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Wir haben zwei eigene Kinder. Als wir uns entschlossen, ein Kind zu adoptieren, gingen wir von der Feststellung aus, dass in Indien Kinder in Not und Elend leben und oft von ihren Familien ausgesetzt werden. Wir wollten einem solchen Kind eine Familie geben.

Dass dieses Kind sich so problemlos in unsere Familie eingegliedert hat, erstaunt uns immer wieder. Susi kam mit zehn Monaten nach Luxemburg, nachdem wir über ein Jahr lang Papiere über Papiere bei allen möglichen und unmöglichen Aemtern eingereicht hatten. Diese Mühe mit den Aemtern und die lange Wartezeit erwiesen sich schlussendlich als äusserst nützlich. So konnten wir selbst und unsere Kinder uns gebührend auf Susis Ankunft vorbereiten.

Ich kann nur immer staunen über die vielen Fragen, die man uns über Susi stellt. Ob sie sich gut eingelebt hat? Ob unsere Kinder Paul und Marthe sie als ihre Schwester angenommen haben? Ob ihre Umwelt hier in Luxemburg sie akzeptiert hat? Wir empfinden uns als eine ganz normale Familie mit drei Kindern. Wir haben nicht mehr Schwierigkeiten als jede Familie mit drei Kindern, die heranwachsen. Nur eine Tatsache bedrückt mich, dass dieses fröhliche Wesen, das wir unser Kind nennen, zu unserer Freude aufwächst, für uns ganz unverdient, während seine leiblichen Eltern, sicher ohne eigene Schuld, auf dieses Glück verzichten müssen.

Renée Estgen-Mertens

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