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Acknender 85
Der Sport in der Luxemburger Gesellschaft
Im Radio beginnen die Nachrichten oft mit den aktuellen Sportergebnissen. Politische Ergeignisse werden an die zweite Stelle verwiesen. Die Tagespresse ist voll von Sportberichterstattung. Besonders montags quellen die Seiten über von Reportagen, Ergebnistabellen und Photos. Das "forum"-Dossier stellt den Sport einmal aus einer anderen Perspektive dar: 48 Seiten Cartoons, Photos und Text, ohne daß die Rede geht von Ablösungsgeldern und Anabolika, Fouls und Fairplay, Rekorden und Siegen.
Schon vor elf Jahren hatte "forum" (Nr. 41) ein Sport-Dossier veröffentlicht, das sich vornehmlich mit Sportpolitik befaßte. Das vorliegende Dossier, das Sport als facettenreiches gesellschaftliches Phänomen zu erfassen sucht, ist umfangreicher, analytischer und läßt vorwiegend Aktive zu Wort kommen, wie folgende Inhaltsübersicht zeigt.
Claude Wey gibt einen sozial-historischen Überblick über die Entwicklung des Sports in Luxemburg innerhalb der letzten 100 Jahre. Dieser wird ergänzt durch einige Gedanken von Denis Scuto zum Entstehungszusammenhang des Fußballs im Minette, während Anne-Marie Faber sich mit der weiblichen
Seite der Sportbewegung in Luxemburg beschäftigt. Nach diesen sozialgeschichtlichen Abhandlungen werden einige Sportarten oder Einzelaspekte näher unter die Lupe genommen: sei es in Form eines Interviews, eines Essays oder eines literarischen Textes.
Guy Rewenig beschreibt die Schlamschlacht auf dem Fußballfeld. René Schiltz erzählt die Geschichte des Baskettballs. Frank Wilhelm zeichnet das Porträt eines kleinen Tennisvereins in der Provinz. André Wengler versucht, durch den Vergleich von drei hauptstädtischen Tennisvereinen, die verschiedene Arten Tennis zu treiben, herauszuarbeiten. Jean-Louis Margue gibt Auskunft über den C.O.S.L., dessen Sportpolitik und Finanzquellen. Hubert Eschette erörtert die Bedeutung des Sportunterrichts und erläutert an konkreten Fallbeispielen die pädagogische Vorgehensweise des Sportlehrers. In einem Interview mit Dr. Charles Delagardelle geht es um die Sportmedizin, deren Betätigungsfeld sich von der Betreuung von Hochleistungssportlern bis zum Rehabilitationssport für Kranke erstreckt. Mit Romain Sahr diskutierte "forum" über die Jugendarbeit des Tischtennisverbandes und über den Leistungsgedanken in der außerschulischen Sporterziehung. Mit Camille Dahm kommen der Radsport und dessen
dossier
Nachwuchsschwierigkeiten zu Wort. Yves Kemp beschreibt die unterschiedlichen Möglichkeiten von Sponsoring und traditioneller Werbung und plädiert für eine bewußte Strategie der Unternehmen an Stelle der heute meistens vorherrschenden zufälligen, beliebigen Sponsoringpolitik. Zum Abschluß stellt Paul Kremer einige philosophische Überlegungen zum Thema an.
Der Insider hat an der Aufzählung der Namen gemerkt, daß hier nicht nur theoretisierende Schreibtischtäter am Werk sind, sondern bekannte Sportler, Leistungssportler und Funktionäre, die alle die von "forum" gebotene Gelegenheit aufgegriffen haben, um über ihre eigene Praxis nachzudenken, zu schreiben oder zu diskutieren. So kam das umfangreichste Dossier zustande, das "forum" je realisiert hat. Und trotzdem fehlen noch etliche Aspekte, die uns am Herzen liegen:
- die Sportkultur der Arbeitsimmigranten, die z.B. in einer eigenen Fußballiga ihre Meisterschaft austragen;
- das Thema "Sport und Presse";
- die Vernachlässigung des Breiten- und Freizeitsport gegenüber dem Leistungssport, die in den lächerlich geringen Haushaltsmitteln unseres Staates für den Breitensport zum Ausdruck kommt; die Fixierung auf einige wenige Hochleistungssportler und deren hypothetische Auslandserfolge läßt manchen
vergessen, daß die Spitze der Pyramide nur auf einer breiten, sicheren Basis stehen kann;
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das Thema Sportpolitik (Haben unsere Parteien sportpolitische Konzepte?) fehlt genauso wie das Thema Sport und Politik (Wieviele Politiker verdanken ihre Karriere ihren sportlichen Leistungen bzw. ihren Funktionen in Sportvereinen? Wie groß ist der Einfluß der Sportvereinslobby in der Gemeindepolitik, besonders wenn es um Sporthallen und -plätze geht?)
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Was läßt sich aus religiöser Sicht zum Sport sagen?
Das Thema Sport hat unsere Haus-Cartoonisten Roger Folmer, Gerry Pierson, Carlo Schmitz und Carlo Schneider derart beflügelt, daß wir nicht alle ihre Zeichnungen unterzubringen vermochten. Außerdem erhielten wir noch Zeichnungen von Roger Manderscheid, der neben seinem literarischen Werk bekannt ist für seine "Sportsmännercher". Eine davon ziert die Titelseite der vorliegenden Nummer.
Neben Claude Wey, dem Initiator des Dossiers, gehörten Fernand Fehlen, Charel Margue und Dominique Schechter zur Koordinierungsgruppe.
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