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Wer kennt den Trick?
Muss man mit den Fingern schnipsen, oder ‚Dalli Klick‘ sagen, oder beides zusammen? Muss man starr einen Punkt fixieren, mit den Armen in der Luft rudern und ‚abrakadabra‘ rufen? Ja, wie macht man es, um ihn herbeizuzitieren? Mit gregorianischem Gesang? Mit Orgelmusik? Mit Pauken und Trompeten? Oder in einsamer Waldlichtung um Mitternacht eines Freitags, wenn Vollmond und der Dreizehnte ist? Wer kann ihn beschwören? Ein Bischof oder ein unschuldiges Kind?
Und wer soll eigentlich beschworen werden, wenn ich mal fragen darf?
Natürlich der Heilige Geist. Schliesslich ist heute Pfingsten.
Aha, der heilige Geist!
Und wer ist das? Soll eine Taube am Himmel erscheinen, oder Feuer auf die Erde fallen, oder soll ein Orkan entfesselt werden?
Was soll denn der Heilige Geist?
Ja, was soll er? Etwa die Radioaktivität undicht gewordener Kernkraftwerke inaktiv machen? Oder unsern Atommüll wegkehren? Oder Heizöl für den nächsten Winter beschaffen? Oder ein Heilmittel gegen den Aussatz vom Himmel regnen lassen? Oder Reis, vielleicht fertiges Brot für alle, die nichts zu reissen und zu beissen haben? Oder ewige Jugend? Oder- Oder was? Wozu sollen wir den Heiligen Geist denn herbeizitieren? Was wollen wir ihm denn auftragen, falls er gegen alle Wahrscheinlichkeit doch erscheinen sollte?
Sollen wir ihn überhaupt beschwören?
Wenn es um den Heiligen Geist geht, dann hängt der Himmel voller Fragezeichen? Sogar am Himmel der christlichen Kirchen hängen sie in noch grösseren Scharen, als deren auf diesem Blatt Papier sich versammelt haben. Obschon es relativ einfach wäre, die Fragezeichen auszuwischen. Besonders den Kirchen, den Gemeinschaften der Jesus-schüler, müsste es doch gelingen, die Fragezeichen vom Himmel herunterzuholen. Man braucht nicht mehr dazu als eine Kehrtwendung um 180 Grad. Dann würde man sehen, dass, nicht wir es sind, die den Heiligen Geist beschwören sollen, sondern dass er seit Jahrtausenden dabei ist, uns zu beschwören.
Er beschwört uns, Menschen zu werden.
Wie er den Sohn Gottes beschworen hat, Mensch zu werden.
Damit man es einmal sehen kann, wie ein richtiger Mensch aussieht.
Ein Mensch, geschaffen nach der Idee, die Gott sich vom Menschen macht.
Jupp Wagner
ALS sie das Gleichnis von den bösen Dämonen wiederholen soll, sagt eine Schülerin: «Da kommt der unreine Geist zurück und nimmt noch sieben andere Geistliche mit, die schlimmer sind als er selbst.»
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