Abtei Neumünster: ein Kultur- oder ein Bauprojekt?

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Abtei Neumünster:

Ein Kultur – oder ein Bauprojekt?

Obschon dem Vernehmen nach immer noch am Projekt eines Zentrums für zeitgenössische Kunst auf Drei Eicheln gebastelt wird, allein die endlose Verzögerung bei der Fertigstellung des Gesetzesprojektes, das ja den Ministerrat noch nicht einmal passiert hat, zeigt den Eifer, mit dem die zuständigen Beamten noch daran herumwerkeln. Es ist daher verständlich, daß der Kulturminister sich gezwungen sieht, mit anderen Projekten aufzuwarten, um seinen Titel zu rechtfertigen. Am Juli 7. wird er der Presse zwei Vorhaben seines Ministeriums vorstellen, deren Planung bzw. Verwirklichung z. T. schon weit fortgeschritten sind: die Erforschung und Wiedererrichtung der Stadtmauer in Stadtgrund zur Clausener Seite und die Erforschung, Restaurierung und Neueinrichtung der Neumünsterabtei als Kulturzentrum. "forum" hat sich vor Ort über beide Projekte informiert und nicht nur Positives aufgedeckt.

Beginnen wir mit dem Positiven: Anfang Mai deponierte der Bautenminister in der Abgeordnetenkammer das Gesetzprojekt zum Umbau der Neumünsterabtei in Stadtgrund in ein "Centre Culturel de Rencontre". Das Projekt, dessen kulturelles Konzept schon unter Kulturminister Robert Krieps in seinen Grundlinien feststand (vgl. "forum", Nr. 111, S. 3ff.), kann also nunmehr die legislative Hürde nehmen.

Die Vorarbeiten im geschichtsträchtigen Gebäudekomplex haben denn auch schon unter dem Impuls des Denkmalschutzamtes, das ja ebenfalls in einem Flügel der Abtei untergebracht ist, begonnen. So haben die Archäologen den Binnenhof im Kreuzgang der Abtei ausgegraben und dabei die bislang ältesten Reste der mittelalterlichen Siedlung Luxemburg ans

Tageslicht gebracht. Neben einer gepflasterten Straße aus dem späten Mittelalter, die zur Krudelspforte (hinter dem "Tutesall") führte, fanden sie den Friedhof, der zum ersten Gebäude der Abtei (16. Jh.) im Grund gehörte. Die rund 160 Skelette sollen in naher Zukunft von Fachleuten der Universität Amsterdam ausgegraben und näher untersucht werden. Leider sind allerdings schon an anderen Stellen des Neumünsterkomplexes Gebeine und Holzsärge vom Bagger – u. a. beim Umbau des "Tutesall" – rücksichtslos beiseite geschafft worden. Schließlich wurden Keramikreste gefunden, die sich mit etlicher Sicherheit in die karolingische Periode einordnen lassen, so daß endlich Zeichen einer Besiedlung des Alzettetales vor der Zeit Sigfrids vorliegen.

Nur eine halbe Chance für die Archäologen

Zur Zeit ruht allerdings diese Grabung, da der Grundwasserspiegel erreicht ist, und nur sehr schwere Pumpen ein Weiterarbeiten zur Erforschung der unter der entdeckten Straße und dem Friedhof liegenden Schichten ermöglichen könnten. Diese teure Grabung könnten die Archäologen sich aber vielleicht sparen, wenn sie endlich die Gewißheit erhielten, daß sie das Areal zwischen Abtei und ‚Tutesall‘, wo die Fortsetzung der mittelalterlichen Strukturen vermutet werden dürfen, nach allen Regeln der Kunst ausgraben dürfen. Diese für die Luxemburger Stadtgeschichte absolut sensationelle Arbeit profitiert von der einmaligen Präsenz eines belgischen Archäologen, der seit Jahren als internationaler Fachmann der mittelalterlichen Stadtkernarchäologie ausgewiesen ist. Kann die Grabung erfolgreich abgeschlossen werden, womit einerseits auch eine Veröffentlichung der Ergebnisse in der wissenschaftlichen Fachliteratur und andererseits die Erhaltung der Überreste ‚in situ‘ gemeint ist, ist die internationale Aufmerksamkeit gesichert, denn die Gelegenheiten, mittelalterliche Stadtviertel auszugraben, sind europaweit höchst selten gegeben, weil sie meistens überbaut wurden.

