Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Ist der Papstbesuch wirklich eine gute Sache?

Bestimmt eine gute Sache für alle,
die ihre eigene Person dabei mit
ins Rampenlicht setzen können,
die vom Abglanz leben

  • das gab es zu allen Zeiten –
    und eine tolle Sache für
    die Schwärmer,
    die Schwärmerinnen,
    die Personenanbeter,
    die Mitläufer,
    die Mitangeber,
    die sich mitfeiern lassen wollen,
    und für die Frauenunterdrücker,
    die das Vorrecht für Männer absegnen,
    eine gute Sache für alle,
    die keine eigene Festigkeit haben,
    die kein eigenes Gottvertrauen haben,
    die mit der Kirchenmasse tanzen,
    die mit bravo oder heil rufen,
    die im hellen Scheinwerferlicht
    noch frommes Beten zeigen,
    die von ihrem heiligen Superman
    die Hand gedrückt bekommen,
    und Kinder, die geküsst werden,
  • das ist so menschlich und gewinnend,
    das machen Herrscher dieser Erde gern – .
    Bei einem Personenkult à la Hollywood
    werden viele Menschen hysterisch.
    Wenn Mädchen reihenweise in Ohnmacht
    fallen angesichts eines Elvis Presley,
    wenn sie weinen, einen Händedruck
    erhaschen wollen,
    dann wird das gerne belächelt.

Wie aber, wenn der Händedruck oder Blick
eines Papstes zum Lebensereignis wird?
Einmal von ihm angeschaut zu werden!

Oder, welch Wonne, zu den Auserwählten
und mit extra Zeichen Versehenen
zu gehören, die aus seinen Händen
die Kommunion gereicht bekommen!
Also, wem da der Himmel nicht aufgeht!
Der Papsthimmel!

Aber was soll das alles,
was ist für mich gut daran?
Dieser Mensch kommt eben mal vorbei,
winkt und lächelt in tausende Augen.
Kann er im Vorüberhasten
Menschen begegnen,
für sie Mensch und Bruder sein?
Keiner kann das im Schnellverfahren
und noch für Tausende zugleich.

Ich sehe diesen Papstbesuch als eine
Aktion in Sachen etablierter Kirche.
Alles soll so bleiben, wie es war,
die Macht soll gehalten
und vertieft werden,
die Macht einer hierarchischen Kirche,
die Sicherheiten braucht.

Wie weit entfernt bin ich da mit
meinem Glauben an den Mann aus Galiläa,
der so gar nichts von Sicherheiten hielt,
der sich unvernünftigerweise sogar
kreuzigen liess,
der loslassen konnte,
der keine Macht brauchte
und seinen Jüngern keine Macht hinterliess.
Und welch gewaltige innere Kraft
ist aus seiner Machtlosigkeit gewachsen!
Das sollte uns nachdenklich machen,
keine päpstliche Supershow.

karin jahr

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code