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Die Zahlen sprechen für sich. Die Arbeitslosenquote der Frauen im Verhältnis zur allgemeinen Arbeitslosenzahl liegt bei 42,7% (nach Angaben der Administration de l’Emploi für Mitte November 1977). Das ist viel wenn man bedenkt, dass die Frauen nicht einmal ein Drittel der aktiven Bevölkerung darstellen. Bei den Angestellten, Technikern und Verkäufern beträgt der Anteil der arbeitssuchenden Frauen gar 59,1%. Frauen stellen also nur ein Drittel aller Erwerbstätigen, aber gut die Hälfte aller Arbeitslosen.

Wie ist diese Tatsache zu erklären?

Mindestens drei Hauptursachen sind hier zu nennen:

  1. Frauen sind oft bloss Zweitverdiener. Sie nehmen den Familienvätern die Arbeit weg. Das ist eine gängige Denkweise. Man kann sich aber schwer vorstellen, wie Frauen, die unter anderem als Putzfrau, Krankenschwester, Sekretärin, Verkäuferin, …tätig sind, Familienväter um ihr Brot bringen, da diese Berufe als typisch weibliche definiert und oft unterbezahlt sind. Daneben gibt es ganze Berufssparten, wie Arzt- oder Lehrerberufe, in denen Männer und Frauen gleichermassen vertreten sein müssen.

  2. Verheiratete Frauen gehören ins Haus und dürfen höchstens halbtags arbeiten. Dabei wird vergessen, dass viele Familien auf diesen zweiten Verdienst angewiesen sind. Er ist aus dem monatlichen Budget nicht wegzudenken. Viele Frauen wünschen auch finanziell unabhängig zu sein und suchen eine Möglichkeit, sich ausserhalb ihrer vier Wände zu entfalten. Weshalb ihnen das eher als ihren Männern verdenken?

Die Kriterien, die zu dieser Diskriminierung schon in den Denkweisen führen, sind übrigens äusserst zweifelhaft. Nie wurde die Frau z.B. so sehr als Hausfrau und Mutter gepriesen als Anfang der 30er Jahre in Deutschland, als allgemein Arbeitslosigkeit herrschte; nie wurden ihre Fähigkeiten als Arbeiterin für Volk und Vaterland so sehr gerühmt als Ende der 30er Jahre und Anfang der 40er Jahre, als die Rüstungsindustrie auf Hochtouren lief. Beweist dieses geschichtliche Beispiel nicht, dass das Motto ‚Die Frauen zurück in den Haushalt‘ nicht ernst zu nehmen ist und von der wirtschaftlichen Lage abhängt.

Persönlich bin ich zwar der Meinung, dass in einer Familie mit kleinen Kindern die Frau oder der Mann – warum eigentlich nicht? – zu Hause bleiben soll. Sie sollten dann aber auch dafür entschädigt werden und die Möglichkeit haben, ins Berufsleben zurückzukehren, wenn sie es wünschen. Eine Diskussion über das Pro und Contra dieser Auffassung würde in diesem Zusammenhang zu weit führen.

  1. 80% der aktiven Frauen haben keine berufliche Qualifikation und sind mehr als andere Lohnabhängige den Konjunktur schwankungen ausgesetzt. Die schlechter Ausgebildeten werden leichter arbeitslos.

Die Frauen gehören also zu den Gruppen, die von der Arbeitslosigkeit besonders hart getroffen sind. Sie werden zuerst arbeitslos und bleiben es am längsten. Soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, auch für die Frau, sind ein dorniges Problem, auf das wir in einem späteren Dossier zurückkommen werden.

★ Dessin de PLANTU.

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