„Un musée encyclopédique“
Ein Besuch im neu eröffneten "Musée national d'Histoire et d'Art" in Begleitung von Direktor Paul Reiles
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Ein Besuch im neu eröffneten “Musée national d’Histoire et d’Art” in Begleitung von Direktor Paul Reiles
Michel Pauly
Als ‘musée encyclopédique’ bezeichnete Kulturministerin Erna Hennicot-Schoepges in ihrer Eröffnungrede am 29. Novembre 2002 das Nationalmuseum (MNHA) am Fischmarkt. Der Ausdruck erinnert unweigerlich an Museen aus dem 19. Jahrhundert mit ihren verstaubten Vitrinen, die alles mögliche Sammelsurium ausstellten, von aufgestopften Tieren oder in Alkohol konservierten Föten bis zu exotischen Kolonialreminiszenzen und Staatsgeschenken. Je nachdem in welchem Land man das Museum besuchte, konnte man Hunderte griechische Vasen oder Hunderte römische Fibeln oder Hunderte ägyptische Papyri bestaunen, ohne eine Chance, Sinn und Zweck dieser Zurschaustellung zu verstehen oder den geringsten Einblick in den historischen Kontext zu bekommen, aus dem die Ausstellungsstücke stammten.
MNHA-Direktor Paul Reiles steht aber zu dieser Definition: „Die ursprüngliche Aufgabe eines Museums ist es nun mal, Zeugnisse der Vergangenheit zu sammeln, zu bewahren und auszustellen. Die Idee stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie darf nicht aktuellen Modeströmungen geopfert werden. Auch die Sammlungen unseres Museums stammen in ihren ältesten Beständen aus dem 19. Jahrhundert. Und wir sind stolz darauf.“
Licht
Trotzdem ist das ‚neue‘ Museum keine verstaubte Anstalt. Schon die Architektur weist in eine andere Richtung, auch wenn hinter dem modernen Kubus die alte Fassade stehen geblieben ist. Sicher wird in verschiedenen Sälen viel Material akkumuliert, „wi beim Lassner“, sagen anscheinend etliche Besucher. „Es kann nicht Aufgabe der Konservatoren sein, auszuwählen, außer in unser Kunstsammlung. Das muss der Besucher selbst tun!“ meint dazu Paul Reiles. Natürlich geschah trotzdem eine Auswahl, denn die Magazine bergen viel mehr als hier gezeigt werden kann, trotz aller Vergrößerung der Ausstellungsfläche. Neben bewusst kumulierend
angelegten Vitrinen kommt das Spektakuläre denn auch nicht zu kurz: einzigartige Objekte wie die Fresken und das Mosaik aus der gallorömischen Villa von Vichten, oder Rekonstruktionen wie die Karelsle von Waldbillig oder die Wehrmauer vom Titelberg durchbrechen das Repetitive von Vitrinen, die daneben Dutzende Fibeln oder Armreife oder Messerklingen ausstellen und die Formenvielfalt einer bestimmten Epoche dokumentieren. Insofern wurde der didaktische Aspekt im Gegensatz zu den eingangs beschriebenen historischen Vorbildern nicht vergessen. „Das war ein permanentes Suchen nach dem Kompromiss,“ meint P. Reiles.