Trotz dieser auf den ersten Augenblick außergewöhnlich günstigen Umstände scheint das Interesse der zur Entscheidung herausgeforderten Politiker eher gering. Einerseits verfügt das staatliche Denkmalschutzamt immer noch nicht über einen eigenen Archäologen (!!); der vom belgischen Grabungsdienst ausgeliehene Fachmann muß auf der Basis eines privaten Arbeitsvertrags arbeiten und verfügt über keine fachlich ausgebildeten Helfer, bei einer Grabung, die andernorts mindestens zwei bis drei Archäologen und weitere vier, fünf Fachkräfte vollamlich beschäftigen würde. An die wissenschaftliche Publikation der Grabung kann also in den nächsten Jahren trotz der Sensationalität der Funde nicht gedacht werden, denn ein guter Archäologe rechnet mit zehn Monaten Auswertung und Redaktion für zwei Monate Grabungszeit.

Andererseits drängt – unter dem Einfluß der staatlichen Bauverwaltung, von der seit langem und an vielen Beispielen belegbar bekannt ist, daß sie Archäologie als Freizeitluxus ansieht – der Bauten-, aber anscheinend auch der Kulturminister auf einen baldigen Baubeginn zur Einrichtung eines Kulturzentrums. Einmal mehr muß das Jahr 1995, in dem Luxemburg europäische Kulturstadt sein wird, dazu herhalten, eine wahre kulturelle Großtat, mit der wir international mehr Lob ernten und einen originellen Beitrag zur einheimischen Kultur und touristischen Attraktivität leisten könnten als mit einem noch so modern konzipierten Kultur- und Begegnungszentrum, deren es auch andernorts gibt, zu verhindern. Denn es steht fest, daß eine wissenschaftliche Ausgrabung mindestens drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird. Einmal mehr bewahrheitet sich hier, was in der vorigen "forum"-Nummer in bezug auf Drei Eicheln gesagt wurde: In Luxemburg geht die Restauration vor der Grabung und Untersuchung, geht die kulturelle Fassade vor historischer Forschung, geht Ästhetik vor Wissenschaft.

Einmal mehr versäumte auch der Direktor des "Service des Sites et Monuments", trotz eigener Ankündigung die Chance, die ersten Ergebnisse bzw. die Archäologen selbst bei der Arbeit dem Publikum zugänglich zu machen, obschon im Juni 1991 alles, inklusive Tribüne im Kreuzgang und Ausstellung mit Photos und erklärenden Texten, in einem Nebensaal bereit war ("forum", Nr. 128-129, S. 76). Der Einbezug der Öffentlichkeit ist aber gerade aus politischen Gründen wichtig. Die Erfahrung lehrt, daß in Luxemburg das Interesse für historische Neuentdeckungen und Forschungsergebnisse als hoch anzusehen ist. Wer den Bürgern die Gelegenheit zum Einblick in die Arbeit des Archäologen gibt, weckt auch Verständnis für die entsprechenden Ausgaben aus den Staatsseckel. Gerade die Ergebnisse der Archäologen auf der verhältnismäßig kleinen Fläche des Binnenhofes müßten auch Politiker, die auf Wählerstimmen schielen, überzeugen, daß hier mehr Lorbeeren zu holen sind als durch eine schnelle Realisierung des Umbaus.

