Beinahe Vorkriegszustand erreicht

Das Bibliothekswesen hat Eingang in die Wahlprogramme gefunden

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Thomas Jefferson, amerikanischer Präsident (1801-1809), bestand darauf, daß seine Reden und Schriften und die seiner Kollegen Washington, Adams, Madison usw. in allen bedeutenden Bibliotheken seines Landes zu finden sein müßten. Auch stammte von ihm der Satz: "A democratic society depends upon an informed and educated citizenry." Die "Free Public Library" wurde ab dem 19. Jh. zu einem wichtigen Bestandteil und zum Aushängeschild einer gut funktionierenden demokratischen Gesellschaft sowohl in den USA als auch in Großbritannien. Mit den Augen eines Anglo-Amerikaners, gesehen, sieht Luxemburg in Sachen Demokratie und Bürgerinformation wie ein Entwicklungsland aus. Grenzgängern und EU-Beamten ergeht es ähnlich.

Jean-Marie Reding

Eine der demokratischsten Institutionen der Welt, die bisher wohl eine Bedrohung für unser Land darstellte, hat tatsächlich Eingang in die Wahlprogramme von sechs von insgesamt acht Parteien gefunden.

Dem aufmerksamen ausländischen Bibliotheksbenutzer fällt z.B. auf, daß die Aufstellungssysteme sehr untereinander variieren. Ein untrügliches Zeichen dafür, daß eine nationale Koordinierung nicht existiert. Weiß man dann, daß El Salvador, welches von Luxemburg Entwicklungshilfe bezieht, zwar über wenig Geld, jedoch über eine Koordinierungsstelle ("Dirección de Bibliotecas y Archivos") verfügt, ist die Blamage perfekt. Tiefer gesunken als ein Entwicklungsland? Luxemburg bibliothekarisch auf der Stufe einer bibliophoben Entwicklungsdiktatur? Das hat dieses Land wahrlich nicht verdient. Doch es gibt Hoffnung: Wahlprogramme und -versprechen.

Wahlen

Es ist verfrüht, bereits über Strategien zu spekulieren – dafür sind Wahlprogramme einfach zu vage formuliert. Das Wort "Region" scheint offenbar ein 2004er Wahlmodewort zu werden: z.B. "Regionalbibliotheken". Eigentlich besteht Luxemburg nach den offiziellen Tourismusbroschüren aus nur fünf Regionen: Ardennen, Müllerthal (Kleine Schweiz), Herz des Gutlandes, Mosel und Rote Erde. Eine Neudefinierung steht wohl in Aussicht. Warum nicht gleich 39 neue Regionen, nach dem Vorbild des Gemeindefusionsplans vom Juni 1976, für 2.586 km² großherzogliches Territorium – da wäre garantiert jede Kommune "regional" zufriedengestellt! Zurück

zu den Bibliotheken: Eine der demokratischsten Institutionen der Welt, die bisher wohl eine Bedrohung für unser Land darstellte, hat doch tatsächlich Eingang in die Wahlprogramme von sechs von insgesamt acht Parteien gefunden:

  • Liste 1 – ADR (Aktionskomitee für Demokratie und Rentengerechtigkeit): Kapitel III-4: Schaffung und Förderung von öffentlichen Bibliotheken, Schulbibliotheken, Spezialbibliotheken und wissenschaftlichen Bibliotheken und Vernetzung aller Bibliotheken. Kapitel V-2: Einrichtung von Altersheimbibliotheken.
  • Liste 2 – DP (Demokratische Partei): S. 68: Schaffung von lokalen und regionalen Bibliotheken. S. 69: Schaffung von öffentlichen Bibliotheken und den Zugang zu Gymnasialbibliotheken für die Bürger erleichtern.
  • Liste 3 – LSAP – d’Sozialisten (Luxemburger Sozialistische Arbeiterpartei): S. 18-19: Notwendigkeit von Schulbibliotheken und Einsatz für moderne öffentliche Bibliotheken. S. 23: Erwähnung einer Universitätsbibliothek (Einzahl!).
  • Liste 4 – Déi Gréng: S. 26: Öffnungszeiten für öffentliche Bibliotheken ausweiten und Einrichtung von kantonalen und regionalen Bibliotheken fördern. S. 29: Einrichtung von Schulbibliotheken.
  • Liste 5 – CSV (Christlich-Soziale Volkspartei): S. 105: zukünftige Nationalbibliothek. S. 106-107:

Zugang zu Bibliotheken allgemein erleichtern und Aufbau eines kohärenten Systems aller Bibliothekstypen.