Den Szenographen wurde die Arbeit dabei nicht leicht gemacht. Schon drei Jahre vor der Eröffnung wollten sie genaue Listen der auszustellenden Gegenstände haben. Die Archäologen änderten fast bis zum Tag der Eröffnung ihre Auswahl, um sie auch den definitiven Raumgegebenheiten anzupassen. Der Purismus der Museographen, die ausschließlich ‚schöne‘ Objekte in Vitrinen zeigen wollten, wurde dadurch zugunsten der Museumsdidaktik durchbrochen. Ein Besuch im ‚neuen‘ Museum wird jetzt zum Erlebnis. Ohne
Jetzt schon zeigt sich nämlich Moos- oder Algenbildung und in Regenperioden gibt es in den Untergrund-Stockwerken eindeutig Probleme mit der Feuchtigkeit. Der Steuerzahler hofft, dass der Auftraggeber die verantwortlichen Architekten und Handwerker noch nicht ganz bezahlt hat …
in den Kitsch zu verfallen, wie das etwa bei den pseudo-historischen Nachbauten angeblich mittelalterlicher Häuser in der Wanderausstellung des Kulturministeriums Imago Luxemburg der Fall gewesen war, zögerten vor allem die Verantwortlichen der Sektionen Vor- und Frühgeschichte nicht, auch realistische Inszenierungen nachzustellen, gegen den energieraubenden Widerstand der ausländischen Szenographen. So wurde in den Felsblock, der den ehemaligen Keller des Provinzialratsgebäudes trägt, eine echte Höhle gesprengt, um die Karelsé von Waldbillig nachzuahmen, die einerseits einen der interessanten Fundplätze der jungsteinzeitlichen Rösen-Kultur in ganz Westeuropa darstellt, und in der andererseits parallel dazu dem Besucher Grabungsmethoden vorgestellt werden. In der keltischen Sektion wurden fünf Grabkammern aus Goeblingen und Küntzig rekonstruiert (und zwei weitere aus Lamadelaine und Hellingen in Glasvitrinen, weil die eben nicht aus Holz gebaut waren), um ihren reichen Inhalt darzustellen, der den progressiven Übergang von den keltischen zu den römischen Bestattungsriten erkennen lässt. Außerdem wurden der Wall vom Titelberg und eine Wohngebäude aus dem keltischen Oppidum nachgebaut. Um einen keltischen Bauernhof zu zeigen, musste allerdings auf das Modell von Verberie (Oise) zurückgegriffen werden, weil hierzulande noch kein entsprechendes Gebäude ausgegraben wurde bzw. die meisten von einer römischen Villa überbaut worden waren.
Solche Inszenierungen finden sich nicht in der gallorömischen Sektion. Es wurde keine Villa nachgebaut. Mangelnde Einheit in der musealen Darstellungsform mangelnde Kooperation zwischen den Sektionsverantwortlichen der Preis der viel zu knappen Vorbereitungszeit. Der Direktor macht aus der Not eine Tugend. Einerseits sollte der einzelne Konservator durchaus eine gewisse Freiheit in der Gestaltung seiner Sektion gewährt werden. Daher gab es auch keine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, an der auch Nicht-Archäologen beteiligt gewesen wären, um ein einheitliches Konzept auszuarbeiten. Die engen Fristen – für Direktor Paul Reiles hieß es, die Offerte des „Fonds de Rénovation de la Vieille Ville“ sofort aufgreifen, da die Alternative „oder nichts“ gelautet hätte – erlaubten auch keine fünfjährige Planungsphase. Andererseits hilft die Variation die Ermüdung des Zuschauers verhindern. Und schließlich: Die Fülle von Gegenständen aus gallorömischer Zeit, deren Archäologie nun mal die längste Tradition hierzulande hat, macht eine spektakuläre Inszenierung überflüssig.
Das römische Mosaik aus Vichten ist in der Tat ein Spektakel für sich. Übrigens entspricht die Zur-Schau-Stellung des Mosaiks auch einem ganz präzisen Szenario, das manchen Besucher
verwirrt: Man sieht das zentrale Medaillon nämlich kopfüber. Doch das entsprach der historischen Wirklichkeit: In der Villa blickten Homer und Kalliope nicht auf den Eintretenden, sondern auf den schon im Raum verweilenden Besucher. Und dieselbe Überlegung erklärt die Darstellung der historisch mindestens so außergewöhnlichen Mauerfresken, die in seltener Qualität und Qualität erhalten geblieben sind, in einem engen Gang, da sie auch so in der historischen Situation hingen. (An dieser Stelle vermisst man allerdings die ansonsten hervorragende Beleuchtung.) Schade nur, dass die in den Magazinen wieder entdeckten Fundgegenstände aus Grabungen, die schon in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Vichten durchgeführt worden waren, nicht im selben Zusammenhang ausgestellt werden, sondern eine große Graburne aus schwarzem Marmor etwa in Verbindung mit andern Bestattungsformen ein paar Säle weiter.
