Geheimnisvolle Weisheit Gottes

Gedanken zum 2. Kapitel des ersten Korintherbriefes

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Geheimnisse werden gehütet. Sie sind nicht jedem X-beliebigen zugänglich. Staatsgeheimnisse werden Geheimnisträgern anvertraut. Sie sitzen in den obersten Rängen von Regierungskreisen. Sie dürfen nichts verraten. Sonst werden sie ausgebootet. Sie wissen mehr als andere. Sie besitzen eine unheimliche Waffe durch ihr geheimes Wissen. Sie können die Leute manipulieren. Sie können Angst machen. Dazu brauchen sie nur ein Zauberwort fallen zu lassen: ‚Wenn ihr wüsstet, was ich weiss!‘ Und schon ist die Angst da. Bei denen, die nichts wissen.

Staatsgeheimnisse, Wirtschaftsgeheimnisse, technische Geheimnisse, Geheimnis um die nächste Winterkollektion der Modeschöpfer. Ganze Armeen von Spionen, ganze Arsenale von elektronischen Minispionen werden auf alle möglichen Geheimnisse angesetzt, um den Gegner, der einem womöglich um eine Nasenlänge voraus ist, einzuholen und zu überholen.

Geheimnis der Weisheit Gottes. Wird die auch ausspioniert? Um hinter das Geheimnis Gottes zu kommen? Um Gott von Thron zu stossen? Aber nein! Das Geheimnis der Weisheit Gottes liegt offen zutage. Gott hat keine Geheimnisse vor den Menschen. Er sagt uns alles. Er hat immer alles gesagt. Und nicht nur gesagt. Gezeigt hat er es uns. Er will uns nicht verblüffen. Mit faulen Zaubertricks. Mit schwebenden Jungfrauen und Kaninchen aus dem Zylinder. So dass wir uns Fragen müssten: ‚Wie hat er das Kunststück nun wieder fertiggebracht?‘ Gott spielt mit offenen Karten. Sie liegen auf dem Tisch, aufgedeckt. Nur wir schauen uns seine Karten nicht an. Wir hören nicht auf sein Wort, mit dem er uns erklärt, wie man Frieden herstellen kann, wie man Verhungernde vor dem Tod retten kann, wie man Gefängnisse überflüssig macht, wie man Blinde zum Malen, Gehörlose zum Singen und Lahme zum Tanzen bringt.

Nein, Gott wird nicht ausspioniert. Dazu ist er den meisten Menschen nicht wichtig genug. Wir haben andere Dinge, die viel wichtiger sind. Nur wenn Gefahr droht, werden etliche Menschen mobil, rennen zum Thron Gottes, zupfen an den Goldfransen, die vom Thron herunterhängen. Doch, wenn allzustark gezupft wird, fällt der Krönungsmantel herunter und enthüllt einen leeren Thron. Spätestens beim Anblick des leeren Thrones müsste uns ein Licht aufgehen. Doch bei Vielen kommt’s nur zum Kurzschluss: es gibt keinen Gott! Oder: Über Gott können wir nichts wissen! Die Wenigstens kommen zur Einsicht: wir haben Gott an der falschen Stelle gesucht. Von diesen Wenigen kommen wiederum nur die Wenigsten zum Entschluss, sich umzukehren, um Gott da zu finden, wo er tatsächlich ist. Er braucht nicht einmal gesucht zu werden. Er ist sofort sichtbar. Und man fragt sich, warum man ihn bisher nicht gesehen hat. Die Antwort auf diese Frage wird aber in diesem Augenblick äusserst einfach: weil wir uns nicht umgedreht haben, weil wir uns nicht bekehrt haben. Weil wir den gekreuzigten Jesus nicht ernstgenommen haben. Das Geheimnis der Weisheit Gottes besteht darin, dass es

kein Geheimnis ist, sondern dass wir verstockt sind. Dass wir trotz Taufe, Firmung, Erst- und vielen anderen Kommunionen immer noch verstockt sind. Wie der Pharao beim Auszug der Hebräer aus Ägypten. Weil wir Gott auf dem Thron bei den Herrschenden suchen. Anstatt beim geknechteten, geängstigten, ohnmächtigen Volk.

Ohnmächtige aller Länder, vereinigt euch! Bildet brüderliche Gemeinschaften. Teilt miteinander eure Habseligkeiten. Lasst die Thronerben ihre Hochzeiten halten. Lasst sie in prunkvollen Gewändern einherstolzieren. Lasst sie auf kostbaren Tellern mit goldenen Gabeln ihre teuren Hochzeitmenüs verspeisen. Ihr aber, teilt euer Brot miteinander. In der Freude. Weil für euch die Weisheit Gottes kein Geheimnis mehr ist. Da ihr sie beim Brotbrechen erfahren habt. Jupp Wagner

Zeichnung: Jais

R-E 24/70

Ihr habt ein falsches Gottesbild!

Ihr seid verblendet!

Ihr irrt euch!

Ihr müsst umdenken!

Ihr habt unrecht!

Ihr denkt falsch!

ABER

Ich habe die wahre Gottesvorstellung!

Ich bin erleuchtet!

Ich denke richtig!

Ich habe recht!

Ich habe recht!

Ich habe recht!

Gott gibt alles Leben,

Deines und meines,

ob es mir passt

oder nicht.

Er lässt es leben.

Es muss ein Gott mit viel

Gelassenheit sein.

karin jahr

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