Riten retten nicht

(Ketzerische) Öberlegungen zur Bistumsmitteilung "Auf dem Weg zu einer Erwachsenenkatechese"

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

(Ketzerische) Überlegungen zur Bistumsmitteilung "Auf dem Weg zu einer Erwachsenenkatechese".

Riten retten weder Seelen, noch die Kirche noch die Welt. Doch genau der entgegengesetzten Ansicht scheint die Bistumsmitteilung zu sein, wenn sie findet, "die lebhafte Diskussion im Pastoralrat (habe) deutlich (ge)mach(t), daß eine Reihe von Fragen und Problemen im Umfeld der Kindertaufe ungelöst sind".

Wenn sie ungelöst sind, sollte der Pastoralrat sich an deren Lösung heranmachen, anstatt sie weiter auf die lange Bank zu schieben, in der Hoffnung, sie erledigten sich von selbst. Denn das, was in der Bistumsmitteilung zu lesen ist, wird ganz bestimmt "kein erster Schritt … auf dem Weg zu einer systematischen Erwachsenenkatechese".

1. Von den Anachronismen der Kindertaufen

Sehen wir doch, daß die Kindertaufe (nebst vielen andern nicht mehr zum Leben zu erweckenden Kinderkirchenpraktiken) selbst das Problem ist. Einzig und allein die Kirchen schreiben Säuglinge in ihre Listen ein, aus der sie ihr Lebtag nicht mehr heraus können. Kein Tennisclub tut sowas. Sowas denken sich nicht einmal die sowjetischen Chefideologen aus.

1.1. Der Anachronismen erster Grund:

Ehedem trug die Erbsündenlehre die ganze Last der Kindertaufe. Nun trägt sie nicht mehr. Wer’s nicht glaubt, sollte doch mal nachfragen bei den ‚meisten Eltern‘, von denen es in der Bistumsmitteilung heißt: sie ‚lassen ihre Kinder taufen …, auch wenn sie selber nicht mehr viel Kontakt zur Kirche haben, und ihr Glaube höchstens noch ein glimmender Docht ist, der in ihrem Leben, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielt.‘

1.2. Der Anachronismen zweiter Grund:

Ehedem bestimmten die Eltern das ganze Leben ihrer Kinder. Sie trafen die Partner- und die Berufswahl für ihre Nachkommen. Sowas geht heute nicht mehr.

Ich stelle mir vor, daß eine grundsätzliche Diskussion zum Thema im Pastoralrat brutal abgewürgt wird mit der unsachgemäßen Begründung, Kinder würden von ihren Eltern in einer Menge Sachen auf eine ganz bestimmte Richtung festgelegt. Es ist klar, daß Kinder die Sprechweise ihrer Eltern nachahmen, daß die Manieren des Elternhauses auf sie abfärben. Doch genau die christliche Glaubenssprache hören die meisten Kinder nicht mehr in ihren Elternhäusern. Deshalb paßt christlicher Glaube nicht in die Sparte jener Dinge, welche Kinder zuhause lernen. Und vom Grundansatz her ist christlicher Glaube alles andere als Gesellschaftskonformität, Höflichkeit und Moral. Christlicher Glaube ist eine persönliche Entscheidung, welche keine Mutter und kein Vater ihren Kindern abnehmen können. Daß Säuglinge überhaupt keine Entscheidung treffen, ist wohl klar. Doch auch Primärschüler sind unfähig zu einer derartigen Entscheidung, welche das Leben in eine ganz bestimmte Richtung weist.

