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Das Buch heißt Die zweite Geburt, der Autor ist das luxemburgische Mitglied beim Europäischen Rechnungshof. Als Ingenieur (ETH Zürich) und in den 80er und 90er Jahren eine der bestimmenden CSV-Persönlichkeiten aus dem Süden des Landes, hat François Colling insbesondere der entstehenden Forschungslandschaft in Luxemburg seinen Stempel aufgedrückt. Die Gesetze zur Gründung der CRP stammen zum großen Teil aus seiner Feder. Also wohl eher ein Wissenschaftler, Ingenieur, Rationalist? Und bis 1995 war er Fraktionspräsident der CSV. Ein Mann der Macht also?
Nein, François Colling ist sicherlich kein Träumer. Er hat in den letzten zehn Jahren lediglich unternommen, was vor ihm schon andere mit mehr oder weniger Erfolg versucht haben: sich einen Reim darauf machen, warum die Welt so ist wie sie ist, und er hat unbescheiden die Frage gestellt nach der Grundlage der „condition humaine“. Am Anfang steht der Verlust seiner beiden Töchter, ihnen ist das Buch gewidmet. Das Ergebnis ist eine (manchmal hermetische) Mischung aus wissenschaftlichen und spirituellen Überlegungen, Bibelzitaten und fernöstlicher Weisheit. Als roter Faden erscheint das Verhältnis der Geschlechter, die Liebe allgemein als Grundprinzip der Schöpfung. Das Literaturverzeichnis beinhaltet alles, was in den letzten dreißig Jahren (an der Kirche vorbei) über „Gott und die Welt“ geschrieben wurde. Wer einen Faden sucht, um ihn aufzugreifen, wer doch noch einmal nach dem Sinn der ganzen Veranstaltung fragen möchte, wird sicherlich fündig. Ob er mit François Collings persönlichen Ergebnissen überall einverstanden sein wird, ist eine andere Frage.
Colling hat sein Buch ins Französische übersetzen lassen, eine englische Version ist in Vorbereitung. Man findet es nur in wenigen Buchhandlungen, doch der Autor hat alle Seiten komplett aufs Internet gestellt (unter www.colling.lu). Dort kann man auch direkt mit dem Autor in Kontakt treten oder das Buch bestellen.
François Colling: Die zweite Geburt. Eine geistig-emotionale Herausforderung. Luxemburg 2004, 200 S.
JST
d’Wort schreibt in eigener Sache
Im Kampf um die Meinungsführerschaft bei Saint-Paul hat das alte Luxemburger Wort in letzter Zeit Boden gut gemacht und konnte u.a. die innenpolitische Redaktion repatriieren. Aus der Defensive versucht H. Ritter, ‚beigeordneter geschäftsführender Chefredakteur‘ bei d’Wort (vgl. das Interview in forum Nr. 246/Mai 05) nun, die Situation umzinterpretieren und den mittlerweile organisierten Widerstand zu vereinnahmen: ‚Wer die Geschichte einzelner Tageszeitungen mit Verstand liest, wird feststellen, dass die regenerative Selbstreinigungskraft einer Redaktion selten zum Erliegen kommt, es sei denn Mitdenken, Andersdenken, Umdenken, Vorausdenken werden durch Lenken ersetzt. Doch da ist Gottseidank der Leser vor.‘ so Harald Ritter im d’Wort vom 11. Juni).
Der Hauptaktionär (die katholische Kirche) und die befreundete Partei (CSV) werden sich trotzdem Fragen stellen, wenn sich H. Ritter am 28. Mai weltanschaulich auf einen vagen Humanismus beruft und schreibt: ‚So hat allein in Deutschland bis heute keine Parteizeitung aus eigener wirtschaftlicher Kraft überlebt. In Europa geht es meist den Verlagen schlecht, die sich einer politischen Grundausrichtung verpflichtet fühlen und ihre Berichterstattung darauf abstimmen.‘ Die Herren Biltgen und Schiltz haben für Oktober, wenn es mal wieder ums Eingemachte geht, sicherlich andere Erwartungen.
JST
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Autoren dieser Ausgabe
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Interviewpartnerin dieser Ausgabe
Erna Hecey
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