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d’Resistenzler, déi d’Consequenzen vum Krich op
uergst Manéier materliemt hun an den Asaz fir Frid-
den, Fräiheet a Gerechtegkeet als eng Hapmissioun
ugesin, sin beonrouegt iwer Ideen, déi vum Ausland
hier, propagéiert gin, déi d’Noutwendegkeet vun en-
gem staarken, dissuasiven Verdeedegongssystem vun
den europäesche Länner a Fro stellen. (…)
Mueneches haut erënnert un d’Zäit virum leschte
Krich, wou d’Schwächt vun de fräie Natioune, hiirt
defaitistescht Agéieren an de Manktem un politeschem
Courage zur Katastroph geféiert an d’Nazien incitéi-
ert hun hir Nopeschlänner ze iwerfalen. Laang Joëre
ware mir vun dësem Terrorregime ënnerjocht, bis d’A-
merikaner eis 1944 liberéiert hun.

Wann d’militäresch Iwermuecht vum Osten et elo néideg
gemeet huet nei Decisioune ze huelen fir d’Stierk
vun onser Allianz ze festegen, esou as keen vun esou
engemSchrëtt begeeschtert. Et huet awer misse sin an
et as wichteg. Nëmmen duerduurch datt mir staark sin,
kënne mir, kann Europa fräi bleiwen, kann de Fridden
erhal bleiwen.

Den Vergleich der heutigen Lage mit jener vor dem
2. Weltkrieg zitiert nicht nur das Nationalkomitee
der "Unio’n" (Union des Mouvements de Résistance Lu-
xembourgeois) in einem Pressekommuniqué vom 9.9.1981.
Ähnlich argumentiert der "Pax Christi"-Verteter im
Interview S. 31. Ähnlich warnt auch Hd. in einem
Leitartikel im L.W. vom 5.9.1981. Ähnliches hört man
sehr oft "auf der Strasse" als Argument für die Not-
wendigkeit neuer Aufrüstungsmassnahmen der NATO.

Der Vergleich geht von der Annahme aus, dass heute
der Westen dem Osten in ähnlicher Weise militärisch
unterlegen ist, wie vor 1939 die freie Welt dem
Nazi-Deutschland.

Historische Vergleiche lösen beim Historiker aber
allemal Unbehagen aus. Erstens wird dabei eine je-
weils (mehr oder weniger) klar beschreibbare Vergan-
genheit mit einer alles andere als klar definierba-
ren politischen Gegenwart vergleichen. Andere Bei-
träge in dieser Nummer haben mehr als deutlich ge-
zeigt, dass die These der militärischen Überlegenheit

des Ostens keineswegs eindeutig belegbar ist. Im Vergleich zu Hitlers Rüstungsvorsprung sind jedenfalls die Anstrengungen der Sowjetunion und ihrer Verbündeten kaum als viel grösser anzusehen als jene der NATO. Aber über die heutige Lage kann der Historiker gerade keine definitiven Aussagen machen. Vor einem historischen Vergleich kann er also nur warnen.

Auch was die Expansionsabsichten Hitlers und Breschnjews anbelangt sind erhebliche Zweifel anzumelden. In der Zeitschrift des konservativen, des Kommunismus völlig unverdächtigen ‚Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands‘ formuliert Prof. Dr. Michael Salewski (Kiel) sie folgendermassen: ‚es ist schlicht unzulässig, bewusst oder unbewusst, Hitler mit Breschnjew zu vergleichen, denn dies hiesse nichts anderes, als Hitler historisch tolerierbar zu machen, ihn zu mediatisieren, ihn seiner einzigartigen Entsetzlichkeiten zu entkleiden. Hitlers rassenideologisches Vernichtungskonzept findet in der Sowjetunion Breschnjews – Gott sei Dank – keine Analogie, was nicht heissen soll, dass es dort keine unterdrückten und verfolgten Minderheiten gäbe. Hitlers Gang nach München und sein Sprung nach Prag dienten eindeutig der Vorbereitung des Krieges, waren Präludium des Zweiten Weltkrieges. Alle bisherigen politischen Analysen der sowjetischen Politik haben aber ergeben, dass die Russen den grossen Krieg ebenso fürchten wie wir selbst. Afghanistan besitzt daher eine ganz andere politische Qualität als seinerzeit die Tschekoslowakei für Hitlerdeutschland‘ (GWU, Okt. 1981, S. 597).

Aber auch die Rolle der westlichen Staatsmänner, die im zitierten Kommuniqué angesprochen wird, ist nicht vergleichbar. 1938 hielten die USA sich völlig aus europäischen Angelegenheiten heraus. Frankreich und Grossbritannien kämpften mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und daraus resultierenden sozialen und innenpolitischen Unruhen. In der Sowjetunion war Stalin dabei, die innere Opposition auszuschalten. Mit sich selbst beschäftigt, glaubten diese Staatsmänner mit einer gewissen historischen Berechtigung, dass Hitler nicht zu Unrecht eine Revision des für Deutschland ungerechten Versailler Friedensvertrages durchsetzen wollte. Heute hingegen haben die USA die führende Rolle im Kampf gegen vermutete Machtbestre-

in: Artisans de la Paix N° 56/80

bungen der SU übernommen und die Aussenpolitik der westlichen Demokratie beruht auf einem weitgehenden politischen Konsensus. Die viel geschmähte britische ‚Appeasement‘- Politik beruhte übrigens nicht auf einer Fehleinschätzung von Hitlers Zielen, sondern sollte gerade zu einem Zeitgewinn für die eigene, in früheren (!) Jahren vernachlässigte Rüstung führen. Dies war mit ein Grund für das früher als geplante Losschlagen Hitlers gegen die CSR und Polen.

Was nun den historischen Bezug auf die Befreiung Luxemburgs und Westeuropas durch die US-Truppen anbelangt, so soll sie selbstverständlich auch die Dankbarkeit und Respekt heutiger Generationen verdienen. Gerade Freunden gegenüber sollte man aber doch seine Meinung sagen dürfen ohne der Gegnerschaft verdächtig zu werden! Im übrigen hat sich auch die UdSSR für die Befreiung Europas verdient gemacht, wie eine Briefmarkenserie von 1946 auch in Luxemburg festhielt. Trotzdem fällt es heute nur mehr wenigen Luxemburgern (und Westeuropäern) ein, sie weiterhin als ‚Schutzmacht Europas‘ anzusehen. Die USA schrieb als erste die Menschenrechte in ihre Verfassung ein (1776). Ist dies ein Grund anzunehmen, sie seien an vielen Menschenrechtsverletzungen durch von ihnen unterstützte Diktaturen unschuldig? Historische Verdienste dürfen keine Entschuldigung für aktuelle Kritikblindheit werden!

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