1.3. Der Anachronismen dritter Grund:

Er hängt eng mit dem zweiten zusammen. Doch sollten wir bedenken, was wir beobachten. Von all den getauften Säuglingen bleiben zwanzig Jahre nach ihrer Taufe knappe 8-10% übrig. Lautlos schleichen sie sich davon, acht Tage nachdem sie bei ‚ihrer Kommunion‘ ewige Treue gelobten. Unsere Kirchen (im Vollsinn des Wortes = alle Glaubenden) würden glaubwürdiger, wenn sie jene Eltern welche ’selber nicht mehr viel (bis gar keinen /d. Verf.) Kontakt zur Kirche haben‘, vom Druck der Kindertaufe befreiten. Das Mittel ist sehr einfach: glaubende Eltern lassen ihre Kinder

Auf dem Weg zu einer Erwachsenenkatechese

Pressemitteilung über die 8. Sitzung des Pastoralrates

Das Bistum stellt uns folgende Mitteilung zu:

Die Eltern, die das Sakrament der Taufe für ihr Kind wünschen und erbitten, „sind berechtigt, von der Kirche einen Dienst der Glaubensverkündigung zu erwarten, der ihrer Lage angepaßt ist. Das pastorale Bemühen der Priester und aller Christen kann sich nicht darauf beschränken, im Fall einer Taufbitte zu prüfen, ob der Bitte zu entsprechen ist oder nicht. Sie haben Anteil an der Heilsendung Christi, der sich für den letzten Menschen hingegeben hat. Sie sollen daher suchen, den Menschen den Zugang zum Glauben zu erschließen!“ Diese Aussagen der IV. Luxemburger Diözesansynode in ihrem Beschluß „Die Sakramente im Leben des Kindes“ bildeten den Hintergrund der Beratungen des Pastoralrates anläßlich seiner 8. Sitzung am 31. Mai 1988.

Die meisten Eltern lassen ihre Kinder taufen, auch wenn sie selber nicht mehr viel Kontakt zur Kirche haben, und ihr Glaube höchstens noch ein glimmender Docht ist, der in ihrem Leben wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle spielt. Für die Spendung der Taufe aber fordert die Kirche die begründete Hoffnung, daß das Kind in der katholischen Religion erzogen wird. Es gilt demnach, sich in besonderer Weise um die Eltern und deren Glauben zu bemühen. Wenn ein Erwachsener getauft wird, bereitet er sich in einem längeren Katechumenat auf die Taufe vor. Im Fall der Kindertaufe müßte man analog von einem Katechumenat der Eltern sprechen: denn sie übernehmen mit der Taufe die Verantwortung, ihr Kind im Glauben zu erziehen, es in die Gemeinschaft der Kirche einzuführen, ihm in Wort und Tat Vorbild eines christlichen Lebens zu sein.

Schon 1972 hatte der Bischof von Luxemburg eine „Anweisung zur Erneuerung der Taufpastoral“ erlassen, die von der Synode übernommen wurde. Darin wurde das Taufgespräch zwischen Seelsorger und Eltern im Regelfall zur Pflicht. In seinen Überlegungen kommt der Pastoralrat zur Überzeugung, daß der Kontakt mit den Eltern ausgewei-

tet werden muß. Er schlägt deshalb 3 Schritte für die Vorbereitung der Taufe vor:

  • zuerst das kurze persönliche Gespräch mit den Eltern bei der Anmeldung des Kindes zur Taufe,

  • dann eine gemeinsame Einführung mehrerer Eltern (und der Paten) in Sinn und Feier der Taufe, an der möglichst auch Eltern schon getaufter Kinder teilnehmen,

  • und schließlich das persönliche Gespräch des Priesters, der tauft, mit den Eltern.

Zudem sollen den Eltern verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, die ihre Überlegungen zur Taufe und der damit verbundenen Verantwortung begleiten. In diesem Sinne sollen in nächster Zeit verschiedene Materialien ausgearbeitet werden: ein Faltblatt, das die Eltern in ihrer Entscheidung begleiten soll, Videofilm und Tonbilder für die gemeinsamen Vorbereitungsversammlungen, Elternbriefe für die weitere Begleitung der Eltern in der religiösen Erziehung ihrer Kleinkinder.

Die lebhafte Diskussion im Pastoralrat machte deutlich, daß eine Reihe von Fragen und Problemen im Umfeld der Kindertaufe ungelöst sind. Die Richtung, in der Lösungen und Antworten gesucht werden, zeichnete sich ab: es geht nicht darum, Kriterien aufzustellen, nach denen die Taufe gespendet oder verweigert wird, sondern die Kirche bemüht sich, den Eltern, die die Taufe für ihr Kind erbitten, den Dienst der Glaubensverkündigung anzubieten.

