Architekur- und Urbanismus-Ausstellung in Brüssel

Magazin

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Bei der diesjährigen Wahl zur Zusammensetzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf wurde Luxemburg auf drei Jahre zum Mitglied bestimmt. Dieses Gremium, in dem 53 Länder vertreten sind, beschäftigt sich Jahr für Jahr mit der Menschenrechtslage in der Welt. Die Resolutionen, die verabschiedet werden, sowie die Bestandsaufnahmen von offiziellen Berichterstattern bewirken zwar keine Zwangsmaßnahmen von seiten der internationalen Gemeinschaft gegenüber Regierungen, die schwerer Menschenrechtsverletzungen für schuldig befunden werden. Dennoch beinhaltet eine Verurteilung eine wichtige, politische Signalwirkung sowie eine moralische Schlappe, die die wenigsten Länder einfach hinnehmen wollen.

Wie stark sogar Länder wie China eine solche Verurteilung scheuen, wurde dieses Jahr wieder deutlich bei dem Hin und Her über eine Resolution in bezug auf die Menschenrechtsverletzungen in China und insbesondere Tibet. Der Resolutionsentwurf war unter anderem von Dänemark, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg eingebracht worden. Daraufhin setzte die chinesische Regierung die möglichen Befürworter vehement unter Druck und drohte, die wirtschaftlichen Beziehungen und die Vergabe von einträglichen Kontrakten einzuschränken. Schließlich wurde der Entwurf mehrheitlich blockiert, bevor es überhaupt zu einer Abstimmung kommen konnte. Dabei wurde offensichtlich, daß der Entwurf auch bei den afrikanischen Ländern auf wenig Verständnis stieß.

Iwerliwen fir bedreete Volleker begrüßt die Initiative der luxemburgischen Regierung, eine stärkere Rolle in diesem Bereich auf internationaler Ebene zu übernehmen. Die damit verbundene Verantwortung muß aber dazu genutzt werden, grobe, systematische und andauernde Verstöße gegen die Menschenrechte wirkungsvoll anzuprangern, auch wenn wirtschaftliche Interessen zurückgestellt werden müssen. (…)

André Rollinger
in: iwerliwen-info, Juni 1997

Architektur- und Urbanismus-Ausstellung in Brüssel

Die Brüsseler Fondation pour l’architecture eröffnete am 20. Juni eine Doppelausstellung in der Galerie und im

Großen Saal der Stiftung in der Rue de l’Ermitage 55. Zum einen wird die Ausstellung Urban Renaissance Urbaine präsentiert, mit einem begleitenden Kolloquium, das 300 Architekten (u.a. Lucien Steil), Urbanisten, Soziologen, Politiker, Unternehmer, Kunsthistoriker und Architekturtheoretiker (u.a. Léon Krier) in den Themenkomplex «La Nouvelle Renaissance» einbindet: «Considérant l’acte de construire comme un processus social, culturel et politique, la Renaissance Urbaine s’oppose à toute séparation, fragmentation et destruction caractéristiques de l’architecture du XXe siècle. Au contraire, elle aspire à la recomposition en cherchant à renouer avec la tradition humaniste occidentale». Zum anderen wird eine Fotoserie gezeigt, die 1995 im französischen Kerguèhennec von dem kanadischen Fotographen Geoffrey James unter dem Titel De L’Esprit des Lieux / Van de Geest van het Oord realisiert wurde.

I.N.

Bis zum 17. August

Eine Straße durch die europäische Kultur

Europa. Es ist und es ist doch nicht. Es soll sein und es war einmal. Inhalte die den Europagedanken füllen – die rein wirtschaftlichen seien außer Acht gelassen – und glaubwürdige Utopien sucht man vergeblich und zusammenführendes Gedankengut ebenso. Und doch ist eben Europa alles andere, nur kein Novum und läßt sich bis in graue Vorzeiten hinein verfolgen. Die im Essener Ruhrlandmuseum am 13. Mai eröffnete Ausstellung transit zeichnet über Brügge – Novgorod eine Straße durch die Europäische Geschichte im musealen Raum nach. «Der Weg zur Ausstellung Transit war lang. Und das Ende ist ja auch heute noch nicht erreicht. Wir werden es erreicht haben, wenn wir einem hoffentlich zahlreichen Publikum Zugänge zur Geschichte des Teils Europas gezeigt haben, der von dieser Straße durchquert wird. Konkret ist sie – museal gesehen – ein Unding. Aber wir haben sie als große zeitübergreifende Metapher für einen historischen Zusammenhang europäischer Landschaften genommen, als einen Leitpfad durch europäische Geschichte.» Die älteste und zugleich auch längste europäische West-Ost-Verbindung erlaubt die 2000jährige Kulturgeschichte Europas zu demonstrieren. Den Veranstaltern liegt kein simples «Lernziel» am Herzen, sondern sie beabsichtigen über ein «historisches Argument» auf

«die relative Gemeinsamkeit der Herkunft europäischer Kultur und deren Differenzierung» zu verweisen. Die insgesamt 2000 Exponate der Ausstellung stammen von 300 Leihgebern, darunter auch die Bibliothèque du Grand Séminaire de Luxembourg.

Die Ausstellung wird von einem 720 Seiten starken Katalog begleitet. Er wurde von Ferdinand Seibt, Ulrich Borsdorf, Heinrich Theodor Grütter herausgegeben, beinhaltet Texte von 245 Autoren sowie 600 Abbildungen und erschien im Pomp Verlag (58 DM).

I.N.

Bis zum 21. September 1997

Vorschau auf den Herbst

Die September-Nummer von forum (Nr. 178) wird voraussichtlich u.a. folgende Beiträge enthalten:

  • ein Gespräch mit Charel Goerens (DP) über die Zukunft Luxemburgs

  • ein Bericht über den Architektur-Wettbewerb betreffend die Erneuerung der Altstadt Luxemburg

  • ein Gespräch mit Rob Scholte über die documenta X in Kassel

Impressum:

forum mat Public

Dés Nummer as erauskomm den 4. Juli 1997

Redaktion: "forum" a.s.b.l.

1, place Ste Cunégonde

L-1367 Luxembourg

Tel.: 42 44 89 Fax: 42 44 99

Bürozeiten: Montag bis Freitag 9-12

Redaktion: Raymond Klein, Ina Nottrot, Michel Pauly, Jürgen Stoldt

Originalzeichnungen in dieser Nummer: Roger Folmer, Jan Nottrot (Titel) forum erscheint seit 1976 achtmal im Jahr

Durchschnittliche Auflage 1996: 1650 Mindestpreis für ein Jahresabonnement

(8 Nummern): 850 F, Geschenkabonnement: 720 F, Studenten und Arbeitslose: 720 F, Auslandsabonnement: 1100 F (850 F + 250 F Portozuschlag) zu überweisen auf das Postscheckkonto 61154-44 von forum, Luxemburg, mit dem Vermerk: Abo ab Nr …

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