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Eine der ersten Entscheidungen, die der neue Erzbischof zu treffen haben wird, betrifft die Struktur der Aktiengesellschaft "Imprimerie Saint-Paul s.a." (ISP). 99% der Aktien dieser Gesellschaft gehören bekanntlich dem jeweiligen Erzbischof von Luxemburg. Die ISP ist auch Herausgeberin der Tageszeitung "Luxemburger Wort" (LW). Das soll sich aber demnächst ändern. Während schon seit einiger Zeit beide Betriebszweige, Druckerei und Zeitung, getrennte Buchführungen haben und sich auch gegenseitige Dienstleistungen verrechnen, steht nach dem Willen der ISP-Direktion eine vollständige Trennung der beiden Aktivitätsbereiche in zwei unabhängige Gesellschaften bevor. Diese Entscheidung hat nicht nur buchhalterische Beweggründe, sondern auch politische: Dann kann nämlich der Druckereibetrieb den geplanten Radiosender übernehmen, ohne daß dem LW eine Monopolstellung in der Schriftpresse und im audiovisuellen Medienbereich vorgeworfen werden kann, was eventuell dem zukünftigen Mediengesetz zufolge auch einen Ausschluß vom Senderecht bedeuten könnte. Im übrigen soll Insidern zufolge – wie von "forum" schon in Nr. 12/Juni 1989 vorausgesagt hatte – demnächst auch das Erscheinen der "Wochenzeitung für Europäer" eingestellt werden, deren Rentabilität mangels Anzeigenkunden nie erreicht worden ist.

Keine Antwort war bislang auf die Frage zu erhalten, wie das Aktienpaket der neuen Gesellschaft zusammengesetzt werden soll. Wird der Erzbischof in beiden Gesellschaften (bis auf einige Strohaktiäre) alleiniger

Aktieninhaber bleiben? Oder kann die LW-Redaktion ihren seit langem gehegten Wunsch durchsetzen, ebenfalls Teilhaber in der Pressegesellschaft zu werden und eine größere Unabhängigkeit gegenüber der Kirche zu erreichen? Die Abhängigkeit verlief zwar in Wirklichkeit immer in umgekehrter Richtung, doch zumindest hatten die Katholiken Luxemburgs angesichts der Besitzverhältnisse das moralische Recht, der Redaktion christliche Pressegrundsätze in Erinnerung zu rufen. Die 4. Luxemburger Diözesansynode hatte auch entsprechende Richtlinien erlassen, die aber von der Redaktion stets ignoriert worden waren. Im Falle einer Beschneidung der erzbischöflichen Anteile am LW ist jedenfalls auf lange Sicht eine politisch noch konservativere Einstellung der Redaktion zu befürchten. Die ebenfalls demnächst anstehende Personalentscheidung, wer Nachfolger von ISP-Direktor André Heiderscheid wird, der zum Jahresende seinen 65. Geburtstag feiern und als dessen Nachfolger der bisherige Generalvikar Mathias Schiltz gehandelt wird – obschon der Posten eines Direktors nicht an die gesetzliche Altersgrenze gebunden ist -, ist im selben Zusammenhang zu sehen: Wer wird Direktor in welcher der beiden Gesellschaften?

Noch gehören die Aktien dem Erzbischof von Luxemburg, und zwar von seiner Funktion her, nicht dem Privatmann Fernand Franck. Ansonsten hätte Altbischof Jean Hengen sie ihm ja nicht aushändigen müssen. Es ist also klar, daß die Interessen der Luxemburger Kirche von diesen Entscheidungen betroffen sind und sie ihr Wort mitreden sollte. Die Synode fand es als richtig, daß "alle Angehörigen

der Luxemburger Kirche … sich nicht bloß als Abonnenten und passive Leser ansehen, sondern das LW als ihre eigene Sache betrachten … sollen". Es steht zu hoffen, daß die Verantwortlichen Wege und Mittel finden werden, die gesamte Kirche an so wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. Der gern gebrauchte Hinweis, die Kirche könne keine Demokratie sein, wo es um Lehrmeinungen gehe, trifft hier nicht zu.

m.p.

Geschichtslos?

Marx, Engels…, wie sie alle heißen Wollten das Paradies verheißen
In Scherben liegt ihr Zukunftstraum
Verdorrt des Sozialismus‘ Baum

Von eignen Leuten arg verraten
Zum Alptraum vieler dann geraten
Nach vierzig Jahren… Revolution!
Freiheitlich einig Vaterland… der Lohn!

1945 schon war’s ähnlich
Das Nazi-Horror endet‘ kläglich.
Ob links, ob rechts, doch galt es nur zu stürzen jede Diktatur.

Ob wir nun nichts mehr fürchten sollen,
Geschichtslos durch die Zeiten rollen?
So schnell stirbt Dialektik nicht,
Es steht ein neuer Bösewicht!

Wer rettet vor der Macht des Geldes,
Vor Diktatur des Market-Trendes?
J. (nach Besuch des Ostberliner Kabaretts "die Distel".

De Koschter am "Land"

Eng Rëtsch Lieser hun de Koschter gefrot, ob en d’Zeitung gewieselt hätt, well am "Lëtzeburger Land" vum 11.1.1991 en Artikel vun him iwwert der kathoulescher Kierch hir Haltung zur Golfkris stong. Dësen Artikel wor fir de "forum" geduecht, mä d’Gefor wor grouss, dass e vun der Aktualitéit gëng iwwerholt gin. Leider sollt dat jo knapp aacht Deeg mi spéit de Fall sin. De Koschter seet dem Chefredakter vum "Lëtzeburger Land" merci fir di Gaaschtfrëndschaft. "forum"-Lieser fannen dofier an dëser Nummer eng Rei Aussoe vu Poopst a Bescheef zur Golfkris, di och nach nom Ausbroch vum Krich hir Bedeitung behalen an a Kontrast stin zu de fromme Spreech, di di kathoulesch Dageszeitung vu Lëtzebuerg zu dem Thema publizéiert, fir ongestéiert eng eesäiteg amerikanesch Positioun kënnen ze vertrieden. Lieser, di den Artikel aus dem "Lëtzeburger Land" gären hätte, kënne bei der Redaktioun (Tel. 438916) eng Kopie bestellen.

m.p.

8e Festival de l’Immigration

8, 9 et 10 mars 1991

Hall Victor Hugo

Luxembourg – Limpertsberg

Vendredi soir : concert – nuit blanche avec les groupes africains Joia et IMILUXSTAR

Samedi après-midi ouverture officielle, débat sur les Commissions Consultatives, nuit blanche avec OS APOLOS

Dimanche : Jeu de l’Europe pour les 5e et 6e années d’Etudes
Débat sur la scolarisation avec le Ministre de l’Education Nationale
samedi et dimanche: spectacle continu, cuisines internationales, jeux pour enfants, artisanat, atelier informatique etc etc

Une Europe sans discrimination, une mosaïque de cultures

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