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10 Jahre

Publik-Forum

Vor 10 Jahren, am 28.1.1972, erschien in der BRD erstmals eine Zeitschrift, der damals niemand, und die Herausgeber selbst wohl nicht, zugetraut hätte 10 Jahre zu überdauern: ‚Publik-Forum‘. Herausgegeben wurde sie von Lesern der Tageszeitung ‚Publik‘, der die deutschen Bischöfe 1971 die Finanzmittel entzogen hatten, weil sie ihnen politisch zu offen geworden war, das 2. Vatikanische Konzil zu sehr wörtlich genommen hatte. An der Spitze der Leserinitiative standen, und stehen heute noch, so bekannte Personen wie Karl Rahner, Carl Améry, Norbert Greinacher, Marianne Dirks, Heinz Missalla u.a.m. Ihr Ziel, ‚Publik‘ wiederherzustellen haben sie nicht erreicht, ‚Publik Forum‘ erscheint heute alle 14 Tage; die durchschnittliche Auflage hat 1981 18436 Stück erreicht; drei hauptverantwortliche Redakteure sind beschäftigt.

Die Notwendigkeit einer ‚Zeitung kritischer Christen‘, wie P.-F. sich heute im Untertitel nennt, braucht man ‚forum‘-Lesern nicht zu erklären. Sie leistet der Kirche an erster Stelle, obschon von deren Hierarchie beargwöhnt, einen grossen Dienst, indem sie in ihr oft schlechtes Image in der Gesellschaft einen kleinen Lichtschein bringt und den Dialog mit den zahlreichen Rand- und Nicht-Mehr-Christen ermöglicht und zweitens indem sie der Kirche selbst den Spiegel der

Heiße Eisen?

Gedrückt
haben wir uns
davor nie.

Wo andere
aufgehört haben,
fangen wir an.

evangelischen Radikalität regelmässig vorhält. So ist es denn auch kein Wunder, dass in den inner-kirchlichen Streitigkeiten, denen gerade die deutsche Kirche öfters ausgesetzt ist, (vgl. Küng Metz …), ‚Publik-Forum‘ stets in vorderster Front auf Seiten jener anzutreffen ist, die für mehr Christenrechte in der Kirche eintreten. Darüberhinaus finden kritische Christen heute in ‚Publik-Forum‘, wie Chefredakteur H. Pawlowski in der Jubiläumnummer schreibt ‚eine publizistische Plattform der Orientierung und Diskussion für die grossen Themen unserer Zeit, wie Hochrüstung, Arbeitslosigkeit, Ökologie, Dritte Welt Sexismus und Rassismus, Wirtschaftsimperialismus alternatives und solidarisches Leben. Das Evangelium bleibt nicht im kirchlichen Raum stecken, treibt zur ‚Einmischung‘ in die Kompetenzen der Mächtigen und Reichen‘.

‚forum‘ ist durch ein altes, freundschaftliches Verhältnis an ‚Publik-Forum‘ gebunden, das unsere Redaktion sozusagen als ‚grossen Bruder‘ ansieht. In der Nr.9 vom 12.5.1973 übernahm das ‚Bulletin

d’information de la ‚Jugendpor Lëtzebuerg“, ebenfalls im Januar 1972 entstanden, meines Wissens zum ersten Mal einen Beitrag aus P.-F. Noch heute können Leser von ‚forum‘, dem Nachfolger des ‚Bulletin‘, die Pertinenz der P.-F.-Überlegungen und Analysen in nachgedruckten Artikeln regelmässig überprüfen. Weit davon entfernt nach Plagiat oder Raubdruck zu rufen, hat die ‚Publik-Forum‘ Redaktion unser Mühen stets unterstützt und auch konkrete Hilfestellungen geleistet. Die Qualität ihrer Arbeit haben auch manche ‚forum‘-Leser anerkannt und sich nach der Lektüre von in ‚forum‘ nachgedruckten ‚Publik-Forum‘-Artikeln selbst auf ‚Publik-Forum‘ abonniert. Wir wünschen unsern Frankfurter Freunden, dass es noch viele weitere sein werden. Hier deshalb ihre Verlagsanschrift: Publik-Forum, D-6000- Frankfurt 70, Postfach 700771. Ein Abonnement kostet 35,-DM im Halbjahr, für Studenten 17,50 DM im Halbjahr. Wer sich bei der ‚forum‘-Redaktion meldet, dem können wir ein kostenloses und unverbindliches Probeabonnement auf 3 Nummern vermitteln. m.p.

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

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