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Kennt ihr die Priestermütter, die ihr Leben lang für den Sohn da sind, die kochen, waschen, putzen, ihr grosses Kind verwöhnen und immer da sind?
Und die Kirche gibt ihren Segen dazu.
Der Sohn, den Jahren nach könnte er selber Vater oder Grossvater sein, nimmt die Versorgung gerne an. Es ist praktisch und bequem, sich versorgen, verwöhnen, bekochen, bewaschen zu lassen. Er kann sich für die grossen Dinge des Lebens freihalten. (Eine berufstätige Frau müsste und könnte sich mit der linken Hand versorgen.)
Und die Kirche gibt ihren Segen dazu.
Dieses Mutter-Sohn-Verhältnis geht tiefer. Die Mutter ist ihm alles, auch wenn er mit ihr streitet. Der Sohn ist ihr das Wichtigste, nicht erst wenn sie Witwe ist.
Ganz selbstlos ist sie auch nicht. Versorgen macht abhängig und bindet. Sie bleibt an den grossartigen, bewundernswerten Sohn gebunden. Sie kann auf ihn aufpassen, dass ihm nichts Böses aus der Erwachsenenwelt geschieht, sie kann ihn fest beim Guten halten, so bekommt sie ein wenig Abglanz mit.
Und die Kirche gibt ihren Segen dazu.
Erwachsenwerden heisst sich abnabeln, auch für einen Priester, von der Mutter loskommen, nicht mehr an ihrem Rockzipfel hängen. Erwachsenwerden ist schwer auch für einen Priester, loslassen ist schwer auch für eine Priestermutter, nicht für den Sohn leben, gilt auch für sie.
Solange Priester so häufig neurotische Verhältnisse zu ihrer Mutter haben, braucht sich die Kirche jedenfalls keine Sorge um das Priesterzölibat zu machen.
karin jahr
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