Das dritte Leben gestalten

Gespräch mit Herrn Ger Schlechter, Präsident der Amiperas-Sektion Luxemburg

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forum: Sehen Sie, Herr Schlechter, die Notwendigkeit einer Vorbereitungsphase auf das 3. Alter?

G. Schlechter: Ja, unbedingt- zumindest befürworten wir diese Vorbereitungsphase theoretisch, jedoch praktisch besteht meines Erachtens keine bewusste Vorbereitung. So wie man sein Leben verbrachte, so verbringt man halt meistens seine alten Tage, d.h. jemand, der wenig aktiv war, der nie las, bastelte oder malte, wird selten im Alter damit beginnen. Viele ältere Leute behaupten z.B. sie würden nicht lesen, weil der Druck zu klein sei. Dem haben wir abgeholfen: wir haben eine Bibliothek mit Büchern im Grossdruck! Es gibt natürlich Ausnahmen: z.B. dieses Bild im Hauptlokal wurde von unserm 71 jährigen Maler angefertigt, der tatsächlich mit 70 zu malen anfang. Jedoch kann man schwerlich behaupten, der "Maler" hätte sich aktiv auf sein 3. Alter vorbereitet. Er war von Beruf technischer Zeichner, also schon

etwas geübt im Umgang mit Bleistift und Tusche. Man kann diese Feststellung, glaube ich, beliebig erweitern auf Hobbies aller Art: etwa Sprachen, Theater, Bildhauerei, usw. Daraus schliessen wir, dass Leute, die immer aktiv waren, sich nie langweilen, glücklich zu schätzen sind, und also die besten Voraussetzungen haben, ein abwechslungsreiches 3. Leben gestalten zu können!

forum: Also in gewissem Sinne könnte man behaupten, dass der ehemalige Beruf, sowie die vorherige Freizeitgestaltung für das 3. Alter ausschlaggebend sind.

G. Schlechter: Ja, schon!

forum: Könnte man trotzdem annehmen, dass verschiedene Aktivitäten organisiert werden müssen bzw. besser organisiert werden müssen!

G. Schlechter: Das ist schon richtig! Andere Sektionen sind sehr aktiv; ich denke

da z.B. an die Sektion Bonneweg, die Tanz-, Mal-, Turn- und Schwimmkurse u.a. "organisiert". Da finden sich tatsächlich Leute, die das ganze Leben nicht geturnt haben, im Turnkursus. – Jedoch muss die Organisation dieser Aktivitäten von verantwortlichen Leitern übernommen werden. Aber an solchen Leuten mangelt es bisher. Als Beispiel nenne ich Ihnen unsere Chorale, die wir ins Leben gerufen hatten, da die meisten alten Leute gerne singen. Jedoch auch hier singen hauptsächlich wieder die, die schon vorher gesungen hatten. Aber leider konnten wir diesen Plan nicht verwirklichen, mangels eines Dirigenten!

forum: Würden Sie den Umschwung vom aktiven Berufsleben zur "inaktiven Pensionierung" als problematisch darstellen?

G. Schlechter: Sie meinen also, dass Altern automatisch ein Rückschritt bedeutet?

Schauen wir einmal, wo diese Wende überhaupt beginnt! Der eine ist mit 50 alt, der andere mit 80 noch aktiv! Für die meisten jedoch bedeutet dieser Umschwung einen Schock. Dieses Wort wird des öfteren in diesem Zusammenhang zitiert. Da hört man etwa von einem frischgebackenen Pensionierten: Ich habe vorgesorgt, ich muss sehr viele Briefmarken ordnen. Das ist grundlegend falsch, denn nach 6 Wochen Briefmarken hat man es satt; schlafen kann man auch nicht immer. So wissen denn viele nichts mit sich anzufangen, nerven Ihre Frau, wenn die noch lebt, und ausser einkaufen und spazieren sehe ich dann wenig ausfüllende Aktivitäten.

forum: Würden Sie eine "schrittweise" Pensionierung als diesbezügliche Lösung befürworten?

G. Schlechter: Ja. – Persönlich hatte ich Glück, weil ich nach meiner Pensionierung im Familienkreis gebraucht wurde, ein Umstand, der mir diese Übergangsphase erleichterte, und jetzt habe ich alle Hände voll zu tun, Esperanto-Kurse, Konferenzen usw. abzuhalten, trotzdem ich nie bewusst mein 3. Alter vorbereitet habe.

forum: Sehen Sie eine Möglichkeit, diese Übergangsphase, die ja wohl meistens schockartig verläuft, besser zu gestalten, indem den Arbeitnehmern ab einem gewissen Alter von den Arbeitgebern "Freistunden" gewährt werden, die Ihnen so erlauben, kreativ zu werden, eben das 3. Alter aktiv vorzubereiten?

