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Luxemburg ist neben Belgien und Österreich das einzige EU-Land, in dem Volksschullehrer nach nur drei Jahren Ausbildung in die berufliche Praxis entlassen werden und nur noch sporadisch von Inspektoren auf ihre pädagogischen Fähigkeiten hin geprüft werden. Daher wurde schon vor Jahren im ehemaligen ISERP ein neuer Ausbildungsplan ausgearbeitet, der darauf abzielt, theoretische und praktische Ausbildung besser zu verzahnen, was aber nur möglich ist, wenn die Ausbildung auf vier Jahre ausgedehnt wird. Dieselben Folgen hat eine bessere Vorbereitung auf die multikulturelle Situation in den Primärschulen, die nach einhelliger Meinung ein Grund für die schwachen Ergebnisse der Luxemburger Schüler in internationalen Vergleichstests ist.
Die ehemalige Hochschulministerin Erna Hennicot-Schoepges (CSV) war ebenfalls von der Notwendigkeit einer derartigen Reform überzeugt worden. Bei der LSAP stand sie im Wahlprogramm, das die Erziehungsministerin Mady Delvaux-Stehres auch umzusetzen gedenkt. Das von der geistes- und erziehungswissenschaftlichen Fakultät eingereichte Projekt eines Bachelor-Studiengangs für zukünftige Lehrer sieht denn auch 240 ECTS-Kredite vor, d.h. in der Regel eine Studiendauer von vier Jahren. Doch Teile der CSV sind mit dieser Studienverlängerung nicht einverstanden. Sie wittern die Gefahr, dass dann die Primärschullehrer auch höhere Gehälter fordern werden, was die Lehrergewerkschaften auch nicht in Abrede stellen. Statt um das Wohl der Kinder geht es also vornehmlich um die Staatskasse.
Daher wurde die ehemalige CSV-Präsidentin nach Straßburg abgeschoben und mit vereinten Kräften wollen der Hochschulminister Franz Biltgen und der Beamten-Minister Claude Wiseler nun die geplante Ausbildungsreform für Lehrer, eine absolute Voraussetzung zur eigentlichen Ausbildungsreform bei den Schülern, hintertreiben. Den von der Uni geplanten Studiengang soll nun der Regierungskommissar beim Conseil de gouvernance an der Uni als treuer Parteisoldat verhindern. Nach Monaten der Entscheidungslosigkeit des oberstes Leitungsorgans der Uni setzte er
im Dezember beim Conseil de gouvernance den Beschluss durch, dass alle an der Uni Luxemburg angebotenen Bachelor-Studiengänge nur 180 ECTS-Kredite betragen sollen. Inhaltliche Gründe dafür konnte er genauso wenig anführen wie andere darob befragte Ratsmitglieder. Man beschränkt sich wieder auf das vom Regierungskommissar schon öfters bemühte ästhetische Argument: es soll für alle gleich aussehen. (Mit diesem ästhetischen Argument wurde vor wenigen Jahren vom selben Regierungskommissar promovierten Historikern und Physikern, die auch im Sekundarunterricht tätig waren, verboten, weiterhin an Forschungsprojekten der Uni teilzunehmen: man wolle die beiden Ausbildungszweige klar trennen.)
Im Januar sollte es dann um die konkreten Bachelor-Programme gehen, die von den Fakultäten ausgearbeitet wurden. Da dürften dann die Ratsmitglieder die gewichtigen, inhaltlichen Gründe für ein 240-ECTS-Kredite-Bachelor erfahren und entdeckt haben, in welche Falle sie der Regierungskommissar mit seinem Dezember-Beschluss gelockt hatte. Die neuesten Ergebnisse der PISA-Studien geben den Befürwortern einer derartigen Reform natürlich kräftig Aufwind. Auch der Bologna-Prozess sieht ausdrücklich vor, dass ein Bachelor-Studium zwischen 180 und 240 ECTS-Kredite betragen darf; die im Dezember beschlossene Beschränkung auf 180 ist von daher nicht legitimiert.
