Wo liegt das Reich Gottes?

Zur Diskussion über Kirche und Staat

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Aktueller als mit dem Beitrag über "Die Kirche und die Steuergelder" in der vorigen forum-Nummer konnte die Redaktion nicht sein. Die öffentliche Diskussion über den Konventionsentwurf, den die Koalitionsparteien CSV und LSAP über die zukünftige Gestaltung der Beziehungen zwischen Staat und Kirche ausgehandelt haben, ist mittlerweile voll entbrannt. Ohne heute auf alle Aspekte der Debatte eingehen zu können, seien ein paar Überlegungen niedergeschrieben, die vielleicht zur Versachlichung und zur Fokussierung auf die wahren Fragen beitragen können.

C. Paulus, die neue Vorsitzende der ‚Liberté de conscience‘ schreibt in einem tageblatt-Leserbrief (27.9.1997), forum habe in seinem Artikel die Neuschaffung von 295 Posten unterschlagen, die die Abschaffung von 200 Posten im kirchlichen Dienst mehr als kompensiere. Das ist schlichtweg falsch, und da die Autorin den Vertragsentwurf anscheinend im Wortlaut kennt, sogar eine bewußte Fälschung von Tatsachen, die schon von der tageblatt-Redaktion vor der Veröffentlichung hätte richtiggestellt werden müssen. Denn das Minus von rund 200 Stellen ist das Defizit nach dem Aufrechnen von Neuschaffungen (88) und Abschaffungen (291)! Die 155 Katecheten sind auch keine neuen Posten – ihre Zahl wird im Vorentwurf übrigens nicht genannt, da sie ja von der Zahl der Schüler abhängt, die sich pro Jahrgang in den Religionsunterricht einschreiben. Sie wurden bisher vom Erziehungsministerium besoldet als Lehrbeauftragte, wie alle Lehrbeauftragte, die ein Fach unterrichten, das per Gesetz im Stundenplan vorgesehen ist. Ihre Besoldung war also keineswegs illegal, wie C. Paulus behauptet.

In diesem Zusammenhang stellen die Katecheten dann aber die berechtigte Frage, wieso sie in Zukunft anders behandelt werden sollen als Laienmorallehrer. Sie geben auf diese Frage allerdings die u. E. falsche Antwort, wenn sie

Jals in: Publik-Forum

Die Kirche muß sich nicht nur das Ziel, sondern auch die Methode ihres Stifters erneut aneignen.

fordern, auch sie müßten Staatsbeamte werden. Wenn – wie forum schon häufig gefordert hat – die katholische Kirche nach mindestens 15 Jahrhunderten der Verirrungen wieder glaubwürdig werden will, muß sie sich nicht nur das Ziel, sondern auch die Methode ihres Stifters erneut aneignen. Und zwar unbedingt. Das Ziel bezeichnete ihr Stifter mit "Reich Gottes": ein Ausdruck, der unsere religionsunterrichtsgeschädigten Mitbürger in die Irre führt. Jesus meinte damit ganz und gar nicht irgend ein Wolkenkuckucksheim, das man "den Engeln und Spatzen überlassen" sollte. Vielmehr war damit ganz konkret das angesprochen, was wir heute mit Gerechtigkeit für alle Menschen, Friede mit allen Menschen und Bewahrung der Schöpfung bezeichnen. Es geht also an erster Stelle um "Irdisches", um "Diesseitiges", keineswegs um "Jenseitiges". Die Kirche kann sich selbst nur legitimieren, indem sie alle ihre Kräfte zur Erreichung dieser irdischen Ziele einsetzt. Nur wenn sie das tut, kann sie "Zeichen und Werkzeug" (2. Vatikanisches Konzil, Konstitution über die Kirche, § 1) sein für das, was der Gott, an den Jesus von Nazareth

glaubte, erreichen möchte. Eben Gerechtigkeit, Friede und Toleranz unter den Menschen und Bewahrung der Schöpfung. Die Methode der Kirche kann keine andere sein als die ihres Stifters: gewalt- und privilegienlos. Einem katholischen Medienzaren in Luxemburg, der sich einmal äußerte, man dürfe niemals Privilegien aufgeben, sollte man anraten, im Brief an die Philipper (Kapitel 2, Vers 6-7) zu lesen: "Nicht als Beute für sich dachte (Jesus) das Sein wie Gott. Nein: ausgeleert hat er sich selbst … niedrig gemacht hat er sich …" Nicht anders kann deshalb Kirche sein. Kirche ist nicht gleichbedeutend mit Hierarchie, sondern mit dem "Volk Gottes". Besagtes Volk wird jedoch von der Hierarchie – nicht nur in Luxemburg – sträflich hintergangen, da sie hinter dem Rücken dieses Volkes mit den staatlichen Autoritäten ihre Machterhaltungsspielchen treibt. Damit wäre klar, weshalb die Kirche jedes Interesse daran hätte, sich nicht in die finanzielle und damit auch politische Abhängigkeit des Staates zu begeben. Die Katecheten sollten ihr religionspädagogisches Talent in den exklusiven Dienst der Kirche stellen und in den Gemeinden den

NATURATA

d‘ Butteker vun der BioG

Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg

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  • Die Globalisierung des Welthandels führt dazu, dass die Landwirtschaft immer mehr zum Spielball multi-nationaler Kapitalunternehmen und deren ökonomischer Interessen wird. Die Erzeugerpreise sinken dadurch ins Bodenlose. Weniger begünstigte Regionen drohen zu veröden.