Dieser Dienst kann darüber hinaus immer dann angeboten werden, wenn der Kontakt mit der Kirche über ein Sakrament gesucht wird. So könnte eine kontinuierliche, wenn auch zunächst nur sporadische Glaubensverkündigung für junge Erwachsene stattfinden: vor der Heirat in der Ehevorbereitung, vor Taufe, Erstkommunion und Firmung ihrer Kinder in der Vorbereitung der Eltern auf diese Sakramente. Damit wäre ein erster Schritt getan auf dem Weg zu einer systematischen Erwachsenenkatechese.

Henri Hamus

Glaubende

Eltern lassen
ihre Kinder
nicht mehr
taufen

Am Morgen sagt ihr:
Heute gibt es Regen,
denn der Himmel ist
trübrot. Das Aus-
sehen des Himmels
wißt ihr zu deuten,
nicht aber die Zeichen
der Zeiten.
(Mattäus 16, 3)

nicht mehr taufen.

1.4. Ein weiterer Grund, mit der Säuglingstaufe

aufzuhören:

Die total von fremden Organisationen abhängige
Kirche – Besoldung des Klerus durch den religiös
neutralen Staat, Bau und Unterhalt von Kirchen
und Pfarrhäusern durch die religiös neutrale politi-
sche Gemeinde, katholischer Religionsunterricht
in den öffentlichen Schulen – hat verlernt sich selbst
zu bewegen. Mit dem Verzicht auf Kindertaufe
könnte sie zeigen, daß christlicher Glaube von der
Angst befreit, ungetauften Kindern "könnte etwas
passieren". Außerdem, und das ist womöglich noch
wichtiger, könnten wir Kirchen wieder lernen, daß
es möglich ist, auch ungetaufte Kinder christlich zu
erziehen. Sie sind dann echte Katechumenen, im
Gegensatz zu jenen getauften Erwachsenen, wel-
che sich nach tausend Religionsunterrichtsstun-
den, hundert Beichten, manchen "Kommunionen"
und einer Firmung, von der Kirche befreiten, nun
aber, wegen der Taufe ihrer eigenen Kinder, und
an deren Stelle zu Quasikatechumenen werden
sollen. In einem Haus dagegen, wo beide Eltern
glaubende Christen sind, lernt das Kind christ-
lichen Glauben kennen, mit den Augen sehen, mit
den Ohren hören und mit den Fingern betasten,
mit der Luft einatmen. Wenn es ins Fragealter
kommt, stellt es Fragen, welche die Eltern von
ihrem Glauben her beantworten. So werden unge-
taufte junge Menschen einmal in der Lage sein, in
Sachkenntnis ihre persönliche Entscheidung zu
treffen und durch das Sakrament der Taufe ihre
Glaubensentscheidung öffentlich zu machen, oder

  • so leid das ihren Eltern auch tun mag – nicht zu
    glauben. Und bräuchten nicht auf leisen Sohlen da-
    vonzuschleichen.

2. Von der Weigerung, Zeichen

der Zeit zu lesen

Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Zeit
vorbei ist, in welcher Mütter und Väter in Lebens-
fragen für ihre Töchter und Söhne Entscheidungen
vorwegnehmen durften. Eine Kirchengemein-
schaft, welche den Eltern weiterhin das Recht zu-
gesteht, über den Glauben ihrer Kinder bereits in
deren Säuglingsalter zu entscheiden, wertet die
Glaubensentscheidung ab und entzieht sich selber
das Fundament.

