIGE WOHNUNG.

Wir fordern: daß alle Politiker sich für die Verwirklichung dieses Rechtes einsetzen, z.B. Wohnraum schaffen für Leute mit geringem Einkommen, d.h. für die ärmsten Familien, welche kaum Möglichkeit haben eine private Mietwohnung zu finden.

Die Interessen der Ärmsten wurden noch nicht beim Aufstellen der Sozialprogramme berücksichtigt. In Krisenzeiten ist ein nationaler Plan als Kampfmaßnahme gegen Armut dringend notwendig. Ein solcher Plan müßte sich, zeitlich gestaffelt, auf alle Dimensionen der Armut und des daraus folgenden Ausschlusses beziehen (Erziehung – Gesundheit – Arbeit – Wohnung – gewerkschaftliche und politische Vertretung usw.).

SOZIALPOLITIK NICHT FÜR DIE ÄRMSTEN,

SONDERN MIT DEN ÄRMSTEN.

BEWEGUNG ATD VIERTE WELT LUXEMBURG

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