Die Folge war, dass der Conseil de gouvernance zu keiner Entscheidung fand und erneut kein Bachelor-Studiengang beschlossen wurde, obschon der Druck von Seiten der potenziellen Studenten, die wissen wollen, was ab Herbst an der Uni Luxemburg geboten wird, immer größer wird. Die Ratsmitglieder haben wohl auch erkannt, dass ihnen der schwarze Peter zugeschustert werden soll für eine politische Entscheidung, die eigentlich eine latente Regierungskrise bedeutet: Kann die LSAP-Bildungsministerin oder die konservative CSV-Riege sich durchsetzen? Werden finanzielle Argumente oder pädagogische ausschlaggebend sein? Die Frage ist eindeutig eine politische und die Uni-Leitung täte gut daran, sich nicht vor den falschen Karren spannen zu lassen.
m.p.
Richtigstellung
In forum Nr. 241/November 2004 zitierte Volker Zotz in seinem Beitrag "Der Fall Buttiglione" die Aussagen des designierten, aber abgelehnten italienischen Mitglieds der EU-Kommission zur Homosexualität. Für den Leser konnte der Eindruck entstehen, Rocco Buttigliones Überzeugung, Homosexualität sei eine Sünde, wäre für Katholiken völlig legitim.
Auf Anfrage hin sei klargestellt, dass der katholische Weltkatechismus Homosexualität an sich keineswegs als Sünde bezeichnet. In § 2358 heißt es ausdrücklich: „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen.“ Verurteilt werden „nur“ homosexuelle Handlungen.
Da die aktuelle medizinische Forschung dahin tendiere anzunehmen, dass Hetero- wie Homosexualität in den neun Monaten vor der Geburt festgelegt werden, in Abhängigkeit vom Stoffwechsel der Mutter, wäre nach Publik-Forum (Nr. 21/5.11.2004) eine Revision dieser Haltung der Kirche längst überfällig: Wenn der Schöpfergott Freude an der Diversität der sexuellen Ausrichtung hat, können homosexuelle Handlungen nicht „gegen das natürliche Gesetz verstoßen, (weil) die Weitergabe des Lebens beim Geschlechtsakt ausgeschlossen bleibt“, wie es im Katechismus (§ 2357) heißt. Doch dann muss logischerweise die Kirche ihre gesamte Einstellung zur menschlichen Sexualität neu überdenken, da sie nicht mehr exklusiv an den Zeugungsakt gebunden sein kann, wie schon das 2. Vatikanische Konzil andeutete.
m.p.
Le pouvoir des muséographes
Le Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg montre jusqu’au 20 mars prochain une exposition qui selon un texte d’introduction doit annoncer le renouvellement des collections permanentes prévu pour 2005/2006. Le sujet en est "Luxembourg, siège des pouvoirs. Réalités et représentations urbaines". L’exposition, qui se tient sur
une étage (la 4e), est construite autour de douze vocables en relation évidente avec le terme de pouvoir : apparat, discours, édifices, élections, force publique, législations, occupation, représentations, résistances, spectacle, successions, territoire. Chaque terme est introduit par un panneau l’expliquant à la manière d’une entrée dans un dictionnaire populaire (textes qu’on peut d’ailleurs relire sur www.musee-hist.lu/page_14707.html), parfois accompagné d’une citation d’un auteur plus ou moins illustre. Puis le vocable est illustré par quelques objets jugés emblématiques : une crosse épiscopale et l’épée de parade du ministre d’État pour le terme "apparat", des portraits de grand-duc, ministre, bourgmestre, industriels, banquiers, … et de Notre Dame de Luxembourg face à des photos de groupes (classes, ensemble des employés d’un bureau de postes, …) pour "représentations", des cartes (de la commune de Luxembourg et un peu plus loin de l’État) pour "territoire". Les illustrations du terme "spectacles" montrent des inaugurations, des visites d’État, des processions religieuses, … et à la télé on peut suivre les discours tenus lors de l’inauguration du Pont rouge, du monument Schuman et du premier bâtiment administratif européen au Kirchberg (le bâtiment tour) en 1966. Alors que ce film aurait parfaitement pu illustrer la section "discours", celle-ci se limite curieusement à montrer des extraits de films en partie inédits et sans son de spectacles du pouvoir comme les funérailles d’Emile Mayrisch (1928), les fêtes du centenaire de l’indépendance (1939), l’arrivée du Gauleiter Gustav Simon (1940). Dans la section "Force publique" un petit écriteau dénonce "le mythe des dominations étrangères" sans qu’on comprenne le contexte ou les liens avec les casques et uniformes exposés. S’agirait-il de distinguer le pouvoir légitime de cette époque qui va du 15e au début du 19e siècle de l’"Occupation" montrée en face ?