Doch es ist regelrechte Verstocktheit, wenn der
Pastoralrat nicht nach der Motivation fragt, warum
die meisten Eltern ihre Kinder taufen lassen. Die
Motivation der meisten Eltern ist nämlich absolut
nicht deckungsgleich mit der Absicht jenes Teiles
der Kirche, der keinen Widerspruch duldet.
Dieser Kirchenteil träumt noch immer den angst-
machenden augustinischen Erbsündetraum und
hofft ihn, wie in der Vergangenheit, wieder zu be-
nützen, mit der großen Zahl von Anhängern auf-
trumpfen zu können. Gäbe dieser Teil der Kirche
sich die Mühe, bei den Eltern nachzufragen, wes-
halb sie ihre Kinder taufen lassen, würde er hören

müssen: "damit sie in der Schule nicht benachtei-
ligt werden", was im Klartext heißt: "damit sie ihre
Kommunion machen" können"; oder "damit sie
kirchlich getraut werden können". Andere Eltern,
die eigentlich ganz gerne auf die Taufe ihrer Kin-
der verzichteten, lassen ihre Babies trotzdem
taufen, um ihren eigenen Eltern keinen Verdruß zu
machen.

Die meisten Leute sagen: Um

Bedeutungsloses streitet man
sich mit niemandem.

Nun wird keiner bestreiten, daß es sehr löblich ist,
niemandem, und bestimmt nicht seinen Eltern
Verdruß zu machen. In der Partner- oder der Be-
rufswahl haben die Jungen ihre eigenen Vorstel-
lungen durchgesetzt. Solche Wahl gilt ja, wenn
auch nicht mehr fürs Leben, so doch für etliche
Jahre und ist deshalb wichtig. In der Weigerung
sonntags zur Kirche zu gehen, haben die Jungen
sich durchgesetzt. Seufzend (oder auch ein biß-
chen neidisch darüber, daß die Jungen das prob-
lemlos unterlassen, was sie selbst noch nicht wag-
ten) haben die Eltern es akzeptiert. Nun, wo Eltern
Großeltern geworden sind, wollen die jungen El-
tern sich nicht schon wieder auf eine religiöse Dis-
kussion einlassen. Die Taufe ihrer Kinder ist für sie
nebensächlich. Um Bedeutungsloses streitet man
sich mit niemandem. Und außerdem können sie
aus ihrem eigenen Leben bezeugen: die Kinder
werden später ja doch machen, was sie wollen.

Gehört unser Pastoralrat zu einer Kirche, welche
sich weigert, die Zeichen der Zeit zur Kenntnis zu
nehmen? Über eine Kirche, die solches nicht mehr
vermag, ist nachzulesen bei Mattäus 16,3 und bei
Lukas 12,54ff.

3. Was ist zu tun?

Wer weder die Zeichen der Zeit noch die Bibel
liest, kommt auf die verführerische Idee, moderne
Faltblätter, Tonbilder und Videoclips zu produ-
zieren, um gewappnet zu sein, "wenn der Kontakt
über ein Sakrament gesucht wird." Nur wird dabei
kein "erster Schritt in die richtige Richtung" getan.

Denn es ist offenbar, daß jene Eltern, "welche nicht
mehr viel Kontakt zur Kirche haben", gar keine
Sakramente, sondern Riten, Zeremonien wollen.
Sakramente sind Dinge mit denen Leute, "welche
nicht mehr viel Kontakt zur Kirche haben", gar
nichts anzufangen wissen. Sie wollen Riten, welche
"alle bekommen".

Wenn die Pfarrer oder sonstige Zeremonienfabri-
kanten ehrlich sind, dann müssen sie zugeben, daß
sie an der Aufrichtigkeit ihrer "Kunden" zweifeln,
wenn diese bei der Taufspendung zu allen Fragen
ja und amen sagen. Wenn sie behaupten an den
dreifaltigen Gott zu glauben, und – klar doch – an

die Jungfrauengeburt, an die Auferstehung der Toten. Sogar an die Kirche behaupten sie zu glauben, obschon sie mit ihr "sehr wenig Kontakt halten". Nun sind die Ritenfabrikanten so christlich erzogen, daß sie ihre Zweifel verdrängen, weil sie angeblich keine Beweise für die falschen Aussagen jener Eltern haben. Fromm ausgedrückt: sie wollen "den glimmenden Docht nicht auslöschen". Und so hofft man, mit frommen Videoclips, bunten Faltblättern, modernenrhytmisierten Tonbildern oder sonstigen Elternbriefen den Docht wieder anzublasen.