„Wir haben so riesige Sammlungen“, meint Paul Reiles, „dass wir auf jeden Schick-Schnack verzichten konnten.“ Außer in Form eines Fernsehfilms über das Feuer-Machen in der prähistorischen Sektion, deren Objekte naturgemäß weniger spektakulär sind, wo auch einiges zum besseren Verständnis mit heutigem Material nachgeahmt wurde – z. B. Bearbeitungstechniken von Silex-Steinen –, wurde ganz auf interaktive oder andere informatikgestützte Techniken verzichtet. „Sie sind überflüssig, teuer und lenken den Besucher vom eigentlichen musealen Gegenstand ab.“ Die Erfahrung im historischen Stadtmuseum, das ja mangels eigener Sammlungen sehr stark auf solche Medien setzt, gibt dem Direktor recht: nicht nur Schüler hängen dort schnell vor den Fernsehschirmen und vergessen, sich die Ausstellung selbst anzuschauen.
Statt dessen gibt es Texttafeln (die sich allerdings schon z. T. von den Wänden zu lösen beginnen) in französischer Sprache, deren Texte demnächst auf englisch und deutsch als Faltblatt zu haben sein werden. Diese Tafeln bieten auch zusätzliches Bildmaterial, das aber leider in bewusst blasser Farbgebung gehalten wird, angeblich um die Ausstellungsobjekte nicht zu erdrücken. Mit dem verblassten Codex Balduini und ähnlichen Darstellungen vermag ich mich aber nicht anzufreunden, auch wenn der Direktor mir versicherte, die ausländischen Experten hätten die Bilder lieber noch blasser gehalten. Mir scheint das nicht nur unästhetisch, sondern auch eine Verfälschung historischer Quellen. Immerhin konnte der Konservator der keltischen Sektion sich durchsetzen und die blasse Farbgestaltung verhindern.
Das überrascht nicht wenn man daran denkt, dass das Haus ja auch Kunstmuseum ist. Und der Direktor wollte trotz Musée d’Art moderne
auf Kirchberg und Casino im Stadtzentrum die Kunstsektion keinesfalls aufgeben. Die gehört für ihn zum „musée encyclopédique“ und zur Tradition des Hauses. Die bestehende Sammlung wird allerdings nur in Richtung der bestehenden Schwerpunkte erweitert, d. h. die École de Paris, die Josef-Émile Muller seiner Zeit angeschafft hat, wird um Werke von zeitgenössischen Künstlern erweitert, die nicht zur École gehörten, und es werden Arbeiten Luxemburger Künstler angeschafft. Allerdings nicht so systematisch, wie man das etwa von einer „Galerie d’art luxembourgeois“ erwarten dürfte – und der Direktor gibt unumwunden den Widerspruch zur Konzeption des enzyklopädischen Museums für Luxemburger Geschichte und Kunst zu. Dazu fehlt aber immer noch der Platz! Gekauft werden vorrangig, wenn die Gelegenheit sich bietet, Werke klassischer Luxemburger Künstler, vielleicht mehr aus einem historischen als aus einem ästhetischen Interesse, und gelegentlich Werke junger Künstler. Vor kurzem erhielt z. B. Bert Theis den Auftrag, ein Glasfenster zu entwerfen für die Kuppel über dem Renaissance-Treppenhaus. Hingegen werden weder große Klassiker gekauft – da begnügt man sich mit den Vorzeigeobjekten von Rosso oder Cranach – noch zeitgenössische Kunstwerke außerhalb Malerei und Skulptur, also z. B. keine Videoinstallationen oder Fotos. Das überlässt man dem neuen Musée d’Art moderne.