Romain Hilgert a critiqué, à juste titre, l’absence, dans une exposition consacrée au pouvoir, de ceux qui sont soumis à ces pouvoirs ainsi que de la question de savoir dans l’intérêt de qui ces pouvoirs sont exercés (d’Lëtzebuerger Land, n° 52/53 du 24/12/2004). On
pourrait aussi se demander quel pouvoir exerce donc la Vierge Marie. Et si on énumère l’Église parmi les détenteur de pouvoir ne faudrait-il pas évoquer aussi le pouvoir à l’intérieur de l’Église, car Église n’est pas synonyme de hiérarchie catholique ?
Si cette exposition doit préfigurer les futures salles d’exposition permanente du MHVL, il faut certainement saluer l’effort didactique, mais parler d’"une approche expérimentale basée sur la logique des liens hypertextuels et des réseaux de signification" me semble
un peu fort pour des ficelles ressemblant plutôt à de grosses cordes. Le contraste en tout cas est saisissant avec les expositions temporaires auxquelles nous avait habitués le MHVL où la mise en scène très enjouée cachait souvent les fils qui reliaient les sections et objets entre eux de sorte qu’il fallait suivre une visite guidée pour s’en apercevoir. Les muséographes ont bien le pouvoir de guider leurs visiteurs, ils peuvent aussi l’induire en erreur, le manipuler : le non-dit est aussi un message de pouvoir.
m.p.
d’Peffermillen
De Koschter wor net weider iwwerrascht, dass de Postdirekter d’Pressekonferenz vum franséischen Ekonomisprofesser Fontagné iwwert d’Compétivité vun der Lëtzebuerger Wirtschaft fluchtaartg verlooss huet, wi deen di iwwerhéichte Präisser fir Internet an ähnlech Déngschtleeschungen zu Lëtzebuerg kritiséiert huet. De Koschter hat schon eng Kéier hei d’Geleënheet drop hinzeweisen, wéi d’Bréifpost mengt iwwert dem ‚droit commercial‘ ze stoen an net musse fir Feeler opzekommen. Elo ass en eng Story aus dem Beräich Finanzoperatioune gewuer gin, di der Post hir eegenaarteg Interpretatioun vun de Lëtzebuerger Gesetzer an hiert gestéiert Verhältnis zum Client openeits beleet. Eng Rei Veräiner aus dem Lands wore nämlech net wéineg verwonnert, wi se vu Leit oder Entreprisen, deenen se Suen iwwerwisen hate, Reklamatioune kritt hun, well di Sue ni ukomm sin. Op Nofro hi bei der Post kruten se gesot, hire Konnt wär gespaart, well et géif eng Fotokopie vun de Cartes d’identité vun de Comitésmembere feelen. No laangem Fuerschen hun se erausfonnt, dass dat op dat neit Gesetz iwwert de Blanchiment d’argent zréckzeféieren ass, dat esou eng Kopie verlaangt. Dogéint ka jo keen seriöse Bierger eppes hunn. Mä während di kommerziell Banken hir Clienté frëndechst invitéiert hunn, hinnen esou eng Kopie laanscht ze bréngen, huet d’Post einfach di betraffe Konnte gespaart, ouni hire Clienté dat mattzedeelen. Do huet kee Protest géint di onkauscher Praktike gehollef. De Koschter versteet dat ganz gudd, well d’Post behaapt dach selwer vun sech: „La banque moins chère n’est pas une banque.“ Firwat soll se dann am Déngscht vum Client stoen?
m.p.
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