G. Schlechter: Ja, tatsächlich laufen da einige interessante Projekte dieser Art in unsern Nachbarländern. Auch habe ich in meiner letzten Sendung (Herr Schlechter ist regelmässiger Mitarbeiter der UKW-Sendung: "Wéi d’Zäit vergent" Anm. der Redaktion) auf die vielen Bildungsmöglichkeiten hierzulande hingewiesen: um nur einige zu nennen, Sprachkurse jeglichen Niveaus, Zeichnen, Modellieren, usw…

forum: Setzen all diese Kurse jedoch nicht ein gewisses intellektuelles Niveau voraus, und haben ältere Menschen nicht oft einfach Angst, diesen realen oder imaginären intellektuellen Forderungen nicht gewachsen zu sein?

G. Schlechter: Das hängt davon ab. Verschiedene Aktivitäten stellen in der Tat intellektuelle Anforderungen, jedoch ist die Auswahl dieser Kurse gross. Im allgemeinen spricht die Amperas normale Leute an, d.h. keine überragenden Intellektuellen, die ja sowieso die Amperas nicht brauchen.

Wir sind übrigens mit ausländischen Gruppen in Verbindung, z.B. mit der deutschen Lebensabendbewegung. Diese Gruppen sind sehr aktiv und haben verschiedene kreative Resultate aufzuweisen, von denen wir im Moment nur träumen können. Unsere Ak-

JE VIEILLIS

SEIGNEUR, tu sais mieux que moi que je vieillis, et qu’un jour je ferai partie des « vieux ». Garde-moi de cette fatale habitude de croire que je dois dire quelque chose à propos de tout et en toutes occasions.

Débarrasse-moi du désir obsédant de mettre en ordre les affaires des autres. Rends-moi réfléchie mais non maussade, serviable mais non autoritaire.

Il me paraît dommage de ne pas utiliser toute ma vraie réserve de sagesse, mais tu sais, Seigneur… que je voudrais garder quelques amis.

Retiens-moi de réciter sans fin des détails, donne-moi des ailes pour parvenir au but. Scelle mes lèvres sur mes maux et douleurs, bien qu’ils augmentent sans cesse et qu’il soit de plus en plus doux, au fil des ans, de les énumérer.

Je n’ose pas te demander d’aller jusqu’à prendre goût

au récit des douleurs des autres,

mais aide-moi à les supporter avec patience.

Je n’ose pas te réclamer une meilleure mémoire, mais donne-moi une humilité grandissante et moins d’outrecuidance

lorsque ma mémoire se heurte à celle des autres.

Apprends-moi la glorieuse leçon qu’il peut m’arriver de me tromper.

Garde-moi.

Je n’ai pas tellement envie de la sainteté : certains saints sont si difficiles à vivre!

Mais une vieille personne amère

est assurément l’une des inventions suprêmes

du diable.

Rends-moi capable de voir ce qu’il y a de bon là où on ne s’y attendait pas

et de reconnaître des talents

chez des gens où on n’en voyait pas.

Et donne-moi la grâce pour le leur dire… Amen.

Prière écrite par une religieuse anglaise du voir siècle et trouvée à la cathédrale de Canterbury
La Croix, 23-06/1/1965

tivitäten beschränken sich hauptsächlich auf vier wöchentliche Kaffeekränzchen, kombiniert mit Kartenspiel, und mein Ansporn, kreativ zu sein, z.B. Basteln, Handarbeiten, Makramee, usw. zu organisieren, wird abgetan. "Mir komme jo fir eis ze ameséieren an net fir ze schaffen." Hin und wieder organisieren wir auch Konferenzen, z.B. kombinieren wir unsere Generalversammlung mit einer meist medizinischen Konferenz; wir veranstalteten kürzlich eine Dia-Show in Zusammenarbeit mit Prof. Thill. Für Weihnachten proben wir eine Theatervorstellung. Am Stephanstag soll eine "Porte Ouverte" stattfinden, mit Gesang am Weihnachtsbaum…

forum: Liegt es vielleicht daran, dass Sie keine qualifizierten Mitarbeiter, Moniteure usw. haben … und warum haben Sie keine regelrechten Animateure?

G. Schlechter: Ja, leider haben wir im Moment kein reguläres Personal – doch in Bonneweg tut sich einiges. – Die Amperas ist nicht so arm. Wenn wir keine professionellen Mitarbeiter haben, dann hauptsächlich, weil das Komitee noch nichts unternommen hat, jedoch teilweise auch, weil wir kein geeignetes Lokal haben, z.B. ein Atelier. Wie gesagt, Eigeninitiative ist selten, und Professionelle, wie z.B. ein Dirigent oder ein Pianist finden vielleicht keine richtige Genugtuung, mit Amateuren unserer Art zu arbeiten..

forum: Herr Präsident, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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