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33A, Hëpperdang
91, r. du Kiem Capellen
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Monsieur le rédacteur en chef,

C’est toujours avec un plaisir renouvelé que je prends connaissance des articles qui paraissent dans votre publication. Le dernier dossier (1) : "Die Kirche und die Steuergelder" bien documenté expose honnêtement les arguments et thèses qui s’affrontent à ce sujet.

Cependant, en tant que président sortant de l’association Liberté de conscience, je me permettrai de vous signaler qu’il n’est nullement notre intention de ne pas nous en tenir à la législation et à la convention européenne qui interdisent de répertorier les appartenances, croyances religieuses ou convictions philosophiques. Il n’en demeure pas moins que la loi luxembourgeoise sur les associations (2) à but on lucratif permet de prendre connaissance de la liste mise à jour annuellement des noms et adresses des membres des a.s.b.l. à ceux qui la consultent au greffe du tribunal civil du siège de l’association. Compte tenu de mon expérience personnelle, je doute fort qu’il y ait beaucoup d’associations qui respectent ces dispositions.

L’explosion récente et la création de nombreuses associations ou fondations sans but lucratif, dans le domaine social et hospitalier, – celles qui gèrent des milliards dont la majeure partie vient de la puissance publique – posent une question fondamentale. Celle de savoir quels sont les réels responsables et à quels groupes d’intérêts ils appartiennent. Ainsi, n’est-il pas déplacé de mettre jour à les liens qui existent entre une Eglise reconnue par ailleurs et ces nouveaux pôles de développement et gisements d’emplois. Une clarification s’impose. Le Conseil d’Etat français, à juste titre, dénonçait ces pratiques compte tenu de l’opacité de ce type de comptabilité pour les contrôleurs de l’Etat. Une récente affaire d’un établissement hospitalier public dans le sud du pays illustre à bon escient ce genre de pratiques faites sous le couvert d’une a.s.b.l.

Une autre pratique, tout aussi impénétrable, est celle de la signature de conventions au niveau communal avec des a.s.b.l. spécifiques ou des fabriques d’églises. Nul ne sait si les moyens mis à la disposition des citoyens permettent réellement de savoir si la contrepartie privée verse effectivement sa part dans les dépenses encourues.

A titre d’information, on rappellera ici que les fonctionnaires catholiques des cultes disposaient dans le budget 1997 de 488 millions, tandis les indemnités des employés à titre permanent s’élevaient à 67 millions et celles des 155 catéchistes à 303 millions.

La soi-disant transparence future tant vantée du projet entre-temps annoncé par ses promoteurs au POSL devrait pour le moins se baser sur la transparence actuelle et les chiffres réels des effectifs par catégorie de personnel. Les chiffres, pour le moins contradictoires, répertoriés selon la source devrait aller en ce sens.

Sans parler ici de la vraie transparence qui concerne aussi toute la législation sur les fabriques d’églises et les millions pour l’entretien des édifices cultuels.

Ainsi, ces futures conventions, dont certaines comportent des aberrations juridiques (3), loin de réduire vraiment les dépenses de l’Etat ne feront que les augmenter en les gelant dans les privilèges actuels ou en créant de nouveaux.

Y ajouter la reconnaissance de l’église orthodoxe grecque n’est pas moins un paradoxe à moins que nous ne soyons prêts à reconnaître la seconde communauté religieuse dans ce pays, à savoir l’islam.

Aussi, est-ce être un vrai démocrate et laïque à la fois, que de constater que la sécularisation des croyances – voire leur multiplication actuelle – implique une séparation des Eglises en tant que cultes légalement reconnus dans un authentique Etat démocratique. N’en reconnaître aucune, c’est les admettre toutes et leur fournir la possibilité de répondre au besoin inhérent et privé de chacun de croire au lieu de se conformer strictement à la convention internationale ou européenne des droits de l’homme et celle de l’enfant.