Nicht vorgesehen ist eine Sektion über Luxemburger Geschichte nach dem Mittelalter, wenn man vom sog. Folklore-Museum absieht, das Luxemburger Bräuche und Traditionen, Landleben und bürgerliche Hausinterieurs, „Faiencerie“ und „Taken“ zeigt. Gegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die wohl in den Magazinen ruhen, wie die Guillotine aus napoleonischer Zeit oder Schreibmaschinen aus dem vorigen Jahrhundert – es wird Zeit, auch die ersten Computer (mit Bedienungsanleitung!) zu sammeln! – sucht man allerdings vergebens in der Ausstellung.
Wird dieses Museum denn nun genau so Staub ansetzen wie seine Vorgänger? „Wir werden nicht die Ausstellung wechseln um des Wechsels willen“, antwortet Paul Reiles. „Wir haben das nicht nötig, um dieselben Besucher immer wieder anzulocken. Denn niemand kann das Museum bei einem oder zwei Besuchen ganz sehen. Er wird immer wieder Neues entdecken, z. B. unsere kleine Phallus-Sammlung. Doch die Infrastruktur ist sehr flexibel und wenn wichtige Neuentdeckungen gemacht werden, können wir problemlos umstellen und neue Objekte integrieren.“ Ein Beispiel ist das riesige Grabmonument aus Bartringen, dessen Ausgrabung noch nicht abgeschlossen ist. „Work in progress“ nennt das der Direktor mit einem aus der Kunstsparte übli-
chen Begriff. Jedes Mal wenn ein weiteres Teil gefunden wird, soll es ins Puzzle einbaut werden.
… und Schatten
Dieses über zwei Stockwerke ragende Monument verbirgt allerdings auch eine Schwachstelle der neuen Museumsarchitektur, die viel auf das Spiel mit dem Felsen setzt (in dieser Hinsicht übrigens dem Stadtmuseum ganz ähnlich). Jetzt schon zeigt sich nämlich Moos- oder Algenbildung und in Regenperioden gibt es in den Untergrund-Stockwerken eindeutig Probleme mit der Feuchtigkeit. Der Steuerzahler hofft, dass der Auftraggeber die verantwortlichen Architekten und Handwerker noch nicht ganz bezahlt hat …
Die Vergrößerung der Ausstellungsfläche geschah nicht nur durch das Ausbuddeln von drei Stockwerken unter dem ehemaligen Fischmarkt, sondern auch durch die Verlegung der Magazine, Werkstätten und Büros in die ehemaligen Lagerhallen der Bäckerei Fischer nach Bartringen. Die
Archäologen sind nicht glücklich über diese Trennung von Arbeitsstätte und Museum. Andere Lagerhallen sind gar nur angemietet, d. h. die Bestände müssen möglicherweise noch öfters umziehen, was den oft sehr zerbrechlichen Gegenständen keineswegs gut tut.
Ein bisschen Platz verliert auch die Sektion ‚Vie luxembourgeoise‘ oder ‚Arts traditionnels et populaires‘, die in den Häusern der Wiltheimstraße untergebracht ist und auch während der Umbauarbeiten nicht geschlossen war. Die Gebäude gehören nämlich, wie das gesamte Stadtviertel, dem „Fonds de Rénovation de la Vieille Ville“, der sie zum Teil wieder Wohnzwecken zuführen bzw. Geschäftslokale darin unterbringen will. Den zur Zeit ihrer Eröffnung vor gut 20 Jahren als neuartig empfundenen Sälen dieser Sektion, etwa über Landwirtschaft im Ancien Régime oder über die Anfänge der Industrialisierung, sieht man im Kontrast zu den neuen Sälen auch die Alterung an. Darüber hinaus haben diese Teile des Museums mittlerweile Konkurrenz bekommen von Museen auf dem Lande (Binsfeld, Peppingen, Bech-Kleinmacher, …, vielleicht demnächst Esch-Belval, wer weiß), so dass nach Direktor Reiles hier eine Neudefinierung der Aufgaben ansteht, die möglicherweise eine interne Kompensation für den Verlust ermöglicht, die über den Zugewinn des ‚Salon bleu‘ aus dem Komplex der Josephsklinik hinausgehen könnte. Abfallen tut auch die mittelalterliche Sektion im ‚neuen‘ Museum. Sie ist sicher mit genauso viel Hingabe gestaltet worden wie alle andern, gezeigt werden auch etliche hoch interessante Objekte, ob das nun sehr unspektakulär ein sehr frühes Beispiel einer Uhr aus der Burg Burscheid ist oder der zu wenig beachtete Altaraufsatz aus Rosport, womöglich das älteste Beispiel figurativer Skulptur aus nachrömischer Zeit nördlich der Alpen, oder die in den Magazinen wiedergefundene, seidene Totenkappe eines Echternacher Abtes. Die vier Säle nehmen sich aber zweifellos etwas bescheiden aus, von den fehler-
haften Begleittexten mal ganz abgesehen. Hier rächt sich, dass die Sektion immer noch keinen eigenen Konservator hat, obschon der Posten im Gesetz von 1988 vorgesehen ist und seine Besetzung Jahr für Jahr vom Direktor verlangt wird. Im Kulturministerium besteht dafür keine Priorität.