  • Liste 6 – Déi Lénk: S. 26: Internetzugang für alle in Bibliotheken allgemein. S. 27: eine moderne Nationalbibliothek als Universitätsbibliothek.

Keine Bibliotheken oder Archive befinden sich im Wahlprogramm von Liste 7 – KPL (Kommunistische Partei Luxemburg) und Liste 8 – FPL (Freie Partei Luxemburg).

Eine trotzdem beachtenswerte Entwicklung, denn es wurde sich mit der Problematik auseinandergesetzt. Ein Novum! Die Rechtsparteien haben sogar zusätzlich an das ebenso unterentwickelte luxemburgische Archivwesen gedacht:

  • ADR: Kapitel III-4: Förderung, Koordination und Vernetzung von staatlichen, kommunalen und privatwirtschaftlichen Archiven.

  • DP: S. 67: Neubau des Nationalarchivs. S. 68-69: Schaffung von lokalen und regionalen Archiven.

  • CSV: S. 105: Neubau des Nationalarchivs. S. 106: Den Zugang zu Archiven allgemein erleichtern und Aufbau eines kohärenten Systems aller Archivtypen.

Steht unserem vor sich hin verrottenden schriftlichen Kulturerbe vielleicht doch eine Rettung bevor? Ein Mißstand, den Nicolas van Werveke (*23.07.1851-†24.02.1926) bereits im Jahre 1884 (Das Luxemburger Land: Organ für vaterländische Geschichte, Kunst und Literatur, Jg. 3, N°2-4, 13.-27.01.1884), im damals 210.000-Einwohner zählenden Luxemburg (01.12.1890: 211.481 Einw.), anprangerte. Positiv denken, heißt die Parole: mehr als 120 Jahre später eine lobenswerte geistige Weiterentwicklung. Nach soviel gutem Willen, einer überaus wichtigen Voraussetzung, möchten wir analysieren, wie es in der für Bibliotheken etwas vorteilhafteren luxemburgischen Vorgeschichte, d.h. vor 1940, aussah.

Politische Strömungen

Vor dem zweiten Weltkrieg waren folgende europäische politische Strömungen auch im luxemburgischen Bibliothekswesen festzustellen, welche bei unseren jetzigen Parteien im Jahre 2004, nachdem alle sich Richtung politische Mitte bewegt haben, nur noch selten durchscheinen:

    1. die sozialdemokratisch-liberale Richtung: Nach der Verbesserung der Lese- und Schreibfähigkeit durch die allgemeine Schulpflicht, benötigte ein sich entwickelndes Bürgertum für ökonomische Transaktionen die Schrift und eine bessere (Gewerbe-)Bildung zur Hebung der Berufsqualifikation. Eine gute Bildung hilft, den nationalen Wohlstand fördern, und trägt zum technischen Fortschritt bei. In Bibliotheken fort-

Vianden: Ourdall-Bibliothek

gebildete Arbeiter sind schneller eingearbeitet und arbeiten besser und geschickter ("personnel formé, personnel motivé"). Eher sozialdemokratisch, in anglophonen Ländern eher aus der protestantischen Lehre heraus entstanden, ist die Idee des sozialen Aufstiegs durch "self-education / Autodidaktik", d.h. der Möglichkeit eines jeden Bürgers sich, unabhängig von seiner Herkunft, selbst mit ausreichend zur Verfügung stehenden Mitteln, u.a. der Bibliothek, fortbilden zu können und so die Leiter der Gesellschaft durch eigene Bildungserweiterung emporzusteigen. Hauptvoraussetzung war der freie Zugang zu Literatur und Weiterbildung in allen Bibliotheken. Kommunistische Länder besaßen immer viele Bibliotheken, welche, vom Mißbrauch für Propagandazwecke abgesehen, der Weiterbildung der werkschaffenden Bevölkerung dienten.