Es scheint, der Pastoralrat ist nicht auf die naheliegende Idee gekommen, christlicher Glaube könne, als lebendige Sache, nur im lebenden Kontakt mit einer Kirchengemeinschaft wachsen. Kirchengemeinschaften treffen sich, ganz traditionsgemäß, jeden Sonntag. Was läge näher, als daß den Eltern, welche "nicht mehr viel Kontakt mit der Kirche haben", dieser Kontakt empfohlen würde?

Da liegt allerdings die Sache gleich doppelt im Argen:

  1. Spärlich gesät sind offene Kirchengemeinschaften, welche eine mehrjährige Katechumenenzeit aushalten (denn in drei Wochen kann das Verpaßte nicht nachgeholt werden) von Eltern, die "nicht mehr viel Kontakt zur Kirche haben".

  2. Unsere Sonntagsmessen sind selber zu Riten geworden, die nichts mehr bewegen.

Also auch da, bei den Sonntagsversammlungen unserer Kirchen, wäre ein Hebel anzusetzen. Nicht nur die Taufe, sondern auch die Sonntagsmesse ist in der heutigen Form der reinste Anachronismus. Wie die Beichte und die Firmung und die Krankensalbung und die Ehe und die Priesterweihe. Riten sind Rahmen ohne Bild. Der Rahmen ist wichtiger geworden als das Bild, das Faß wichtiger als der Wein. Deshalb retten Riten überhaupt niemand und überhaupt nichts. Im Gegenteil. Eine Kirche, welche voll im Trend liegt, und ihre Riten unbedingt weiter auf dem Markt halten will, sie deshalb an jedermann und jedefrau verschleudert, macht sich des Kundenbetrugs schuldig.

Was ist eigentlich schlimmer: Kundenbetrug oder Selbstbetrug? Denn dem aufmerksamen Zuhörer kann das doppelzüngige Gerede nicht entgehen: einerseits wird behauptet, die Liturgie sei "Quelle und Gipfel" des christlichen Lebens. Andererseits gibt der sogenannte lehrende Teil der Kirche jenen Getauften Recht, welche in der Überzahl sind und "nicht mehr viel Kontakt zur Kirche haben", welche behaupten: "Man kann auch ein guter Christ sein, ohne sonntags in die Messe zu gehen."

4. Erwachsenenkatechese

ist ein Schlagwort. Wieviele von den paar Leuten, welche sich die Mühe machten, die "Bistumsmitteilung" zu lesen, können sich unter Erwachsenenkatechese etwas vorstellen? Vielleicht: "Was denn, nach tausend in der Schule abgesessenen Unterrichtsstunden jetzt noch etliche Dutzend Nachhilfestunden?"

Hat der Pastoralrat genau hingehört, was jene Leute, die "nicht mehr viel Kontakt mit der Kirche haben", denken. Die wenigsten dieser Leute wagen laut zu sagen, was sie denken. Sie müssen ja befürchten, wenn ein Pfarrer oder sonst ein Frommer zuhörte, wär es Essig mit der Kindertaufe. So denken sie: "Diese drei Monate werden auch noch vorbeigehen!" Allerdings wird eine Minorität sagen: "Noch mehr Katechismus? Nein danke!" Und sie werden verzichten, oder sich zu einer Filiale des großen Ritenmarktes begeben, wo ihre Kinder getauft werden, ohne daß die Eltern nochmal den "Katechismus" lernen müssen. Denn die Leiter der Billigfilialen sterben nicht aus. Und die Zentrale verfügt nicht mehr über genügend Personal, um alle Filialleiter zu zwingen, sich an die Vorschriften "von oben" zu halten. Nur von Zeit zu Zeit wird ein Exempel statuiert. Und das ist dann wieder, wie die Scheiterhaufen von ehedem, nicht in der Erwachsenenkatechese unterzubringen.

Jupp WAGNER

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code