Es ist das einer der Gründe, warum der Direktor beim diesjährigen Neujahrsempfang die Verabschiedung der Gesetzesnovellierung für die staatlichen Kulturinstitute anmahnte. Die Ministerin antwortete, das Projekt liege schon im Regierungsrat. Der Direktor wie seine Mitarbeiter machen sich allerdings keine Illusionen. Sogar wenn es noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet wird, gibt es nur dem de-facto-Zustand eine legale Basis. Das heißt, jene Mitarbeiter, die seit Jahren aufgrund von Zeitverträgen fürs Museum arbeiten (die völlig illegal alle zwei Jahre verlängert wurden, obschon das automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag bedeutet hätte), werden endlich ein Statut erhalten. Aber eine Aufstockung des Personalbestands ist nicht vorgesehen. Nicht einmal der absolut unterentwickelte ‚service éducatif‘ soll erweitert werden, obschon das Naturmuseum hier gezeigt hat, was alles möglich ist, wenn man eine schüler- und schulgerechte Offerte anzubieten hat. „Wir sind zu brav,“ sagte Paul Reiles wohl zu Recht in seiner Ansprache. Hunderte von Überstunden wurden geleistet, um das Museum fristgerecht eröffnen zu können. Und das Ministerium zieht die Schlussfolgerung: Es geht also auch ohne zusätzliches Personal! Dass der tägliche Stress bei etlichen Mitarbeitern mittlerweile ernsthafte Gesundheitsschäden hervorgerufen hat, wird ignoriert. Und die Berichte über archäologische (insbesondere über vorgeschichtliche, gallorömische und mittelalterliche) Grabungen werden weiterhin nicht geschrieben werden, weil die drei fest angestellten Archäologen von einer Notgrabung zur anderen hetzen und trotzdem noch etliche übersehen müssen, so dass weder die nationale Öffentlichkeit, die eigentlich ein Recht darauf hätte, noch die historische Wissenschaft je erfährt, was denn die Grabungen an neuen Erkenntnissen gebracht haben, welche Kapitel der nationalen Geschichte neu geschrieben werden müssen.
Und ein PR-Beauftragter wird auch in Zukunft fehlen. Wohl hat die populäre französische Zeitschrift Archéologia in ihrer Dezember-Nummer 2002 den Fresken einen Farbbeitrag von 12 Seiten gewidmet. Und es besteht kein Zweifel, dass das Luxemburger Nationalmuseum Schätze birgt, die durchaus europaweit Aufsehen verdienen. Doch es fehlt, wie Direktor Reiles als erster bedauert, an Krediten für PR-Arbeit. Schade. Das Museum, genau wie die andern Luxemburger Kulturinstitute, hat mehr verdient.
Eine Aufstockung des Personalbestands ist nicht vorgesehen. Nicht einmal der absolut unterentwickelte ‚service éducatif‘ soll erweitert werden, obschon das Naturmuseum hier gezeigt hat, was alles möglich ist, wenn man eine schüler- und schulgerechte Offerte anzubieten hat.
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