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Wer die oben geschilderten sozio-kulturellen Ursachen des Drogenphänomens vor Augen hat, dem dürfte klar sein, dass nur eine tiefgreifende Umwandlung unserer Lebensverhältnisse, unserer Gesellschafts-Familien- und Schulstrukturen eine wirksame Vorbeugung darstellen kann.
Nichtsdestoweniger seien einige wichtige Ansatzpunkte hier hervorgehoben:
- Die Bewusstwerdung der Situation in der Öffentlichkeit überhaupt.
- Die Bereitschaft unserer Erwachsenengesellschaft sich aus ihrer Erstarrung und Absolutsetzung von Überholten Werten und Gewohnheiten zu lösen und manche pauschale Vorurteile abzubauen: so gelten lange Haare immer noch als "höchst verdächtiges Zeichen" und Drogenabhängige werden im allgemeinen als kriminell, unheilbar, asozial, haltlos und faul angesehen. Als solche werden sie verurteilt und verfolgt, so dass sie selber mit einer möglichen Rehabilitation nach Entziehung gar nicht rechnen. Wir hoffen gezeigt zu haben, dass es gerade die falsche Haltung der Gesellschaft, die negative Einstellung der Erwachsenen gegenüber den Jugendlichen, überhaupt unsere ganze rationelle und gefühlsame Leistungsgesellschaft ist, die an der heutigen Jugendkrisis Schuld sind.
- Gezieltere und wirkungsvollere Massnahmen vom Luxemburger Staat in Sachen
Familienpolitik: a) Reform der Gesetzgebung über die Erziehungsberechtigung, das Erbrecht, das Kindergeld
b) Familienkunde als Unterrichtsfach in der Schule.
Alkohol bréngt ët nët
Obwohl Alkohol relativ viele Kalorien enthält, ist er ein schlechter Energiespender. Für Muskelarbeit und sportliche Leistung ist die im Alkohol enthaltene Energie untauglich. Ganz ohne Zweifel sinkt nach Alkoholgenuß die Leistung der Muskeln um 17%. Außerdem beeinträchtigt Alkohol das für viele Sportarten so wichtige Reaktionsvermögen. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, erreicht somit, daß sein Leistungsniveau andauernd unter seinen eigentlichen Fähigkeiten bleibt. Ein Sportler, der erfolgreich sein will, kann sich das nicht leisten.
Bildungspolitik: a) Abbau der hohen Schülerzahlen in den Klassen
b) Vermehrung des Lehrpersonals
c) Verbreiterung des Lehrangebotes
(fakultative Kurse, periscoläre Aktivitäten)
Sozialpolitik: a) Ausbildung und Einsatz von Sozialarbeitern, Sozialpädagogen, Psychologen
b) Verbesserung und Vermenschlichung der Arbeitsverhältnisse in der Industrie und im Bürobereich.
Jugendpolitik: a) Planung und Gestaltung der Jugendfreizeit
b) Errichtung von selbstverwalteten Jugendzentren
c) Finanzierung von Aufnahmezentren für bedürftige Menschen (und Drogenabhängige)
d) Vorsorge, was die jugendliche Arbeitslosigkeit anbelangt.
Es wäre sich die Sache etwas leicht gemacht, den Moralisten zu spielen, unsere Gesellschaft auf ihre unzähligen Fehler aufmerksam zu machen und sie deswegen zu verurteilen, ohne diejenigen anzusprechen um die es sich handelt, diejenigen die wir zu verstehen und bemitleiden versucht haben, die jedoch den ausschlaggebenden Schritt tun: den Griff zur Droge. Wir beabsichtigen nicht noch einmal die zerstörerischen Folgen der Drogen aufzuzählen, damit wäre nichts erreicht, denn die meisten Drogengefährdeten sind sich darüber völlig in Klaren und tun es trotzdem. Es geht auch nicht darum dem bereits Drogenabhängigen etwas vorzu-predigen, denn dieser wird schon lange erkannt haben, dass er in seiner Welt viel unfreier und abhängiger ist, als er in seinem früheren kleinbürgerlichen Milieu zu sein glaubte: abhängig von der Droge, um Überleben zu können, abhängig von der Gesellschaft, die er verleugnet hat, um ihn vor dem bevorstehenden Untergang zu retten. Vielmehr liegt uns daran all diejenigen Jugendlichen zu warnen die nur Sinnlosigkeit und Absurdität in der Welt sehen und nichts unternehmen um aus ihrer Verzweiflung herauszukommen. Wir haben gezeigt wie Erziehung und Gesellschaft das Leben jedes Menschen bestimmen. Indem er sich aus Verantwortungslosigkeit, Bequemlichkeit und Egoismus (also genau jene Fehler die er seiner Gesellschaft vorwirft, auch tut) von den Wellen der Drogenflut mitreissen lässt, beweist der Drogenabhängige gerade wie unvorstellbar tief er von seiner Umwelt geprägt ist.
