Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Rauschmittel bzw. Drogen werden von vielen Menschen in den meisten Kulturen der Welt benutzt. Oftmals handelt es sich um relativ harmlose sogenannte Genussmittel, mitunter aber auch um Drogen, die bei länger andauerndem Konsum oder bei Einnahme auch nur einer einzigen stärkeren Dosis deutlich erkennbare und mitunter verheerende Folgen für den Menschen haben können.

In den verschiedenen Gesellschaften oder Kulturen sind keineswegs alle Rauschmittel geduldet und andererseits sind es nicht überall die gleichen. Fast jede Gesellschaft hat also ihre tolerierten und verbotenen Rauschmittel. Keineswegs sind es stets nur die relativ harmlosen Rauschmittel, die gesellschaftlich toleriert sind, man denke z.B. an den Alkohol bei uns. Jedoch ist es immer so, dass die gesellschaftlich tolerierten Drogen – von einer verschwindenden Minderheit der Bevölkerung abgesehen – nicht als Drogen angesehen oder bezeichnet werden. Es liegt also eine Tendenz der Verharmlosung der Auswirkungen von tolerierten Rauschmitteln vor, der auf der andern Seite eine krasse und u.U. überspitzte Verurteilung der abgelehnten Rauschmittel gegenübersteht. Zum Beispiel werden bei uns der Alkohol- und Nikotingebrauch in ihren Auswirkungen meistens unterschätzt, während Haschisch sicher weit überschätzt wird.

Der Alkohol ist seit Jahrhunderten die populärste Droge in unserer wetseuropäischen Gesellschaft. Sie ist tief verwurzelt mit Religion, Politik und gesellschaftlichem Status. ‚Einen über den Durst trinken‘, gilt als angenehme Feierabendbeschäftigung, und der vielvertragende Trinker wird oft als Held gefeiert. Diese seit altersher freundschaftliche Haltung gegenüber dem Alkohol liessen jede Scheu, Furcht und oft auch Vorsicht vor dieser Volksdroge verschwinden. Aber Alkohol ist und bleibt eine äusserst gefährliche Droge! die bei übermässigem Konsum unweigerlich zum Tod führen kann. An ihre Gefährlichkeit kommen nur Barbiturate und Opiate heran.

In unseren luxemburgischen Heilanstalten (Ettelbrück u.a.) liegen weitaus mehr Alkoholsüchtige als Abhängige von anderen Drogen…

Haschisch gewann erst seit den 60er Jahren an Bedeutung und dies vor allem als Protestdroge gegen die kapitalistischen Institutionen. (Aber auch früher wurde Haschisch in Europa schon benutzt, dies jedoch vor allem in Künstlerkreisen) Die Hauptursache für die Hetzjagden auf diese halluzinogene Droge könnte also durchaus vor allem in der Tatsache zu suchen sein, dass diejenigen, die sie benutzen, unserem politischen System eher feindlich gegenüber stehen und somit eine tagtägliche Bedrohung für die

materialistischen Ideale darstellen. Über die Gefährlichkeit dieses Rauschmittels wird daher gar nicht erst objektiv diskutiert, sondern es wird verdammt, genau so wie seine Benutzer… mit den erlaubten Waffen unserer ‚Demokratie‘, den Gesetzen.

Ich will nun aber nicht das gleiche tun, Alkohol verteufeln und zum Haschischkonsum auffordern, ganz im Gegenteil! Haschisch in Exzessen konsumiert wird auch zu einer sehr gefährlichen Droge, von der man zwar nicht körperlich abhängig wird; jedoch kann der ’shit‘ tiefe Persönlichkeitsveränderungen hervorrufen und es kann sogar zu regelrechten Haschischpsychosen kommen. Zudem besteht die Gefahr, dass in gekauften Haschisch eine härtere, süchtig machende Droge beigemischt wurde.

Dieser Beitrag will trotzdem erreichen, a) dass die Leute skeptisch werden gegenüber Hetzjagden auf ‚illegale Drogen‘, besonders Haschisch. b) dass sie auf die tägliche Drogenbedrohung durch erlaubte

Rauschgifte aufmerksam werden und ihren eigenen Lebensstil in Frage stellen. Denn: Die wirksamste Arznei, so gesund sie auch für den menschlichen Körper sein mag, kann bei übertriebener Benutzung zu einer tödlichen Droge werden …

Luxemburg an 2. Stelle im Verbrauch von alkoholischen Getränken

(VWD) – Frankreich hat von allen EG-Staaten den höchsten Verbrauch an alkoholischen Getränken. Der Gesamtverbrauch von 16,5 Liter reinem Alkohol ist aber weitgehend dem hohen Weinverbrauch von 101 Liter pro Kopf und Jahr zuzuschreiben. Wie die EG-Kommission in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage mitteilt, rangiert Luxemburg mit 13,4 Liter an zweiter Stelle. Italien und Deutschland haben einen Alkoholverbrauch von 12,7 bzw. 12,5 Liter. Während bei Italien der Weinkonsum dafür ausschlaggebend ist, muß bei Deutschland und Luxemburg auch ein relativ hoher Spirituosenverbrauch berücksichtigt werden. Hinzu kommt, daß bei Deutschland und Luxemburg Käufe von Grenzgängern ebenfalls Einfluß auf die Verbrauchsentwicklung haben.

Bei Luxemburg wird beispielsweise relativ viel von belgischen Staatsangehörigen gekauft, da Wein und Spirituosen in Luxemburg erheblich niedriger besteuert werden und im Reiseverkehr

nur geringe Grenzkontrollen vorgenommen werden. Bei Deutschland wird die Alkoholbilanz in geringerem Maße von Käufen anderer EG-Bürger beeinflußt. Allerdings werden in Norddeutschland erhebliche Mengen an dänische Staatsbürger verkauft. Untersuchungen in Dänemark haben ergeben, daß ein Drittel des verbrauchten Weines aus Einfuhren von Reisenden stammen, die die Steuerbefreiung ausnutzen.

Bei den übrigen Mitgliedstaaten ist meistens der Verbrauchssteuersatz für den Alkoholkonsum ausschlaggebend. Aufgrund der relativ hohen Steuer in Großbritannien, Irland und Dänemark ist der Gesamtverbrauch an alkoholischen Getränken niedriger. In Großbritannien beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholischen Getränken (ausgedrückt in reinem Alkohol) 8,3 l, in Irland 8,7 l und in Dänemark 9,2 l am niedrigsten in der gesamten Gemeinschaft, obwohl die spezifische Alkohol- und Biersteuer etwa gleich hoch ist wie in Deutschland oder Belgien.

in: L.W., 14.7.1979

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code