    1. Konservative Interessen: der Staat rechnete den Bibliotheken nur eine staatserziehende

Vianden: Ourdall-Bibliothek Leseecke für Kinder

Bedeutung zu. Nur "gute" oder "brauchbare" Literatur durfte in den Bibliotheken vorhanden sein. Die Festigung von Sitte, Ordnung, Glauben und Untertanentreue sollte das oberste Ziel jeder Bibliothek sein. Das Lesen wurde prinzipiell als anarchischer Akt angesehen, der die Leser der beherrschenden Moral (gegen Kirche und Staat) abspenstig machte und in die Arme der Sozialdemokratie trieb. Auch sprachpolitische Aspekte spielten eine größere Rolle in rechten Parteilagern; hierzu gehörte z.B. die Förderung der nationalen Literatur, in manchen Zeiten auch der Blut- und Bodenliteratur, in der jeweiligen Landessprache durch Verbreitung durch Bibliotheken.

Heute, zu Beginn des 21. Jh.s, haben sich viele andere Länder der westlichen Hemisphäre gewandelt: von der Ausbildung in Industriegeschicklichkeit zur verstärkten Ausbildung in Wirtschaftskenntnissen. "Building a clever country prepared for the future" heißt die Devise im 76 öffentliche Bibliotheken zählenden Singapur. Und inwieweit sind luxemburgische Bibliotheken auf die Gesellschaft des 21. Jh.s vorbereitet.

Studienbibliothek

Alpenländer tendieren dazu, im öffentlichen Bibliothekswesen noch immer vereinzelt zwischen normalen öffentlichen Bibliotheken und Fach- und Studienbibliotheken zu unterscheiden. Diese Trennung ergibt sich aus der längst überholten Auffassung, welche auch im PISA-traumatisierten Luxemburg stets anzutreffen ist, daß öffentliche Bibliotheken nur Unterhaltungsliteratur in ihren Beständen führen sollten/dürften. Deshalb existieren mancherorts noch, auf Nachschlagewerke spezialisierte, Fach- und Studienbibliotheken, ebenfalls in kommunaler Trägerschaft, neben den eigentlichen Bibliotheken "für Freizeitlektüre".

Ein interessantes Beispiel: Die Provinz Bozen-Südtirol besitzt mit einer Fläche von ca. 7.400 km² und 460.635 Einw. (im Jahre 2001 / davon sind 69,15% Deutsche, 26,47% Italiener & 4,37 Ladiner), mit seinen 116 Gemeinden (zwei Städte mit 30.000-100.000 Einwohnern, vier Orte mit 10.000-20.000 Einw., 29 Orte mit 3.000-10.000 Einw., 61 Orte mit 1.000-3.000 Einw. und 20 Orte mit weniger als 1.000 Einw.), 245 öffentliche Bibliotheken, 58 anerkannte Schulbibliotheken und noch 16 Fach- und Studienbibliotheken. Im Durchschnitt gibt es zwei Bibliotheken pro Gemeinde. Es existiert ein kleines, aber hochteffizientes "Amt für Bibliothekswesen" (Budget 2003: 800.000 Euro), das sich am Erwerb, Bau und Umbau von Bibliotheken, am Erwerb von Ausstattungsgegenständen und technischen Geräten mit immer jeweils 50% der Kosten beteiligt.

Luxemburg, ein halbes Ardennenland, kann von solchen Verhältnissen nur träumen. Ein besseres

Verständnis von den Aufgaben der wenigen Bibliothekstypen wäre zu wünschen, welches allen seinen Schülern endlich die Möglichkeit geben sollte, ihre Hausaufgabenliteratur nicht nur in der nach Schulende geschlossenen Gymnasialbibliotheken oder in einer in Luxemburg-Stadt (alle Wege führen nur dorthin) sich befindenden, überforderten Nationalbibliothek, sondern auch in öffentlichen Bibliotheken mit anständigen enzyklopädischen Beständen zu finden. Es wäre ja denkbar, daß auch luxemburgische Schüler eines Tages von demselben Bildungshunger ergriffen würden, wie die jetzige junge Bevölkerung aus den neuen EU-Beitrittsländern, und eine gewisse Bildungs- und Führungsschicht hierzulande erhalten bleiben und sogar gefördert würde.

