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WAS WÄRE, WENN …
… JESUS NICHT AUFERWECKT WORDEN WÄRE?
Solche Fragen über Vergangenes zu stellen scheint müßig. Doch vielleicht könnte mit dem Versuch einer Antwort auch manches klarer werden.
Zuerst scheint mir, dass es ohne Jesu Auferstehung keine Kirche gäbe. Der Zündpunkt, an dem Kirche entstand scheint mir nämlich genau der Augenblick zu sein, in dem die ersten Jesusjünger anfingen zu glauben, Gott habe Jesus auferweckt. Bei der Verhaftung ihres Meisters waren sie auseinandergestoben. Doch kurz nach dem Tode Jesu sammelten sie sich wieder. Nicht zur Pflege des Grabes. Sondern um die Lebenspraxis ihres Meisters fortzusetzen. Nicht zur Denkmalpflege. Sondern zum Gebet, zum Brotbrechen, zum brüderlichen Teilen. Nicht um sich selbst zu feiern. Dazu hatten sie wirklich keinen Grund. Sondern um Jesus zu feiern. Ganz ausdrücklich lehnen sie jeden Ruhm für das Gute, das durch sie geschieht ab, unmissverständlich geben sie Jesus die Ehre: er tut durch sie das Gute, das um sie herum geschieht. ER tut es. Er lebt. Da ein Toter ja nichts mehr tun kann. Kurz nach dem Tode Jesu sind die Elemente jeder Kirche beisammen: Gebet, Brotbrechen, brüderliches Teilen, Verkündigung und Zeugnis der Auferweckung Jesu.
Zweitens scheint mir, dass ohne die Auferweckung des Jesus die Weltgeschichte anders verlaufen wäre. Freilich kann man sagen, dass auch Kleopatras Nase, Konstantins Sieg, Karls des Grossen Organisationstalent, Napoléons des Kleinen Militärstrategie, Karl Marx’s Kapital, Hitlers des Wahnsinnigen Wahnsinn Weichen der Weltgeschichte stellten. Mit Säbelgerassel. Mit Pulverdampf. Mit 2 Atompilzen. Unter Ausnützung der Ohnmächtigen.
Der Auferstehungsglaube hingegen unter Sorge für die Wehrlosen, unter Pflege der Aussätzigen, unter Einsatz für die Rechtlosen. Klar, ohne Kirche hätte es auch keine Kreuzzüge, keine Ketzer- und Hexenverbrennungen gegeben. Aber genau diese schlimmen Sachen sind geschehen unter Ausserachtlassung des Auferstehungsglaubens, unter Verkennung der Lebenspraxis und der Lehre Jesu.
Seitenlang könnte ich noch schreiben, was wäre geschehen, wenn …
Es scheint mir nun vernünftiger, die Frage zu stellen:
Was geschähe denn, wenn …
… wir Auferstehungsglauben hätten, wenn wir nicht nur ‚alleluja‘ an Ostern sängen, sondern auch ‚alleluja‘ täten?
Wenn wir dem nachfolgen, von dem wir behaupten, Gott habe ihn auferweckt, Gott habe sein Leben bestätigt als das Leben des richtigen Menschen?
Für mich besteht kein Zweifel daran, dass die Weltkatastrophe, die von den Herren des Ostens und des Westens angesteuert wird, vermieden werden könnte. Für mich besteht kein Zweifel daran, dass eine Milliarde von Christen ausreichen, um den Waffenproduzenten und Waffenhändlern das Handwerk zu legen. Warum lassen wir sie gewähren? Warum ermutigen wir sie durch unser Schweigen? Warum finanzieren wir mit unsern Steuern den Rüstungswahnsinn? Was wollen wir denn verteidigen? Unsern Osterglauben? Dann sind wir noch dümmer als die Kreuzzügler und die Hexenverbrenner. Der Osterglaube ist kein Gut, das verteidigt werden müsste, sondern Waffe für den Frieden ohne Waffen.
Jupp Wagner
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