Ungereimtheiten beim Umbauprojekt

Doch auch der geplante Umbau selbst, wie er im Gesetzesprojekt 3619 beschrieben wird, kann nicht in allen Teilen überzeugen. Zu begrüßen ist ohne Zweifel der Versuch, sowohl das Abteigebäude als auch den dahinter liegenden Gefängnisbau (‚Criminel‘) einer neuen, kulturellen Funktion zuzuführen. Die Konzeption, die schon aus den Zeiten von Robert Krieps stammt, wurde anscheinend von einem französischen "scénographe" nochmals überarbeitet, ohne daß allerdings wesentliche neue Impulse eingebracht wurden. Das Zentrum soll einerseits Ausstellungen Raum bieten, andererseits Arbeitsstätten für Künstler verschiedener Gattungen (aufgezählt werden Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Weberei, Keramik, Theater, Tanz, Pantomime, Film u.a.m. … !!) zur Verfügung stellen und drittes nationale und internationale Tagungen zu kulturellen Themen ermöglichen, und schließlich auch den Lokalvereinen aus Stadtgrund endlich Versammlungsräume eröffnen. Es entspricht in dieser mehrfachen Zielsetzung ohne Zweifel einem Bedürfnis; das rechtfertigt aber nicht die oben angeprangerte Eile, die dazu führt, daß die historische Wissenschaft die Kosten der Umnutzung zu tragen haben wird.

In Sachen Ausstellung ist einerseits an den reduzierten Wiederaufbau der Ausstellung über 150 Jahre Luxemburger Geschichte aus dem Jahr 1989 und an eine solche über die Gebäude selbst gedacht, andererseits an wechselnde Ausstellungen, z.B. der in den Werkstätten arbeitenden Künstler oder auch im Austausch mit ausländischen Kulturzentren derselben Art. Diese vielen Ausstellungen werden aber wohl in recht kleinen Räumen untergebracht werden müssen, denn der Staatsarchitekt will dem Vernehmen nach nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, auf recht billige Art einen großen Raum zu schaffen: Weil die Alzette so nahe vorbeifließt und der Grundwasserspiegel entsprechend hoch liegt, wird wahrscheinlich der gesamte Kreuzgang-Innenhof ausgebaggert werden müssen, um das ganze Gebäude in ein wasserdichtiges Becken zu setzen. Das dürfte kurzfristig die Archäologen freuen – vorausgesetzt, sie er-

Trotz dieser auf den ersten Augenblick außergewöhnlich günstigen Umstände für archäologische Arbeit scheint das Interesse der zur Entscheidung herausgeforderten Politiker eher gering.

halten die nötige Zeit, um ihrer Arbeit nachzugehen
-, doch danach soll dieses Becken wieder mit Boden
gefüllt werden, statt daß man davon profitiert, um den
Binnendorf zu unterkellern und einen großen unterir-
dischen Raum für die 89er Ausstellung zu schaffen,
in dem auch noch Teile der 1991 ausgegrabenen
Straße und Gräber ‚in situ‘ gezeigt werden könnten.

Von einem Erhalt der höchst interessanten archäolo-
gischen Überreste will außer den Archäologen an-
scheinend niemand was wissen; die auch von uns
vorgeschlagene Überglasung des Kreuzgangs wurde
aus Kostengründen verworfen, bevor überhaupt fest-
steht, ob der zweite Teil der archäologischen Ausgra-
bungen – hinter der Abtei – genau so ergiebig sein
wird und erhalten werden wird. Der auch von Lu-
xemburg im Februar unterschriebenen Europarats-
Konvention von Malta zufolge dürfte aber nach in-
ternationalem Recht das archäologische Patrimoni-
um nicht angetastet werden. Allerdings wurde dem
Luxemburger Parlament diese Konvention noch
nicht zur Ratifizierung vorgelegt. Eine bewußte Ver-
zögerung?

Die Notwendigkeit der zahlreichen Künstlerateliers
und von Räumen für Einführungskurse in die einzel-
nen Kunstgattungen, die in der Hauptsache im ‚Cri-
minel‘ untergebracht werden sollen, soll an sich nicht
in Frage gestellt werden, obschon doch ähnliches
auch im "Centre d’Art contemporain" geplant ist
(oder soll man in dieser Planung einen weiteren
Hinweis sehen, daß jenes Projekt definitiv vom Tisch
ist?), doch mit dieser Zweckbestimmung bricht der
leitende Beamte im Kulturministerium, wie von
"forum" vorausgesagt (vgl. Nr. 124, S. 48), sein am
15.11.1990 geäußertes Versprechen, in spätestens
drei Jahren werde dem Großherzoglichen Institut und
insbesondere der dem materiellen Verfall ausgesetz-
ten, wertvollen Bibliothek der historischen Sektion

