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Vom 25.-31.8.1985 fand in Ariccia bei Rom die 2. "Synode" verheirateter Priester statt. Die rund 150 Teilnehmer (plus Ehefrauen), darunter auch ein ex-Bischof, diskutierten ihre Probleme und wollten vornehmlich ihrer Forderung nach Aufhebung des Zölibatgesetzes Nachdruck verleihen. Das Problem hat sich nämlich seit dem Pontifikat Johannes Paul II. erheblich verschlimmert: rund 6000-7000 Bittgesuche um Rückversetzung in den Laienstand sind im Vatikan anhängig, weil der Papst ihre Bearbeitung bewusst verzögert. Dadurch sind viele Priester nur standesamtlich, aber nicht kirchlich verheiratet. Von den 70 000 verheirateten Priestern in der Welt wollen die meisten aber weiterhin in der Kirche bleiben und der kirchlichen Gemeinschaft zu Diensten stehen. Viele von ihnen haben wirtschaftliche Schwierigkeiten, da sie nach Aufgabe des Priesteramtes kaum eine geeignete Stellung finden.
Hoffnung empfinden die Betroffenen nach Aussagen wie jenen, die Kardinal Basil Hume, Erzbischof von Westminster und Präsident des europäischen Bischofsrates, am 9.7. in einem Interview mit der KNA mach-
te (LW,22.7.85): Seiner Ansicht nach ist die Priesterweihe verheirateter Männer durchaus möglich. Da die Feier der Eucharistie der Mittelpunkt des christlichen Gemeinschaftslebens sei, müsse nach neuen Möglichkeiten gesucht werden, den Gottesdienst zu garantieren. Hume fügte allerdings hinzu, er denke an erster Linie an Afrika, Asien, Lateinamerika. Dort ist in der Tat die Zahl der Priester, die de facto mit einer Frau zusammenleben, ganz besonders hoch, auch wenn der Papst bei seiner jüngsten Afrikareise darüber hinwegsah. Unter Johannes Paul II. werden die Ansichten von Kardinal B. Hume sich kaum durchsetzen: "Es wird ein langer Prozess sein", meinte er. Als bei einer Bischofssynode der spanische Kardinal José Maria Bueno y Monreal zum Papst sagte: "Eure Heiligkeit als Bischof fühle ich mich verpflichtet, Ihnen bewusst zu machen, dass die Frage des Zölibats und des Priestermangels grosse Fragen aufwerfen", soll der Papst geantwortet haben: "Als Papst fühle ich mich verpflichtet, Sie zu entlassen." Nach seiner Rückkehr erlitt der Kardinal einen Herzanfall. (Publik-Forum, Nr.16/9.8.85). m.p.
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