T. Pescatore, Président f.f. Liberté de conscience, Bridel 18 septembre 1997

  1. forum no. 178 Septembre 1997

  2. Article 10 de la Loi du 21 avril 1928 sur les a.s.b.l. texte coordonné du 4 mars 1994

  3. Dont la moindre est celle de l’abolition de la dispense dans le primaire qui nous vaudra cette fois-ci une condamnation par la Cour européenne des droits de l’homme après que dans un arrêt elle eut indiqué que le législateur luxembourgeois avait voté une loi discriminatoire dans l’enseignement secondaire. Ni, sans mentionner au passage, le changement de statut des chargés de cours de religion dans l’enseignement primaire public.

Courrier des lecteurs

Eltern in der Glaubenserziehung beistehen. Wie kann nämlich die Kirche glaubhaft das Reich Gottes verkünden und dem kapitalistischen Staat dienen? Das hat schon Jesus nicht verstanden.

Wenn nun die Verantwortlichen aus dem bischöflichen Ordinariat in einem LW-Interview (27.9.1997) auch noch der CSV nachweinen, die sich ungenügend für die Belange der Kirche eingesetzt habe, muß man allerdings befürchten, daß sie genau jenem Staats- und Kirchenverständnis der Antiklerikalen Vorschub leisten, das diese eben abschaffen wollen: Sie träumen offenbar immer noch von einem von der Kirche mit Hilfe der CSV geführten, konservativen Staat. Den – insofern völlig berechtigten – Vorwurf könnte die Kirche sich sehr leicht sparen, wenn sie auf Machtpositionen freiwillig verzichten würde und die CSV wie andere politische Vereinigungen dazu brächte, endlich nicht mehr Schindluder mit dem C im Namen zu treiben, sondern sich ihrer tatsächlichen Ideologie gemäß als konservativ zu bezeichnen: Wahre Christen können eigentlich nie konservativ sein, weil sie in der Menschheitsgeschichte nicht das beharrende Moment sein dürften, sondern das dynamische sein müßten. Das Vertrauen in den auferweckten Jesus von Nazareth kann sich nie mit der realexistieren-

den Welt und ihren temporären Gesellschaftsformationen zufrieden geben. Mit allen "Menschen guten Willens" fühlen sich nämlich alle Christenvölker dieser Erde verpflichtet, das zu tun, was unsere unfertige Schöpfung der Vollendung näherbringt. Und dies auf dem einzigen Terrain, auf dem wir zu Hause sind, also nicht in irgendeinem Wolkenkuckucksheim, sondern auf diesem Planeten. Der soll das Zuhause aller Menschen werden. Was der Gott, an den der Nazarener glaubte, dann damit anfangen wird, sollten wir eigentlich seine Sorge sein lassen. Das wird erwiesenermaßen nicht das Ergebnis der 50jährigen CSV-Politik noch irgendeiner anderen politischen Partei sein.

Würde die Kirche also ernsthafter auf die wahre Bedeutung des C pochen bzw. seine Streichung bei ideologischem Mißbrauch verlangen, könnten derartige Vereinigungen auch nicht so leichtfertig von den Antiklerikalen einfach der Kirche zugerechnet werden. Auch wenn Herr T. Pescatore sich in seinem nebenstehend abgedruckten Leserbrief, den er seltsamerweise schon am 20.9. im tageblatt veröffentlichen ließ, an der entscheidenden Frage vorbeidrückt, bleibt sie bestehen: Wie wollen er und seine Gesinnungsgenossen einen Verein als der Kirche zugehörig definieren? Wir wissen auch, daß die Mitgliederliste einer asbl beim Handelsregister deponiert werden muß. Doch – und das war unser Hinweis, den er ignoriert – das Gesetz schreibt nirgends vor, die Mitglieder müßten ihre Religionszugehörigkeit angeben. Wann also wird ein Verein als klerikal abgestempelt und wann nicht? Die ‚Liberté de conscience‘ bleibt eine Antwort schuldig, wenn sie weiterhin von ‚katholischen‘ Vereinigungen verlangt, sie müßten ihr Vermögen offenlegen. Wen meint sie damit?

Indem die CSV dem Kompromiß mit der LSAP zustimmte, der eine Reduzierung des Religionsunterrichts in den Schulen und das Privatbeamtenstatut für die Katecheten vorsieht, hat sie möglicherweise ungewollt der Kirche einen größeren Dienst erwiesen als deren Spitzenmanager zur Zeit wahrnehmen. Sie drückt damit wahrscheinlich auch eine in katholischen Elternkreisen weit verbreitete Überzeugung aus, daß die christliche Glaubenserziehung nicht in die öffentliche Schule gehört, und sie zwingt die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden selbst intensiver für die Erziehung und Weiterbildung ihrer Mitglieder Sorge zu tragen. Damit wäre die geplante Konvention nicht nur nach LSAP-Lesart ein erster Schritt in Richtung laizistischen Staat, sondern auch ein erster Schritt in Richtung Besinnung der Kirche auf ihre wahren Interessen.

m.p./J.W.

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