(vgl. "forum" Nr. 132, S. 55f.) in der Neumünsterab-
tei eine neue Bleibe zur Verfügung stehen. Davon
war wohl im Vorprojekt von Minister Krieps (Juni
1987) die Rede, aber nicht mehr im Gesetzesprojekt,
das er mitzuverantworten hat! Gerüchte wollen
wissen, am Centre universitaire auf Limpertsberg sei
nunmehr der Neubau einer Bibliothek geplant – doch
dieser Wunschtraum ist auch schon über zehn Jahre
alt …

Hingegen ist im Neumünster-Projekt sehr viel Raum
für "Hôtellerie" (50 Betten) vorgesehen. Organisato-
ren von kulturellen und wissenschaftlichen Tagun-
gen werden diese Initiative zu schätzen wissen, denn
der Rückgriff auf kommerzielle Hôtels in Luxem-
burg erweist sich von Jahr zu Jahr als schwieriger und
teurer. In der alten Abtei könnten Tagungsteilnehmer
im selben Gebäude übernachten, essen und ihr wis-
senschaftliches Kolloquium veranstalten. Die Vor-
ausetzung für das Gelingen dieses Unternehmens
wird allerdings sein, daß das Gespenst, das einmal
mehr in Stadtgrund umgeht, nämlich daß der dort be-
heimatete Immobilienspekulant und Brauereibesit-
zer seine Finger schon im Spiel habe, um dieses Teil
des Projekts in privatwirtschaftlicher Regie übertra-
gen zu bekommen – sein Verhältnis zum Bautenmi-
nisterium soll ganz besonders eng sein -, nur eine
Horrorvision bleibt.

Es stellt sich damit aber eine prinzipielle Frage, die
im Gesetzesprojekt mit keinem Wort erwähnt wird:
Wie soll das Kulturzentrum funktionieren? Bislang
liegt – wie so oft (vgl. Literaturzentrum in Mersch,
Centre d’Art contemporain, neuer Flügel des Centre
Universitaire, etc) nur ein Bauprojekt auf dem Tisch.
Von der Gestion des ganzen ist keine Rede. Damit
steht oder fällt aber das ganze Zentrum. Welches Per-
sonal mit welcher Ausbildung für welche Funktionen
ist erstens dazu nötig, und wird zweitens von wem

Deux publications sur les 3 Glands resp. le Centre d’Art contemporain

Sous le titre "Le parc culturel des 3 Glands" le groupe d’action "D’Fanger ewech vun den 3 Eechelen"vient de publier une variante du
projet officiel qui consiste à déplacer le complexe de Pei d’une centaine de mètres dans la direction de la tour administrative de la CE.

Une brochure présentant ce projet et
retraçant surtout l’histoire du Fort
Thüngen est en vente au prix de 50
Flux.

Le même groupe d’action vient de
publier un album réunissant des
dessins des caricaturistes les plus cé-
lèbres de Luxembourg ainsi que
quelques textes d’auteurs différents
commentant de façon satirique le
projet officiel d’un Centre d’Art con-
temporain. Le texte d’introduction
de l’album rappelle les arguments
du groupe d’action pour la conser-
vation du Fort Thüngen. Il est vendu
à 500 Flux: une bonne idée de
cadeau!

Les deux publications peuvent être
commandées en virant le montant
correspondant au compte no
9797/003 de "Stad a Land" auprès
de la "Raiffeinsenkasse".

