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Buchbesprechungen, besonders aus dem Bereich der historischen Forschung, hat es in "forum" schon öfters gegeben. Das ist nicht neu und nicht typisch für diese Zeitschrift. Wenn wir, wie angekündigt, der wissenschaftlichen Forschung in Luxemburg mehr Raum geben wollen, so heisst das, dass wir auch andere Wissenschaften, etwa die Ökonomie, die Geographie, die Soziologie, … zu Wort kommen lassen wollen, und dass wir hier solche Arbeiten vorstellen wollen, die in den üblichen Medien kaum beachtet werden. Wir denken dabei in erster Linie an die "mémoires scientifiques", die jeder Lehramtskandidat im Rahmen des "stage pédagogique" schreiben muss. Diese Arbeiten sind zwar im Rahmen einer pädagogischen Ausbildung sinnlos, stellen aber für die Forschung in Luxemburg den einzigen regelmässigen Beitrag dar, zumindest in den Human- und Sozialwissenschaften. Infolge der Stress-Bedingungen, in denen diese Arbeiten üblicherweise geschrieben werden, ist es kein Wunder, dass auch manche davon kaum erwähnenswert sind; andere hingegen sind von recht hohem Niveau und kommen zu wirklich interessanten, lies neuen Ergebnissen, welche die weitere Forschung nicht unberücksichtigt lassen kann.
Hier liegt aber seit Jahren ein Problem: es gibt nämlich kein offizielles Verzeichnis, welche Themen schon in solchen "mémoires" behandelt wurden.
Wo sie eingesehen werden können (denn die allerwenigsten werden gedruckt), ist auch unklar; es liegen deren im Staatsarchiv (die älteren), einige in der Nationalbibliothek (die einzigen, die über die Nationalbibliographie erschliessbar sind) die neueren im Prinzip (!) im Archiv des "Centre Universitaire". Dass es noch nicht häufiger zur Doppelbehandlung desselben Themas gekommen ist, liegt einzig und allein daran, dass die Zahl der Professoren, die in jedem Fach als "patron de thèse" in Frage kommen, in Luxemburg ziemlich begrenzt ist und sie daher die Kandidaten auf mögliche Vorgänger aufmerksam machen können. Aber das beginnt sich zu ändern. Die nebenstehend vorgestellte Arbeit, die an der Metzer Universität geschrieben wurde, ignoriert z.B. zwei wichtige "mémoires de stage", die zum selben bzw. einem angrenzenden Thema vor weniger als 6 Jahren geschrieben wurden! Und den Autor trifft dafür keine Schuld.
Dabei wäre eine Lösung dieses Problems sehr leicht. Jedes Jahr könnte pro Forschungszweig eine Liste der geschriebenen "mémoires scientifiques" in einer betreffenden Fachzeitschrift veröffentlicht werden: die "Hémecht" zählt die historischen Arbeiten auf, "nos cahiers" die literatur- und sprachwissenschaftlichen, usw., so wie die ADUSEC jetzt schon die Titel der wirtschaftswissenschaft-
lichen Arbeiten in ihren "reflets économiques luxembourgeois" aufzählt. Dabei könnte man auch angeben, in welcher Bibliothek oder in welchem Archiv ein Exemplar zugänglich ist, oder ob der Autor sie wegen Fortführung seiner Forschungen eventuell noch nicht freigibt. Von einer kritischen Besprechung der in einer solchen Liste aufgeführten Titel könnte man erst einmal absehen.
"forum" möchte allerdings einen Schritt weitergehen und wird in Zukunft die Autoren bitten, auf 1-2 Seiten ihre Arbeit vorzustellen, indem sie ihre Arbeitsmethode oder wichtige Erkenntnisse
kurz erläutern. Das kann natürlich nicht mit allen "mémoires de stage" geschehen. Eine Analyse der Vasenmalerei des 5. Jahrhunderts vor Christus oder der Muschelkalkformation in Hintertupfingen scheint uns für "forum"-Leser uninteressant. Doch die Forscher, genauso wie unsere Leser, sollen jederzeit Vorschläge machen, Hinweise geben, falls die Redaktion eine Arbeit übersehen hätte. Wir hoffen, der wissenschaftlichen Forschung so einen Dienst zu erweisen, ihr einen Schritt in die Öffentlichkeit zu ermöglichen, und hoffen für uns, dass "forum" für einen zusätzlichen Leserkreis zur unentbehrlichen Zeitschrift wird. m.p.
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