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Nach dem Attentat auf das World Trade Center orderte der Bürgermeister von New York erst mal 30 000 Leichensäcke. Ernsthaftere Schätzungen sprachen ein paar Wochen später von etwa 6000 bis 7000 Toten. Am 30. 11. 2001 hieß es in Le Monde, die US-Behörden gäben nunmehr die Zahl der Toten mit 3711 an, Flugzeuginsassen und Opfer in den zerstörten Gebäuden bei den Attentaten von New York, Washington und Pennsylvania zusammen. In der Tat hatten sich viele als vermisst gemeldete Personen erst Wochen danach als dem Inferno entkommen gemeldet. Andere waren unter verschiedenen Namen mehrfach in die Vermisstenlisten eingetragen worden.

Auch 3711 Tote – bei denen noch 200 Zweifelsfälle sind – sind selbstverständlich noch 4000 zuviel. Wenn forum trotzdem diese Zahl hier richtig stellt, so auch weil die Luxemburger Tagespresse diese Meldung einfach unterschlagen hat. Sie fürchtet wohl, die Solidarität ihrer Leser mit den USA im Krieg gegen den Terror (c) und Afghanistan könnte durch eine derartige Information in Frage gestellt werden.

m.p.

Atlas der Weltverwicklungen

Es gibt kaum einen Sozialkunde-, Religions-, Laienmoral-, Geographie-, Geschichtslehrer, und schon gar keinen Dritte-Welt-Zeitschriftenmitarbeiter, der ihn nicht benutzt hätte, den STRAHM, das kleine Werkbuch von Rudolf H. Strahm mit Schaubildern zur „Überentwicklung-Unterentwicklung“. Es gab ihn auch im A4-Format zur Vorlage für Overhead-Folien. Aber in den letzten Jahren war er veraltet. Die so übersichtlich gestalteten Schautafeln bezogen sich auf Daten, die nicht mehr den heutigen Entwicklungen der Weltwirtschaft entsprachen, auch wenn die dargestellten Zusammenhänge noch richtig waren.

Es ist daher sehr zu begrüßen, dass das Welthaus Bielefeld in Zusammenarbeit mit mehreren Dritte-Welt-Initiativen in Deutschland die Initiative ergriffen hat, eine neue Sammlung von Schaubildern „über Armut, Wohlstand und Zukunft in der Einen Welt“ zu veröffentlichen. Wie bei Strahm steht einem Schaubild jeweils eine Seite Kurzinformationen zum selben Thema gegenüber. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die interne

Nutzung der Schaubilder für Unterricht, Seminar und Bildungsarbeit frei ist. Die Bilder im Format 17×24 sind auch einfach auf Folien zu vergrößern. Der neue Look wirkt im Vergleich zu Strahm m. E. zwar etwas weniger modern und übersichtlich, aber das mag eine Frage der Gewöhnung sein. Behandelt werden die vier Themenblöcke: Armut und Wohlstand in der Einen Welt, Globale Entwicklungen, Eine Welt – eine Umwelt, Zukunftsperspektiven.

m.p.

Atlas der Weltverwicklungen. Ein Schaubilderbuch über Armut, Wohlstand und Zukunft in der Einen Welt, hr. v. Welthaus Bielefeld, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2001, 190 S., ISBN 3-87294-877-6, 14,23 Euro

Luxemburgische Linguistik – ein Hilferuf!

Seit bald zwei Jahren sucht forum verzweifelt eine/n Linguistin/en, der die Umtriebe in der luxemburgischen Linguistik kompetent analysieren und endlich die richtigen Fragen stellen könnte. Linguistik war in Luxemburg seit jeher ein Politikum, seit wenigen Jahren ist es aber auch eine von zwei Ministerien in gegenseitiger Konkurrenz gedopte Zukunftsbranche, in der sich eine seltsame Mischung aus unterbeschäftigten Beamten, Abenteuern, national Beseelten und wissenschaftlich Verhinderten tummeln. Im Inland findet die Debatte zwar statt, aber hauptsächlich im Zusammenhang mit Personalfragen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sinn und Zweck der einzelnen Projekte und ihr innerer Zusammenhalt werden nicht thematisiert. Es macht auch leider wenig Sinn, dass forum selber, oder das Lëtzebuerger Land einen polemischen Artikel über die plötzlich am Geld erstickende Linguistik in Luxemburg schreiben. Denn erfahrungsgemäß perlt das an den politisch Verantwortlichen und den schon wieder in Seilschaften organisierten Akteuren schlichtweg ab. Unser Blick richtete sich hilfesuchend auf das Ausland, in der Hoffnung einen ernstzunehmenden, wissenschaftlichen Beitrag zu aquirieren. Doch in der europäischen Linguistik ist Luxemburg mittlerweile bekannt als ein Land, wo sich wissenschaftliches Geld leicht verdienen lässt. Und wer will es sich schon mit einem (potentiellen) Auftraggeber verderben, der die Scheine nur so flattern lässt, die man dann nachher noch nicht einmal bei sich zu Hause versteuern muss.

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