Ende November stand die alle drei Jahre stattfindende PISA-Studie wieder im Lichte der Öffentlichkeit. Und dies aus doppeltem Grunde. Zunächst wurde eine neue Sonderauswertung zur Teamarbeit, genauer zum kollaborativen Problemlösen vorgestellt. Und auch in dieser Disziplin schnitten die Luxemburger Schüler eher mittelmäßig ab. Mit 491 Kompetenzpunkten lagen sie knapp unter dem OECD-Durchschnitt (500 Punkte) auf Platz 28 von 52 Teilnehmern.1 Gleichzeitig teilte das Ministerium mit, nur noch bei jeder zweiten Ausgabe mitmachen zu wollen, mit dem Argument „PISA bring(e) uns nicht weiter“.2
Der Kompetenztest und das darauf beruhende Nationenranking ist jedoch nur die Spitze des PISA-Eisberges. Daneben werden Fragen zum sozio-demographischen Hintergrund, zum schulischen Umfeld, zur Motivation, dem Zugehörigkeitsgefühl zur Schule usw. abgefragt. Auch können sich die Eltern in einem gesonderten Fragebogen über die Zufriedenheit mit ihrer Schule und ähnlichem äußeren. Die so gesammelten Daten bilden nicht nur eine unerlässliche Grundlage für jedwede bildungspolitische Forschung, sondern stellen auch ein Instrument zur konkreten Schulplanung dar. Die Auswertungen für die einzelnen Schulen werden zwar nicht veröffentlicht, jedoch erhält jede Schule ihre Ergebnisse und den Vergleich mit der Gesamtheit aller Schüler und könnte diese zur Qualitätsentwicklung nutzen.
Die unten abgebildete Grafik zeigt exemplarisch für die Fragen zur Disziplin in der Klasse, dass es eine große Variation zwischen den einzelnen Schulen gibt. 35% aller teilnehmenden Schülerinnen und Schüler finden, dass es in ihrer Klasse immer oder meistens laut zugeht und Durcheinander herrscht. In der „diszipliniertesten“ Schule sind es nur 16%, die diese Auffassung vertreten, in der „undiszipliniertesten“ gar 58%.3
Die Entscheidung, nur bei jeder zweiten PISA-Studie mitzumachen, ist unsinnig, da der Test zyklisch angelegt ist. Im Abstand von drei Jahren stehen jeweils andere Schwerpunkte im Mittelpunkt. 2018 ist die Lesekompetenz an der Reihe, 2021 will das Ministerium den Test zur mathematischen Grundbildung überspringen. 2024, wenn die Kompetenz in den Naturwissenschaften untersucht wird, will es wieder mitmachen. Damit wird ein Vergleich zwischen den einzelnen Erhebungen praktisch unmöglich.
[1] OECD (2017), PISA 2015 Results (Volume V): Collaborative Problem Solving, OECD Publishing, Paris. http://dx.doi.org/10.1787/9789264285521-en
[2] Michèle Gantenbein. „Mädchen gut in Teamarbeit“. Luxemburger Wort. 23.11.2017
[3] Eigene Auswertung für die 30 größten Luxemburger Schulen, basierend auf PISA2015
[4] Grunddaten http://www.oecd.org/pisa/data/2015database/.
Die Frage bezog sich auf den naturwissenschaftlichen Unterricht.
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