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Gott-

ich habe keine Worte mehr für dich.
Ich habe keinen Begriff mehr von dir.
Ich kann zu dir hin nur noch schweigen.
Ich bin allein
mit dem Gebrödel meiner Gedanken und Sorgen,
meiner Sehnsüchte, meiner Freuden, meiner Ängste,
meiner Gewissheiten, meiner Zweifel.
Aber all dies will nicht zur Ruhe kommen.
Es kann nicht zur Ruhe kommen.
Es ist mein stummes Schreien,
es ist mein blindes Tasten,
es ist mein taubes Hören nach dir.
Darin will ich stehen.
darin will ich aushalten –
bis ein Wort von dir kommt,
bis ein Funke Licht von dir kommt.
Darin ahne ich, dass ich mit dir zu tun habe.
Wie ein Brenneisen
hast du dich in mein zuckendes Fleisch gedrückt.
Du hast Schrecken und Schmerz
in mich eingegraben,
unausrottbar die Wunde, das Siegel:
Ich bin dein.

Bernardin Schellenberger, nach: info aktuell 5/80

Zu Gott

ganz edel, in Gold und sympathisch
mit Kunst und Kultur
Gott fremd und ergreifend
Wir brauchen
Mutter
Vermittler
Fürbitter
Helfer
Brauchen wir nicht nur ihm, Gott?
Gott will uns!
Er will uns begegnen
bei uns sein
er will mir Mensch begegnen
er will bei mir sein.
Und ich Mensch will ihn treffen
will bei ihm sein
und mein Leben leben
meine Zeit befahen
Mein Jetztsein
mein Hiersein
mein Ichsein
mein Unvollkommensein und
mein Traurigsein
mein Glücklichsein und
mein Hoffnungsvollsein
Ich will mich ergreifen lassen
von der Sehnsucht nach dem
Gott mit mir.

karin jahr

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