Indem er sich drogiert, zeigt er erst deutlich, wie er sich unbewusst von unserer kapitalistischen Gesellschaft mit ihrem extremen Materialismus ins andere Extrem stossen lässt und auf jede materielle Sicherheit verzichtet und alle mühsam erkämpften geistigen Errungenschaften verkennt. Er möchte mit seiner Haltung gegen die Absurdität und den Untergang der westlichen Welt protestieren und entscheidet sich selbst fürs Absurde, indem er sich in die ausweglosen Tiefen der Drogenwelt wirft.
Gerade die erkannte weltweite Sinnlosigkeit müsste ihn anfeuern, zu hoffen und zu leben, ihn motivieren dagegen anzukämpfen. Denn gäbe es die ideale Welt, die der Jugendliche sich erträumt, wäre der Mensch perfekt, dann erst wäre es unseres Erachtens berechtigt zu behaupten, dass das Leben keinen Sinn hat. Unseren Sinn des Lebens sehen wir darin, individuell, auf schmaler Basis, die Träume der Menschheit zu verwirklichen, daran zu arbeiten dem Menschen ein besseres, würdigeres Leben zu schenken, seinen eigenen Traum und zugleich den Traum aller Menschen zu verwirklichen.
Leeres Gerede werden viel einwenden. Wir glauben nicht, sonst hätten wir uns nicht die Mühe gegeben dieses Dossier für die ‚forum‘-Redaktion zu schreiben. Natürlich gibt es immer Leute die hoffen und reden, es gibt auch jene die handeln. Das ist die Alternative die wir erkannt zu haben meinen: leben helfen statt zerstören. Die Droge ist eine Flucht vor sich selbst, ein Verdrängen der positiven Kräfte die im Mensch stecken, ein Ausweichen vor dem persönlichen Einsatz und vor der Uebernahme einer eigenen Verantwortung.
Es ist kein leichter Weg und wir sind uns bewusst, dass es manche Hindernisse geben wird. Darin besteht aber nun seine Grösse, dass man nur mühsam und beschwerlich vorwärtskommt und niemals das ersehnte Ziel zu sehen bekommt. Auch soll man von Anfang an auf keinen grossen Dank und Lob hoffen, sonst wird man schnell enttäuscht. Oft ist nur auf sich selbst Verlass, um sich das unerlässliche Gepäck von Lebensmut und Persönlichkeitskraft anzueignen.
Oft hört oder liest man, das Leben sei eine ständige Suche nach Glück. Das mag stimmen, bleibt aber eine ziemlich verschwommene Aussage. Anders formuliert heisst es, dass der Mensch sein Leben lang sich durch dauerndes Selbsterproben aus seiner frühkindlichen Schwäche und Abhängigkeit herauszuarbeiten
sucht, um sich selbst so seine Stärke zu bestätigen. Unvermeidlicherweise stösst er dabei auf den gleichen Trieb seiner Artgenossen. Um diesen natürlichen Konflikt zu bewältigen, muss der Mensch sich seiner Natur, mit ihren negativen Seiten und seiner angeborenen Abhängigkeit von seinen Mitmenschen bewusst werden, sich als solchen akzeptieren: ohne diese unentbehrliche Selbstannahme kann der Mensch niemals den erhofften Glückszustand erreichen. Nur diese Bereitschaft, sich selbst als Mensch anzunehmen, wie er ist, ermöglicht das Gewinnen des nötigen Selbstvertrauens. Dies soll aber nicht so verstanden werden, dass man dann in seiner momentanen Zufriedenheit erstarren soll. Der nächste Schritt besteht darin, immer nach höherem Dasein zu streben. Dazu muss man bereit sein, ständig das momentane Sicherheitsgefühl kritisch in Frage zu stellen und nach grösserer Perfektion zu streben. Hier muss man eben Willenskraft und Mut aufbieten, nicht auf diesem Teil des Weges stehen zu bleiben, sondern nach mehr zu verlangen. Entscheidend ist, dass diese ‚Glückssuche‘ nur im Zusammenleben der Menschen miteinander, durch gegenseitiges Wirken des Menschen auf den Menschen erreicht werden kann. Also Alternative: Droge … oder sich und seine Mitmenschen glücklich machen.
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