In Luxemburg geht die Restauration vor der Grabung und Untersuchung, geht die kulturelle Fassade vor historischer Forschung, geht Ästhetik vor Wissenschaft.

dafür eingestellt und bezahlt? Eine sehr konkrete Frage kann den Problemkomplex erhellen: Die "forum"-Redaktion könnte sich sehr gut vorstellen – und hat ihre entsprechenden Vorstellungen auch schon im Kulturministerium vorgebracht -, daß auch sie einen Platz im Rahmen dieses multifunktionellen Kulturzentrums hätte. Wir stellen uns eine Kulturzeitschrift vor, die sozusagen aus diesem Rahmen erwachsen und umgekehrt das anderweitige kulturelle Geschehen in diesen Rahmen hineintragen könnte. Doch wer ist zuständig, um auf diese Frage zu antworten? Wer entscheidet, daß unserer Redaktion entsprechende Räumlichkeiten reserviert werden? Müßte ein solches Programmkonzept nicht vorliegen, bevor die letzten Mauern hochgezogen sind?

Welche Mauer wird wiederaufgebaut?

Im Zusammenhang mit dem Gaststättenbetrieb im künftigen Kulturzentrum ist weiter zu fragen, warum neben dem Restaurant und der Cafeteria im alten Klostergebäude zusätzlich noch ein ‚Foyer‘ im ‚Criminel‘ gebaut werden muß, das auch noch vom ‚Tutesall‘ aus zugänglich sein soll. Dieses ‚Foyer‘, das offenbar mehr als nur ein Aufenthaltsraum für die im ‚Criminel‘ untergebrachten Künstler sein soll, ist auch noch denkbar schlecht lokalisiert, da ein Loch in die hinter dem ‚Tutesall‘ wieder aufgebaute Stadtmauer gebrochen werden müßte, um den Zugang für die technischen Dienste zu ermöglichen.

Was den Wiederaufbau dieser Stadtmauer anbelangt, so sind die Arbeiten schon recht weit fortgeschritten. Unter der Leitung des belgischen Archäologen, Johnny de Meulemeester, dessen Aufgabe es eigentlich hätte sein sollen, das mittelalterliche Stadtviertel in und um die Neumünsterabtei auszugraben, wurden der genaue Verlauf der mittelalterlichen Mauer in ihren verschiedenen Bauphasen als auch die Neubauten der Spanier und Vaubans studiert. Unter anderen wurden dabei auch die Sünden der Denkmalschützer

aus rezenter Vergangenheit festgestellt und zum Teil korrigiert. Der Mauerturm auf dem ‚Stierchen‘ wurde z.B. vor wenigen Jahrzehnten am falschen Ort hochgezogen.

Unklar ist allerdings noch, welche Mauer denn nun von der Alzette bis zur Rhampforte wiederaufgebaut werden soll: die mittelalterliche Ringmauer, wie der Leiter des Denkmalschutzamts behauptet, oder die Festungsmauer aus dem 19. Jahrhundert, wie sie auf den Bildern, die den Architekten als Vorlage dienen, zu sehen ist. Auch in diesem Fall ging Restauration vor der archäologischen Tatsachensicherung, wurde der ästhetische Wiederaufbau geplant, bevor Archäologen und Historiker Zeit hatten, sich für ein Gesamtkonzept zu entscheiden, welche Bauphase wiederhergestellt werden soll. Wetten, daß bei der Pressekonferenz am 7. Juli erneut Bauperioden fröhlich durcheinandergewirbelt werden? vielleicht gar von den verantwortlichen Beamten, oder doch zumindest vom Minister oder von den zuhörenden Journalisten! Wichtig ist auch, daß die Pforte, die über der Trierer Straße wieder aufgebaut werden soll, aus solchem Material sein wird, daß eine Verwechslung mit historischer Bausubstanz nicht möglich sein wird.

Fazit: Die unwissenschaftliche Vorgehensweise der Verantwortlichen der verschiedenen Dienststellen des Kulturministeriums läßt sich auch an diesem Projekt verifizieren. Hinzu kommt, daß das Bautenministerium einmal mehr aus undurchsichtigen Gründen dem Kulturministerium gerne seine Vorstellungen in der Planungsphase unterjubelt, die dann die spätere Nutzung sehr stark zu hypothekieren drohen. Man sollte erwarten dürfen, daß aus schlechter Erfahrung auch ein Kulturminister lernt.

m.p.

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