Vorkriegszustand

Nachdem nationale Wahlprogramme nun also auch Bibliotheken beinhalten, wäre Luxemburg zeitlich fast im Vorkriegsluxemburg angelangt. Damals waren Bibliotheken fürs Volk noch ein regelmäßig wiederkehrendes Gesprächsthema in der Abgeordnetenkammer und es existierten viele kleine Bibliotheken der Volksbildungsvereine, Gewerkschaften und "Alliance française", sowie Volksbibliotheken (größere Grundschulbibliotheken, welche auch für Erwachsene zugänglich waren). Daneben bestanden Pfarrbibliotheken, unterstützt durch den katholischen Volksverein, – mehr als heute – im Lande. Im 2. Weltkrieg allerdings wurden, anders als in Deutschland oder Österreich, die aufgelösten Vereinsbibliotheken von den Nazis nicht selbstverständlich in kommunale Trägerschaft übernommen, um nach 1945 als Gemeindebibliotheken weiter zu funktionieren. Das einzig existierende, hauptsächlich auf Vereinsbasis organisierte Bibliothekswesen in Luxemburg wurde zerstört und konnte sich nie wieder vollständig erholen. Eine "Kommunalisierung" ehemaliger Vereinsbibliotheken wurde durch kriegsbedingten Budgetmangel verhindert. Da hätte auch die historisch erste, wenn auch undemokratische Bibliotheksplanungspolitik, mit vier zentralen öffentlichen Bibliotheken in Luxemburg-Stadt, Esch/Alzette, Ettelbrück und Grevenmacher, keinen Ersatz gebracht.

Beobachtet man jetzige Entwicklungen in Luxemburg, sind die letzten beiden Bibliotheksgründungen auf Vereine zurückzuführen: am 11.11.2000 wurde die Bibliothek Tony Bourg des Vereins "De Cliärrwer Kanton" in Ulflingen eingeweiht und am 03.04.2004 wurde nun die Ourdall-Bibliothek des Vereins "KultOur-Eilen" in Vianden eröffnet (Einweihung: 15.05.2004). Der heute festzustellende Trend heißt: zurück zum leicht zerbrechlichen Vorkriegsvereinsbibliothekswesen. Momentane Bestrebungen zu neuen Bibliotheksgrün-

Der heute festzustellende Trend heißt: zurück zum leicht zerbrechlichen Vorkriegsvereinsbibliothekswesen. Momentane Bestrebungen zu neuen Bibliotheksgründungen in Mersch und Ettelbrück gehen in diese Richtung.

dungen in Mersch und Ettelbrück gehen in eine ähnliche Richtung: A.s.b.l.-Bibliotheken, welche manchmal in den Genuß von mal größeren, mal kleineren Bücher- und Geldspenden des Kulturministeriums kommen, je nach Budget-, Gemüts- oder Personallage. Ein spezieller Budgetartikel (seit 2001: Artikel "Bibliobus et bibliothèques régionales" (Art. 12.041)) besitzt in diesem Falle den gleichen Effekt wie seine Vorgängerartikel "bibliothèques professionnelles du plat pays" (Art. 216bis im Jahre 1917), "Subsides aux communes dans l’intérêt des bibliothèques communales" (Art. 309ter im Jahre 1928) oder "bibliothèques familiales" (Art. 904 im Jahre 1955): Keine Entwicklung von langer Dauer und keinesfalls nachhaltig. Ein einheitliches überlebensfähiges Bibliothekswesen läßt sich so nicht aufbauen.

Strategien

Würden wir uns nach den Wahlen, statt für Schwimmbäder, Kläranlagen oder Radwege, für ein neues politisches Dekademodewort, namens Bibliothek (oder Mediothek), entscheiden, welche nationalen Strategien würden uns zur Auswahl stehen? Die meisten Bibliothekswesen dieser Welt lassen drei staatliche Koordinierungsvarianten (die Kosten variieren auch) erkennen:

    1. Der Staat zahlt alles und entscheidet über alles. Sämtliche Bibliotheken, samt 100% des Personals, nimmt der Staat in seine Obhut. Kommunale Autonomie gibt es nicht. Zentralisierungsinstanz ist das Kultur- oder Erziehungsministerium. Dieses System ist noch in ehemals kommunistischen Ländern anzutreffen.
    1. Ein streng hierarchisches öffentliches Bibliothekswesen, ohne Zentralisierungsinstanz, funktioniert nach dem Subsidiaritätsprinzip (große Bibliothek hilft kleinerer Bibliothek). Kommunen werden größtenteils verpflichtet, eine Bibliothek zu besitzen. Der Staat beteiligt sich durch Fördermittel an der Entwicklung der Bibliotheken. Bsp. Belgien: Beteiligung von 30% an den Personalkosten und Genehmigung von Zuschüssen bei Erfüllung der im Bibliotheksgesetz vorgesehenen Standards (Kontrolle durch Bibliotheksinspektion). Voraussetzung: ausreichend qualifiziertes Personal in allen Bibliotheken. Die Realität: die größeren Bibliotheken schaffen es aus Personalmangelgründen oft nicht, den kleineren zu helfen.
    1. Durch eine dem Staat gänzlich unterstellte oder staatlich stark unterstützte Zentralstelle gefördertes vielgefächertes Bibliothekswesen. Unqualifiziertes, auch ehrenamtliches, Personal wird in Kursen in der Zentralstelle durch das wenige qualifizierte Personal fortgebildet. Staatliche Fördermittel werden über die Zentralstelle in verschiedenen Formen (Möbel, Bücher, biblio-

Bibliothek Düdelingen

thekarische Dienstleistungen) an die Bibliotheken, die bestimmte Standards erfüllen, verteilt. Nachteil: Trotz Kursangeboten leidet die Qualität der Bibliotheksdienstleistungen durch unqualifizierte Kräfte.

Manche Elemente dieser Konzeptionen sind auch kombinierbar, wie es der LSAP-Abgeordnete Marc Zanussi in seinem Gesetzesvorschlag N°5172 vom 01.07.2003 bewiesen hatte, der vor einem Wahljahr von einer rein politischen Copy/Paste-Stellungnahme der Regierung am 25.11.2003, mit teils sehr widersprüchlichen Textpassagen, negativ beurteilt wurde.

Auch die nächste Legislaturperiode wird bestimmt noch manche Reden und schriftliche Erzeugnisse hervorbringen, die in puncto Logik so manches zu wünschen übrig lassen werden. Dazu schrieb Frantz Clement (*03.11.1882-†02.06.1942) beispielsweise: "unsere öffentlichen Bibliotheken sind kläglich ausgestattet und werden noch jämmerlicher verwaltet. Ich weiß schon was kommt! die alte dumme Ausrede von der Kleinheit unserer Verhältnisse. Daß wir nicht genug Geld aufbringen, um Büchereien von wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung einrichten zu können; daß wir ein armseliger Kleinstaat sind, dem großstaatliche Aspirationen schlecht zu Gesichte stehen. Wir lassen uns mit solchen Ausreden nicht abweisen." Das war im August 1918 (La Voix des Jeunes, Jg. 2, N°8, S. 86), in einem 260.000-Einwohner-Luxemburg (01.12.1922: 261.643 Einw.)… Heute, fast 86 Jahre später, mit 450.000 Einwohnern (01.01.2004: 451.600 Einw.), sind wir gespannt, was uns diesmal von der Politik aufgetischt wird.

"Ich weiß schon was kommt! die alte dumme Ausrede von der Kleinheit unserer Verhältnisse. Daß wir nicht genug Geld aufbringen, um Büchereien von wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung einrichten zu können; daß wir ein armseliger Kleinstaat sind…"

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code